Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 295)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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286 Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. an die Kraft der Zeroroth glaubte, die Gelehrten aber seien davon verschont geblieben. R. Jannai war überzeugt, daß der Magier, der in den Straßen von Sepphoris Zeroroth in die Höhe warf, ein lebendes Kalb vom Himmel heruntergebracht habe1). Ähnliches geschah in der Gegenwart des R. Chanina b. R. Chananja (j. Sanh. 25d). Scharfsichtigere Augenzeugen wußten, daß das Spiel nur ein Blendwerk gewesen war. Der Assistent des Magiers hat das Kalb aus einem Gebäude hervorgeschleppt. Die erwähnten Amoräer glaubten jedoch daran. Mit dem Zeror ist ja das Unmögliche möglich zu machen. In diesem Sinne ist auch ein bisher unerklärter Ausspruch des R. Aibo (Gen. r. 64, 6) zu erklären. Der Agadist sah sich veranlaßt, fcu Gen. 26, ii DJ?H b% fiN hinzuzufügen: Nicht einmal einen Zeror soll man auf sie werfen, wie es heißt: Sie rotten sich zusammen, lauern auf, beobachten meine Tritte, gleichwie sie auf meine Seele harrten (Ps. 56, 7). Die Erklärer meinen, daß R. Aibo betonen will, Abimelech wollte seinen Befehl wörtlich, nach dem Buchstaben, ausgeführt wissen. Der angeführte Vers aus den Psalmen will aber gewiss mehr besagen, nämlich, daß man ihnen nicht einmal durch Zauber, durch das Werfen von Zeroroth, wie im Psalmenverse durch Beobachtung der Tritte, einen Schaden zufügen möge. Für den Zauber durch Beobachtung der Tritte lassen sich mehrere Zeugen anführen. Man darf nicht, nach R. Jochanan, in den Fußtapfen einer menstruierenden Frau gehen und denselben Staub treten (vgl. iTU 'DD! KJWn, Nachmanides' Bibelkommentar zu Gen. 31, 35, ferner D"in nvu« 38/40, MGWJ. 1913, 408, iWDK fylV III, 1, vgl. auch Janiewitsch, Archiv für Religionswissenschaft 14,315; Ztschr. d.Vs. f.Volksk. 25,28). Bisher hatten wir, mit Ausnahme von R. Chisda, nur palästinensische Autoritäten erwähnt. Hinzuzufügen ist noch eine Erzählung in der neben R. Chisda noch Rabbah, der Sohn des R. Huna, figuriert. Beide fuhren in einem Schiff auf dem 1) Die Stellung des R. Jannai zum Zauberwesen kann man auch aus b. Sanh. 67 B ersehen. Raschi sagt zwar, daß man nicht R. Jannai lesen solle, die Parallelstelle des Jeruschalmi zeigt aber genau, daß R. Jannai an magische Künste wohl glaubte.