Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 305)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--2782-2640156- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. 289 lungsweise der Sodomiten einen noch unpassenderen Ausdruck darstellt. Erst die Kommentatoren haben getrachtet, in die allgemein gehaltenen Worte des Korans die Betonung des Perversen hineinzulegen und nach der Begründung zu suchen, warum die Homosexualität verboten sei. So nennt sie Baidhäwi: s- ~ ~ ^jj^öjüi *JLä vl>~CcL^5 glxLJ! a.JL* C^U«&t L*h* Lp! „Sie ist etwas, wovon die Natur Ekel empfindet und die Seele sich entsetzt", oder an gleicher Stelle das Moment der Spermaverschwendung hervorhebend: ^viy^i jj^j Lo ^Lo'U, C^ü q£ (j^ty^Sb J^ü! Juu-w ^jslz&i $\ „Oder: Ihr schneidet den Weg der Fortpflanzung ab, indem ihr euch von dem Fruchtbaren abwendet und zu dem kommet, wo keine Fruchtbarkeit ist." Die Erwähnung einer weiteren Perversität geschieht im Koran mit keinem Worte. Um so merkwürdiger und bedauerlicher ist es, wenn von anderer Seite darauf hingewiesen wird, daß sie in Arabien dennoch bestanden habe. Die Unzucht mit Tieren, Sodomie, ist sicher nicht unbekannt gewesen. Der Talmud führt zwei Fälle an, von denen der zweite mit Gewißheit auf einen Araber bezogen wird, während bei dem ersten der Täter allgemein als ^"03, fremder Heide, bezeichnet wird, jedoch leicht ebenfalls als ein Sohn Arabiens gelten kann: np^ vpj w *on Kwn ^nn mm* htx\nv nns mw n idx vis'hd idxi ntew nuhx npm njnn pwn p ma njnn np'Q'i m pprn pwn p np^tsr nriK vnp w*n 3)n^Dtfl PIK^S „Es sagte R. Juda im Namen Samuels im Namen R. Chaninas: Ich sah einst einen Fremden, der eine Gans auf dem Markte kaufte, sich mit ihr sexuell befriedigte, sie dann erwürgte, briet und aß; R. Jirmia aus Difti sagte: Ich sah einen Araber, der einen Schenkel auf dem Markte kaufte, ein Loch hereinbohrte, um sich zu befriedigen, dies dann auch tat, den Schenkel sodann briet und aß." Es scheinen in diesen Darstellungen mehrere Unzuchts- 1) Baidli. II, S. 96, 2) ibid. 3) Aboda zara 22b. Grunwald, Jahrb. f. jüd. Volksk. II. 19