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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 290

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 290 (sequence 306)
Language
German
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290 P ap o, Die sexuelle Ethik im Qorän. gattungen vereinigt, zumindest: Sodomie und Onanie. Doch auch des Sadismus scheinen diese Unzuchtfälle nicht zu entbehren. Die Frage, warum Mohammed diese Perversitäten in seiner Lehre übergangen hat und ihnen nicht gleich seinen jüdischen Vorbildern mit den schärfsten Verboten entgegengetreten ist, ist schwer zu beantworten, und dies um so eher, da man ja nach jenen Talmudberichten annehmen muß, daß derartige sexuelle Verirrungen unter den Arabern zur Zeit Mohammeds absolut nicht selten waren. Vermutlich hat diese Unterlassungssünde Mohammed dazu geführt, daß späterhin derartige Laster sehr überhand nahmen und auch von den Traditionariern nicht entschieden verboten wurden. Da der Aberglaube, Geschlechtskrankheiten durch coitus mit Tieren heilen zu können, stark verbreitet wrar, scheint man sich die Erlaubnis zur Sodomie, zunächst als medizinischer Kur, allenthalben genommen zu haben. Noch Omar Haleby, der in.der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Algier lebte, gibt zu Heilzwecken die Sodomie völlig frei. Kein Wunder also, wenn Paul Reglia, der Herausgeber und Übersetzer von Halebys Werk1), berichtet, daß die französischen Gerichte nach der Eroberung Algiers hauptsächlich mit Straffällen wegen Sodomie zu tun hatten, während die armen Verurteilten sich auf die diesbezüglichen geltenden moslemitischen Vorschriften beriefen und jede strafbare Handlung in Abrede stellten2). Literaturverzeichnis. Baidhawii commentarius in coranum, H.O.Fleischer, Leipzig 1846. Abu Zaid Ahmed ben Sahl el-Balhi — le Ihre de la cr^ation et de Thistoire — Publicatioüs de Tecole des langues orientales Vivantes — Paris 1903. Muhtäßar el Qudüri, Handschrift, Nationalbibliothek Wien, Flügel 1776 (AF 303). Weil, Muhammed, der Prophet, Stuttgart 1843. Nöldeke, Geschichte des Qorans, Göttingen 1860. Speengeb, Das Leben u. die Lehre Muhammeds, Berlin 1861. 1) El ktab de lois secretes de l'amour d'apres le khodja Omer Haleby Abu Othmän de Paul de Reglia, Paris 1893. 2) Stern, 1. c. II, 221.

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