Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 216)
- Language
- German
- Belongs to
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208 Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. 165. Liebe zu gewinnen: sehreibe auf einen Apfel a"j"s *v v,,a"j"sch"a"j und gib dem Betreffenden davon zu essen. 166. Liebe der Frau sich sichern: lege die Hand auf sie und sprich: r'VT'j'T'a. 167. Gegen Feuer: auf ein Ei, das an einem Montag oder Donnerstag gelegt worden ist, schreibe: „chibbur j"a"l" und wirf es ins Feuer. 168. Oder, nimm ein Kleid, auf dem ein Fleck von Menses, lege es auf zerriebenes Holz, so daß der Fleck dem Feuer zugekehrt ist, und das Feuer erlischt. 168a. Ein Haus ist gegen Feuer geschützt, wenn darin ein Brot gebacken wurde, in dessen Challa man mit dem Messer die Worte geritzt hat: „Agla Alfa Ada". 169. Vom Ari: den Vers schreiben: „Und es betete Mose zum Herrn und es erlosch das Feuer." 170. Auf einen Afikomen oder einen Brotlaib schreibe: wajithpallel tefillath p'Tl l'T'l etc. 171. Feuer vom Hause fern zu halten: schreibe über die Haustür: ,,Adirironu. 172. Beim Brand nimm aus dem Feuer ein Stück Holz und sprich deutsch: „ich nem den brand araus un ich beschwer dich bei den allmechtigen G"tt un bei zehn gebot as du sollst weiter nit kommen, as wie itzund bist gekommen" i. N. des Ewigen, des G"ttes Israels, und i. N. Agla, Amen sela, dreimal zu sagen. 173. Gegen Feuer1) aus Blitzschlag: Ziegenmilch (Tonar!). 1) Die folgende kleine Mitteilung des Herrn Prof. Dr. Heinb. Loewe, Berlin, über das Besprechen des Feuers durch Juden ist Heinbich Ludewig Fischeb's Buch vom Aberglauben (Neue verb. Aufl. Leipzig: Schwickert 1791) entnommen. Der Zweck des Buches war kein wissenschaftlicher. Es will das Ungeheuer des Aberglaubens verfolgen. Darum aber sind die sachlichen Mitteilungen über das, was es bekämpft, nicht minder zuverlässig. Es ist die hier mitgeteilte Stelle von Seite 170—174 die einzige, die vom jüdischen Aberglauben handelt. Besonders interessant ist seine Mitteilung über die Form des Magen-David, das aus zwei „unter und etwas ineinander stehenden Triangeln" besteht, wie es der untenstehende Holzschnitt zeigt. [Nach Rob. Eisleb, Weltenmantel, ist das Hexagramm eines der Mittel, die wundertätige Macht der Gestirne durch ihre Bilder in menschlichen Dienst zu zwingen. Es ist das Diagramm, mit dessen Hilfe man für die nach der Umlaufszeit in einen Kreis angeordneten