Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 277)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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268 Grunwald, Aus meiner Liedersammlung. nicht gedacht gehören manche dienst zu sein was sie sich far ein narretei bilden ein. sie meinen, wann sie bei ein vermöglichen herren tunen sein sie denken sich: all das geld und gut, was er hat, gehört schon mein. weha re'ajah: den ersten z'man sagen sie: mein hören seine Sachen den andern z'man sagt sie schon: unser den dritten z'man sagen sie gar schon: mein zinn, mein mesch, mein kupfer hab ich besonder, l'ssof musen sie gar awek gehn un musen lassen alls mit anander stehn. wenn die köchins bei die nebendienst nit können verbleiben tut sie sich die dritte tochter arein beschreiben, nun das jung gannewl weiss noch keine rechte sitten stellt sie die mutter in die gass in der mitten, men sieht gleich, sie kommt arein von land weil sie tragt ihr päckel in die hand. da kommt die zuschickern nebbich über ihr zu springen un fregt sie, ob sie is zu verdingen. das jung ganewl sagt nebbich' ich bin noch keinem bekannt, ich komm erst von derham ich will mit euch gehn zu mein mamm. nun da lügt men den baal bajith aus kalt un warm as sich G"tt soll über wirt un werten derbarm. etliche haben über den jung meidel rachmanuth sie denken nit, dass die mutter wert ihr lernen ganwen sie is mukhan Pfuranioth. endlich verdingt sie die zuschickern etliche stiegen hoch, sagt die mutter: mein maidl wert mir fallen un sich zuschlagen das moach indessen nemmt sie auf beide Seiten ihr zuschickgeld das maidl schwebt noch arum in die weit. kommt wieder ein andre zuschickern un sagt zu der mutter: ich hab ein gut dienst far eier kind ein ehrlichen mann, ein schuster, er wohnt auf gleicher erden un hat nor ein einzigs kind. die köchin fangt an zu klagen oj weh un wind über ihre jähr geschrien was helfen mich keine viel stiegen sie wert kein s'khiruth kriegen. ich sehe bei ihm kein zinn, kein mesch, kein kupfer hängen mein einziges schäfel wert mir — chalila — krank wem vor lauter bangen. ihr sof is, das maidl weint un' die mutter sagt: schweig, du werst bleiben gar hier ich nem dich in mein haus neben mir.