Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 262)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Grunwald, Aus meiner Liedersammlung. 253 17. Die jidischkat ist schon ganz gebrochen, sie machen Schabbes, wie an der wochen, erew schabbes (Freitagabend) thun sie sich anpampen und vergessen anzuzinden die Lampen. # 18. Die ganze Wochen fahren sie herum in Welt, weil sie willen verdienen Geld. Sie nehmen Pferd und Wagen und lassen es an Schabbes beschlagen. 19. Bei lecho daudi (Gebet) schämen sie sich zu springen, weil sie kein semires (Lieder) thun singen. Kiddesch macht kein ungarischer Herr, weil jaum haschischi („der sechste Tag" im Gebet) macht kein Soufleur. 20. Kommen wir zu die grösste parches (Plebs), essen sie Fisch mit neugebackene barches (Sabbatbrot). die Teller sind sie umzukehren zu faul und waschen sich nicht noch die Fische aus das Maul. 21. Der, was sich mit der Messer kohlet (rasiert), meint er darf nicht essen kein scholet (Sabbatspeise), weil er tragt gewichste stiwel, so darf er nicht essen kein Eier mit Zwiwel. 22. Das ist schon überall bekannt, dass man nimmt Schabbes Geld in die Hand, der Wirtshäuser sagt: „Ich bin kein schoite (Narr), dass ich soll zuhalten mein Sehabbesgojte." 23. Zu dem row (Rabbiner) ist ihre erste bakosche (Bitte), er soll nicht sagen keine drosche (altmodische Predigt), er soll lieber gehn ledig und soll machen eine Predig(t). 24. Der chasen (Vorbeter) verdrent sie ihre Johr, er soll dawenen (beten) mit den Chor, sie sagen, er soll schleifen die Gorgel, er soll kaufen eine Orgel. 25. An jomtow (Feiertag) gibt es auch solche Vögel, dass sie spielen Billard oder Kegel, manche sind gar mesachek b'korten (Kartenspieler) und fressen dabei trefene Torten.