Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 129

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 129 (sequence 140)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2638044-2638085-2638086--2617-2639991
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Groldsclimidt, Zeena ureena. 129 schon deshalb Jude sein muß, weil ich Pharao eröffnete, daß ich nur den Beschnittenen Nahrung verabreichen werde; bei mir wäre die Beschneidung in meiner königlichen Stellung nicht erforderlich gewesen. Auch sollt ihr wissen, daß, wie ich Benjamin liebe, ich auch euch keinen Haß nachtrage. Darum laßt, getreu eurem einstigen Schwur, unserm Vater nichts von meinem Dasein zu berichten, Benjamin es ihm künden, daß ich noch lebe. O^JJ "DTDn Daß mein Mund zu euch spricht. Berichtet unserm Vater, daß noch fünf Jahre Hungersnot sein werden, daß ich dies verkünde, dessen frühere Träume doch nun auch sich verwirklichen. pD^D ^KIS hy h&n Joseph fiel Benjamin um den Hals und weinte; er schaute, daß einst auf Benjamins Erbboden zwei Tempel zerstört werden würden. VntflS POS pD^m Und Benjamin weinte an seinem Halse, des Tempels Schilo gedenkend, der einst in Josephs Erbteil der Verwüstung anheimfallen werde. 'Hnw ins lim p Und nachher redeten seine Brüder mit ihm. Sie baten ihn, dem Vater von der Tatsache, daß sie den Bruder damals verkauft, keinerlei Mitteilung zu machen, da er ihnen sonst fluchen werde. Und wirklich erfuhr Jakob nie davon. Als Beweis hierfür dient der Umstand, daß er Joseph vor seinem Tode nicht ans Herz gelegt, seinen Brüdern ihr Vergehen gegen ihn nicht entgelten zu lassen. Nach anderer Meinung teilten sie Joseph mit, daß sie sich zugeschworen, dem Vater ihre Missetat zu verschweigen, und da sie eine Vereinigung von zehn Männern seien, so sei die Innehaltung dieses Schwures auch für Joseph bindend, njTß J?DtM ^pffi Und das Gerücht verbreitete sich im Hause Pharao und es gefiel Pharao und seinen Dienern. Sie erfuhren, daß Joseph von edler Abkunft sei. Der Midrasch erzählt: Als Joseph sich seinen Brüdern zu erkennen gegeben, da wollten diese ihn töten. Doch ein Engel schleuderte sie zurück und Jehucla schrie auf mit so gewaltiger Stimme, daß die Mauern wankten und die Helden Mizraims erbebten. MTJD njH3 nö*W Und Pharao sprach: sprich zu deinen Brüdern, daß sie ihr Vieh mit dem Besten des Landes beladen. Pharao wußte, daß Joseph zu gewissenhaft sei, um seinen Brüdern aus eigener Machtvollkommenheit derartiges zu gestatten; er forderte ihn deshalb Grunwald, Jahrb. f. jüd. Volksk. II. 9

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.