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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 275

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 275 (sequence 279)
Language
German
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270 Grunwald, Aus meiner Liedersammlung. man sagt ein Sprichwort: die gewohnheit geht vor die natur in meine äugen ist aso eine ärger wie ein h— es war besser, wenn sie sich for den geld etwas änderst seit schaffen un' etwas in die hauswirtschaft kaufen. was hat nebbich der mann for ein berera er kann ihr's gleich nach der chathuna nit wehren. „mein mannleben I", sagt sie, „G"tt wert uns schon bescheren. aso geht nebbich der mann einzigweiss derhinter un' derzu kriegt er noch etliche kinder er weiss nit aus noch ein er geht von ihr aweg un' lasst sie sitzen allein. manche haben kein berera un' gehn wieder auf Prag dienen manche tunen geld auf den kissen gewinnen. ich hob dieses schon oben bemelt. das kommt alls zu, weil sie haben kein ehrlich geld. sie suchen sich aber ein hetter un' sagen: mir tun es nit ganwene mir tun mit den krämer weifeil handle diesen gewinn derfen mir sich behalten. den hetter suchen sie sich die junge wie auch die alten. auch aso ein maid, was nit selber den zettel schreiben kann sagt sie: ich hab kein schuld daran der bachur wert haben zu viel aufgestellt solche gannabim findet men nit in die ganze weit is es aso ein maid, was da kann selber schreiben un' lesen sagt sie ein ausred: ich wer mich haben taueh gewesen. nun ist doch dieses leicht zu verstehn wie sie mit wirt un' werten ihr geld umgehn. sie machen mit herr un frau, was sie wellen manche aber tun es gescheiter anstellen sie ferchten sich, man wert sie fragen wie kommt es, du bist noch nit lang hier und tust schon aso viel geld verwagen? sie sagen: ich tue meine etliche gülden auf rewachim awegleien. die teschuba geben sie gleich un tuen sich nit scheuen, auch gibt es maiden, wenn sie sollen kallah wer'n, schaffen sie sich eine truhe ein un legt ein grossen strosack hinein. oben auf tut sie sich legen ihr bissei gewant, dass es ein jeden soll gefallen zu ein guten schabbath, wann sie sich antunen tat not, men seilt ein licht drein stellen. sie sagen: wie schwer is mein truhe, men hat dran zu heben wann sie sie zumachen will mit der Knie muss sie sich darauf legen. aso wert nebbich der armer chathan. eingeführt

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