Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Grrunwald, Zur Geschichte der Marranen. 5 nealogie entnehmen wir Nachstehendes: Sein Vetter Miguel Rodrigues hatte sich nach Toledo geflüchtet; seine Base Branca Gomes war mit ihrem Gatten „penitenciado" nach Spanien geflohen; und eine andere seiner Basen, Isabel de Sexas, erschien auf einem Autodafe und sah ihren Gatten im Inquisitionskerker sterben. Rodrigues do Castello war mit Brites Gomes verheiratet, von welcher er einen Sohn und fünf Töchter hatte, die alle in den Kerkern des heiligen Gerichtes in Lissabon saßen. Er selbst wurde am 15. Oktober 1646 arretiert. Er gestand, daß er juda'isierte und zu gleicher Zeit an Jesus Christus als Messias glaubte; aber er leugnete die Dreifaltigkeit und wollte nichts von der Mutter Gottes wissen. Dieser eigentümliche Seelenzustand war damals häufig zu finden. Er gestand auch, daß er seinen Kindern im Alter von 13 Jahren die jüdischen Gesetze und Gebräuche lehrte. Die Kerkerwärter denunzierten ihn, im Laufe von 1647 mehrmals im Kerker jüdisch gefastet zu haben. Während des Auto-da-fes des 15. Dezember 1647 verlangte er, nochmals verhört zu werden, er machte mehrere neue Geständnisse ohne Bedeutung. Das Inquisitionsgericht bestätigte aber einfach das schon gefällte Todesurteil. 2. Duarte Henriques1), ein reicher Kaufmann von Miranda do Douro, war am 25. Juni 1645 in Lissabon3) zu 5 Jahren Galeerenstrafe verurteilt worden. Er wünschte, neue Geständnisse zu machen. Nach verschiedenen Abänderungen, welche er durch die Erklärung, „um zu leben, würde er falsch und wahr gestehen", rechtfertigte, wurde Henriques zum Tode verurteilt. Vor der Vollziehung des Urteils, einige Tage nach dem Auto (17. Dezember 1647), widerrief er seine Geständnisse, um zu sterben, ohne seine Verwandten, Freunde und Glaubensgenossen ins Verderben zu stürzen. 3. Maria Luis Soares2), Witwe des Advokaten Domingos Lopes Freyre, in Lissabon geboren und wohnend in Santarem. Unter ihren Verwandten sind besonders zu nennen: ihre 1) Process No. 1774, Lisboa. 2) Process No. 7527, Lisboa.