Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 414

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 414 (sequence 433)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2638044-2638085-2638086--2910-2640284
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

414 Grunwaldj Mattersdorf. Leilaeh", einer Wiese, deren Gehweg gern zu Spaziergängen im Grünen benützt wurde. Vom Anfange des „grienen Leilaeh" geht man über die Schlachtbrücke auf den „Bess Oilem-Barg". Am oberen Ende des Berges befindet sich das „Zür-Tomim- Häuschen", von den Bauern „Zakebei" genannt. Vom Chewraplatz den Mühlbach entlang kommt man durchs Glaser-Gässel zum „Neugebei". So wird die Häuserzeile bis zur Volksschule genannt, weil die Erbauung dieser Judenhäuschen vom Fürsten Esterhazy erst in einem späteren Zeitpunkte erlaubt wurde. Die Meierhofseite der — übrigens unregulierten — Straße hatte damals nur einige einschichtige Häuser. Wandte man sich auf der Straße nach Westen, so kam man zum Mühlberg, der erst vor einigen Jahren bedeutend abgetragen wurde, wodurch der obere Teil der Judengasse ein hervorstechendes Charakteristikum verlor. Die Hofmühle gehörte nicht zum Territorium der Judehgemeinde. Der Mühle gegenüber stand ein Bräuhaus, ein für die Geschichte des Kehilla wichtiges Objekt; denn seine Insassen^ besaßen das Wohnrecht noch vor Beginn der letzten Siedelung, und die Familie „Breuer" behielt die Pachtung mit dem Rechte, Bier zu brauen, bis um die Mitte des vorigen Jahrhunderts eine Feuersbrunst die Brauerei bis auf den Grund zerstörte. Eine Überlieferung will diesen Brand mit einem Verbote R. Jirmijah's in Verbindung bringen, am Sabbat gewisse notwendige Arbeiten vornehmen zu lassen. Doch scheint eine Erlaubnis hierzu auf den Chatham Sofer zurückzugehen. Infolge ihrer Wohlhaben- und Altangesessenheit spielte die Familie Breuer in der Gemeinde eine bedeutende Rolle. Durchs „Czake-Gassel" gelangt man von dort in die „Neiheisl" (siehe weiter unten). Kommt man vom Mühlberg in die Judengasse, so hat man unmittelbar zur rechten Hand das große Haus, heute das „Schlingerische Hausu genannt. Mit seinen Loggien und anderen charakteristischen Stileinzelheiten ist es sicherlich das interessanteste Bauobjekt der Judengasse. Daneben steht ein ehem. fürstliches Haus, später „Kollmannsches Haus" genannt (jetzt Schischa'sches Haus). Kollmann soll es beim Militär bis zum Oberst gebracht und bei seiner Verabschiedung,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.