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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 406

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 406 (sequence 410)
Language
German
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400 Grunwald, Berufe der Juden. leuten nur Ergänzungen, vor allem für die leitenden Stellen. Der Architekt, den er zur Verfügung stellte, war wohl der Sohn eines Tyrers, mütterlicherseits aber ein Israelit aus Naftali oder Dan, wie auch beim Bau der Stiftshütte in der Wüste neben Bezalel, dem Judäer, der Danite Oholiab steht. Zum Bau des zweiten Tempels, der allerdings wohl besonderer Kunst entbehrte, wurde aus Sidon und Tyrus nur Bauholz bezogen, daß man so, wie beim Salomonischen Tempel, zu Schiffe nach Jaffa und von da auf dem Landwege nach Jerusalem beförderte. Den Bau selbst haben Juden ausgeführt, ebenso wie den Bau der Stadtmauer Jerusalems unter Nehemia, an dem sich auch Frauen beteiligten. Zum dritten Tempelbau wählte Herodes zehntausend der erfahrensten Werkmeister aus. Tausend Priester ließ er teils zu Steinhauern, teils zu Zimmerleuten ausbilden. Mehr als 18 000 Handwerker waren an dem Bau beteiligt, darunter Metallarbeiter, Grob- und Feinschmiede. Ein Kunstwerk besonderen Grades war das Basrelief der Stadt Susa am Osttor des Tempels in Jerusalem. Schon im biblischen Altertume gab es dort Gilden, von denen Nehemia Kap. 3 die Goldschmiede und Salbenmischer erwähnt. Der Dienst im Heiligtum erforderte gewisse Fertigkeiten, die sich als Privileg und Geheimnis in bestimmten Levitenfamilien forterbten, so die Tempelmusik, die Bereitung des Räucherwerkes und die der Schaubrote. Ebenso gehörten zum Bestände des Tempelpersonales auch Handwerker, unter ihnen Metallarbeiter. Zahlreich sind die Spuren jüdischer Schmiede aus späterer Zeit. In Alexandrien, wo zu Beginn der christlichen Ära die Juden ein Fünftel der gesamten Bevölkerung bildeten, waren die jüdischen Handwerker in Zünften vereint, deren jede, auch die Nagel-, Nadel- und Hufschmiede, in der großen Synagoge ihr besonderes Abteil innehatten. Schon frühzeitig werden jüdische Eisenschmiede auf der pyrenäischen Halbinsel erwähnt. Die Juden in Portugal waren gegen Ende des 15. Jahrhunderts in weitaus überwiegender Anzahl, die Marannen in Mexiko, d. h. die dorthin aus Spanien und Portugal ausgewanderten Scheinchristen, zum großen Teil Schmiede: Jüdische Grobschmiede werden allenthalben in den ältesten Niederlassungen der jüdischen

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