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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 272

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 272 (sequence 276)
Language
German
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Grunwald, Aus meiner Liedersammlung. 267 24. Die Prager Dienstboten im 18. Jahrhundert. Ein jüdisch-deutsches, offenbar in Prag gedrucktes Pamphlet von Jakob b. Meir aus Altofen, von dem uns ein Fragment mit der Eintragung „Falk Lob Katz, Tebeth 5573" von dem gegenwärtigen Besitzer, Herrn Weigersheimer in Schweinfurt, zur Verfugung gestellt wurde. Die Schrift scheint ein bibliographisches Unikum zu sein. ... sehen wirt das halsbendel sehr sie denkt, wenn ich nur schon ein ammel war. der mann verdingt sich in ein branntweinhaus anein un das junge weibl mit ihr erst kind bleibt nebbich allein, wenn sie ein ammeischaft kriegt, aso muss sie geben das kind in fremde händ aufzuziehn. sagt mir einer: welcher fremder wird sich mit ein fremd kind stark bemühn? men laßt nebbich das kind weiden grosse gezeroth tut es nebbich leiden. nun, wie ein rachmonous is der mann un das jung weibl mit ihr erst kind. das kommt alls zu, weil sie nit hat ehrlich gedient, ehrlich dienen is ein schwer dienen, aber ganz süss un' gut. drum auch is nix besser, als gegangen in geraden weg un' nit in selche lumpesteg. chass w'schalom ich tu' nit alle dienstmaiden meinen, es giebt doch drunter, die ehrlich seinen, hinkegen aber hat men mir amal gesogt wie die maid' von die kindsfrau un' nebendienst seinen geplagt, weil die maid ihr essen nit verkaufen will hat das nebendienst oder kindsfrau mit der maid ein böses spiel, das nebendienst sagt: ich hab eine grosse tochter auszugeben, ich nix essen will. gib mir for mein cheleq aso nu' aso viel. was ein ehrlich gemüt is, kann solche sprach nit vertragen un' derzu, wann sie kein freind in den ort hat, wem soll sie es klagen? sie denkt: was hob ich nebbich far ein bererah der gonewte ihr Zahltag wert schon kommen bimhera. sie muss sich lassen alls gefallen un tut ihr sach zu G"tt stellen un l'gamre gar nit lassen verdriessen wer ehrlich is, hat es zu gemessen. ob men aso ein nebendienst soll haben gehör men lieber stein auf die mäuer tragen. der allmächtigen G"tt weiss den menschen seine gedanken was ein ehrlich gemüt is, tut solches um ehrlich gelt nit verlangen, geduld muss jedrer mensch können haben men muss können ein patsch in sack trägen.

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