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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 225

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 225 (sequence 239)
Language
German
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 225 nicht mit einer Menstruierenden essen, um wieviel weniger erst ein gesunder Mann [der doch den coitus leichter ausführen kann und auch leichter erregbar ist]". Ja nicht einmal den Anblick des Weibes mit seinen Reizen wollen einzelne Talmudlehrer während der Menses gestatten SWK *7V ^ropj» teriDDH by\ 8)iTU lnffRni rpT» '1 *1DK pMlilD |MW *fy pH „Derjenige, der die Reize des Weibes besieht, wird ungeratene Söhne haben. R. Josef setzt hierzu: und dies bei seiner Frau, wenn sie menstruiert." Auch soll die Frau während dieser Zeit besonders kenntliche Kleider tragen: rpmJ'OtfiD iTU Üpfmn „Wenn es ihren Nachbarinnen bekannt ist, daß sie menstruiert", wozu Raschi: MVU HJn ntWÄ mtfW „die sie die Menstruationskleidung tragen gesehen haben"3). In Übereinstimmung mit den bis nun erwähnten Verboten erklärt der Talmud in zusammenfassender Form: JTDnSd h$ '1 1DK njwm Dran iwo pn rbyzh nvny rru rhyJ? nuny nmnw 4)T^ni W WS ramm mm „Es sagt R. Huna: Alle Arbeiten, die eine reine Frau ihrem Manne besorgt5), kann auch die Menstruierende verrichten, nur nicht: das Mischen des Weinbechers, das Herrichten des Bettes und das Waschen seines Gesichtes, seiner Hände und Füße." Mohammed, dem ja das talmudische Judentum viel näher lag als das biblische, sah also diese überstrengen Talmudvorschriften der christlichen Gleichgültigkeit in dieser Sache gegenüberstehen; das verlangte selbstverständlich eine Entscheidung. Was wäre nun tatsächlich für Mohammed vorteilhafter gewesen, als das „inter utrumque vola", der goldene Mittelweg zwischen den Extremen? Und wirklich bewegt sich sein Ausspruch auf diesem, indem er, fast im Sinne der Bibel, den coitus menstruationis tempore wohl verbietet, weitere Beschränkungen jedoch nicht auferlegt6). Baidhäwi, der bestrebt 1) Die Ubersetzung von Jnap* mit „Reize" scheint am treffendsten, cf. Aruch, kl. Ausg., Lublin 1874, S. 153. 2) Nedar. 20». 3) Kethub. 72», Kiddusch. 80». 4) Kethub. 61» 5) Als solche werden außer den hier erwähnten Kethub. V, 4 noch genannt: Mahlen, Backen, Waschen, Kochen, Säugen der Kinder und Weben. 6) S. II, 222. Gmnwald, Jahrb. f. jtid. Volksk. II. 15

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