Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 472)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Zur Vorgeschichte des Sukkothrituals. 4ßi darstellen soll (s. oben), der die oberen und unteren Wasser verbindet, so könnte man die Adler auf der oberen Stufe des Leuehtergestells als Vertreter der oberen Wasser ansprechen, wie nach der arabischen Legende „der große Adler" seine Flügel von einem Ende der Welt bis zum anderen breitet (vgl. Salzberger, Salomonsage 104).] Im jüdischen Märchen (uns. „Mitt." II) ist es der Fischkönig Livjathan, der den Menschen 70 Sprachen lehrt, wie im babylonischen Mythos der Lehrer der Menschen Oannes und in der buddhistischen Legende der Retter der Menschheit in Fischgestalt erscheint. Über Fische als Wahrsager s. Creuzer II, 305, als Meilenzeiger: Nöldeke-Festschr. (Löw) 556. Das Bild des Fisches für Christus und die Deutung Ix^S 5Iy)<xous Xptorös ©soö vio$ crcDTYjp erklärt Usener damit, daß „er die Seele des Frommen und Gerechten ins Himmelreich hinüberträgt" (Arch. XVI, 358), wie auch sonst Seelenfische, wie Gharon, die Seele des Abgeschiedenen durch das Wasser zum Gestade der Seligen führen1) (der Adler, als Sonnenvogel, trägt Seelen zu den Sternen empor: Arch. 1. c. 558, dort auch über jüdische Votivhände). Auch das Wort Livjathan läßt, analog dem griechischen Pompilos, zumal wenn man an die ähnliche Rolle des Delphins denkt, diese Auffassung zu, vgl. die Deutung Spr. 1, 9 „livjath" als „levajath" (Grabgeleite) und die Kommentare zu Hiob 3,7. [Über Delphin: Raschi zu Bek. 8a, D.bei den syr. Glossogr. auch Krokodil (!): Nöldeke- Festschr. 560.] Nach ZDMG LX, 212 konnte die befruchtende und belebende Kraft der alten Meeresgottheit (Derketo), wie sie im Fische symbolisiert war, leicht auf das Wiedergeburt und Auferstehung wirkende Christentum übertragen werden (über den Fisch- und Brotgott - Dagon - s. ZDMG LXIX, 55). Im Midrasch zu Ps. 72,17 wird der Messias „Fisch" genannt. Nach dem 4. Buche Esra wird er, wie der babylonische Oannes (ebenso in China und Japan der Fisch das Symbol der Erlösung aus Not und Schuld), „aus dem Herzen des Meeres aufsteigen" (vgl. Volz 34). Auch daß Josua, der Sohn des Nun, 1) Aeg., dann allg. Orient. Symbol der Unsterblichkeit, ein Fisch (oder Vogel) zieht d. Barke des Abgeschiedenen DMG. 67, 42.