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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 286

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 286 (sequence 301)
Language
German
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286 P ap o , Die sexuelle Ethik im Qorän. falls finden. Nicht mit Unrecht werden daselbst1) die Ehebrecherinnen, die um Äpfel Unzucht treiben, um sie unter Kranke zu verteilen, mit Räubern verglichen, die Städte plündern und ausrauben, um die Beute an Arme zu verschenken. Wenn nun aus dem bisher Gesagten hervorgeht, daß der Talmud nicht mit Unrecht in einer Hyperbel behauptet: mtPJ? 2)ib dVijjh b nn«i K'onj? rhu* njwn dVijd ity» nut D*ap „Von 10 Maß Unzucht, die in der Welt sind, hat Arabien 9 und die übrige Welt eines", so ist es sicher zu verwundern, daß hinsichtlich widernatürlicher Unzucht im Koran einzig und allein die Homosexualität erwähnt wird; und dies nicht etwa wie in der Bibel in Form eines Verbotes3), sondern in Verbindung mit einer historischen Begebenheit, dem Untergange Sodoms, berichtet. Es ist schwer festzustellen, wie Mohammed dazu kam, jenes Laster der sündhaften Sodomiten der Bibel als ihr einziges Verbrechen hinzustellen, von welchem nicht einmal feststeht, daß die Bibel es ihnen zuspricht. Der einzige Anhaltspunkt DJT1K njHJI „wir wollen sie erkennen" braucht nicht im Sinne des Koitus aufgefaßt zu werden. Der Talmud kennt keine Beziehung Sodoms zu der Homosexualität. Er erklärt4) nur Gen. XIII, 13, daß der Ausdruck D^jn auf Unmoral und Ditftaffi auf Unbarmherzigkeit sich beziehe; da für ersteres als Beleg Gen. XXXIX, 9: rtmin HJTin nWJJK nSTH, also von der Unzucht, zu der Josef verleitet werden sollte, gebracht wird, kann von einer Homosexualität keine Rede sein. Philo scheint der erste gewesen zu sein, der die Homosexualität der Sodomiten hervorhebt, die Midraschim dürften erst nach ihm diese Färbung bekommen haben; übrigens tut der Midrasch rabba, der sich sonst in ziemlich lange Ausführungen einläßt, die Sache mit einem einzigen Wort als Zusatz zu dem oben erwähnten nmK njFtf! ab, nämlich5) WftWrb. Es ist anzunehmen, daß in dem gleichen Maße, als dieses Laster von Hellas und Rom nach dem für alles Sinnliche sehr empfänglichen Orient drang, in ebendemselben Maße die Rabbinen sich bemühten, die Verpönung der Päderastie neben dem Verbot in der Bibel 1) Exod. rabba XXXI. 3) Levit. XVIII, 22 u. XX, 13. 5) Genes, rabba L, 5. 2) Kidd. 49*. 4) Sanhedr. 109».

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