Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 260)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Grunwald, Aus meiner Liedersammlung. 251 sie die Chuppe längst hinter sich haben sollte, war am Purim in der Synagoge, und als sie den wohlbekannten Clmppenigun hörte, rief sie, ohne Rücksicht auf den Text, seufzend aus: ,,Wenn nur mei Esterle auch schon so weit war44.1) 15. Die böse neue Zeit. Verfaßt oder kopiert von Joachim Donat in Prerau, 19. Jänner 1857. (Ms., hebr. Schrift.) 1. Ist die ganze Welt eitel, hot se kein Geld in Beutel, jetzt thut man plündern und rauben und die Weiber gehn leider ohne Scheitel. 2. baawaunosenu horabbim (um unserer großen Sünden willen), daß sich G"tt erbarm! wie es geht zu bei die jetztige Zeit mit die jetzige junge Leit! 3. Man soll nur zusehen, wie sie auf die Ballen gehen und drehen sich mit Schickses (fremden Mädchen) herum und sehen sich auf die jüdische Madel nicht um! 4. . . sich einer in einem alten Hut .. . morgen ist ihm nicht mehr gut .. Haar bis unter die Nase .. wer weiss was .. (lückenhaft, MS. zerrissen). 5. .. ein alter Hund hat kein Zahn in Mund. man sagt, er soll sich nehmen ein almone (Witwe), lieber stirbt er ohne schehechejone (Segenspruch, hier Heirat). 6. Das ist schon der wahrer Soten (Satan), dass man fragt nicht mehr kein talis koten (rituelles Gewand), jetzt tragt man von nemseti sin (ungar. Nationalfarbe) ein zedakel (rit. Gew.) von ein viertel Kartin. 7. Mit dem Waschen sind sie nicht mehr jauce (ein rel. Gebot erfüllen), man macht schon mehr kein mauce (Segen über Brot), weil sie sind aufgeklärte Menschen, darum will keiner nach dem Essen benschen (beten). 1) Zwei „Kallon-Lieder" aus dem Elsaß s. „Straßburger Isr. Wochenschrift* 1907, Nr. 2 und 6. Dr. Gr.