Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 314)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. U.Volkskunde. 3Q5 eines Bettes schreibt, muß denselben ausradieren und verbergen. Wie der Fuß des Bettes für magische Zwecke benützt wird, um Zauber oder Dämonen abzuwehren, so wird es auch mit dem Horn des Stieres der Fall sein. Für die Verwendung der ntöDH ^jna im Zauber verweisen wir hier nur auf Tosefta 117,11, wo das Binden von Eisen an die '»JTD iTODil wegen heidnischen Brauches verboten wird, vgl. dazu Sprenger, Mohamed I, 142, Perles, MGW J. 7, 19, 428, Levy, ZVfV III, 29, Mannhardt, Wald- und Feldkulte I, 227. Noch im Mittelalter banden die mithelfenden Weiber an die Pfosten des Wochenbettes eine schwarze Henne, auf welche all das der Wöchnerin drohende Unheil abgeleitet werden sollte, s. ZVfV. XV, 85, Scheftelowitz , Das stellvertretende Huhnopfer, p. 9. In Westfalen band man einen Hahn an das Bett des Brautpaares, s. Scheftelowitz ebd., p. 11. Die Vorstellung, daß dem Horn eines Stieres oder eines anderen Tieres eine besondere Kraft innewohnt, findet sich bei vielen Völkern (s. Frazer, Golden Bough XI, p. 156). R. Nehemia lehrte, daß die Hörner der Heuschrecke den Hörnern des Stieres ähnlich d. h. gefahrbringend seien (s. Pirke des R. ha- Kadosh XVI, 1). Durch magische Inschriften auf das Horn eines Hirsches kann man Unsichtbarkeit erlangen (s. Steinschneider, AB des Ben Sira § 30, D^a DTK TWp h& ühiyb tfinn bw *osn ppa ima ama nfo iTa bsz nm .rrenw Dp nhiyh. In Griechenland vergrub man drei Ziegenhörner, um fruchtbare Weinberge zu erhalten. Die Hörner dienten dazu, um dem Regen eine Gelegenheit zu schaffen, damit er hineinlaufen konnte (s. Gruppe GMRG., p. 8222). Diese Belege, wie verschiedenartig sie auch sind, lehren eine Sache mit Bestimmtheit, daß die Hörner im Zauber verwendet wurden. R. Simon ben Lakisch meinte daher, daß die Griechen die Juden auf das Horn des Stieres schreiben ließen: „Wir haben keinen Anteil am Gotte Israels", weil das Schreiben auf ein Horn besondere Kraft besitze, und keiner es wagen würde, sein Versprechen zu brechen. 2) vi, l heißt es: ninn» jY»jrcn *¥?2 *w Ksn hm narer» rbr\n na msm yso nita Di1» ^nnai na» ^noat Gr n n w al d, Jahrb. f. jüd. Volksk. I. 20