Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 157)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Nacht, Der Fuß. denten ein, daß sie sich derartig kleiden mögen, . ,,daß die Gliedmaßen des Leibes, welche den Menschen zur Notdurft der Natur gegeben worden, nicht entblößt mochten gesehen werden"1). Ist der weitausgeholte Schritt, wie vorhin^ gezeigt, aus moralischen Gründen unstatthaft, so ist er auch gesundheitswidrig. Er raubt x/500 vom Augenlicht und wirkt auch sonst schädlich2). Der Talmud erzählt von einer durch „große Schritte" gefährdeten Jungfrauenschaft einer gewissen Familie in Jerusalem3). Die Frauen dieser Familie pflegten deshalb ein Schrittkettehen zu tragen. Wenn nun der „große Schritt" aus sittlichen und hygienischen, ja mitunter aus rein religiösen Gründen nicht statthaft ist4), so wird er andererseits als Merkmal körperlicher wie geistiger Überlegenheit hingestellt. „Die Schritte Abrahams waren drei "J^SD„ (1 lVg km) groß5). Von Mosche wird gerühmt, daß er im Alter von 120 Jahren zwölf Treppen auf einmal erstieg6), während es von Simson heißt, daß er, so oft der Geist des 1) Dr. Beauchmülleb, Der Leipziger Student, S. 28. 2) biö -ntfDtt bi nna nbais noa to^od« :'n ^'n m:^ "DIN. Vielleicht ließe sich damit das deutsche Sprichwort erklären: „Ein guter Fuß (d. h. der nicht weit ausholende Schritt) ist ein gutes Auge". 3) rrnD jD^biörnn firm nn« nnsiöfc pnT Vöh»;'n V'o nb^m D^a pb itay ,nVTOi: "jt-rmbinn 'im mos li-rms^D*) .ViTYiBis "jn^mbinn T^n ab-s moa "]l-pm:^DD tfb'tü "jm^n nbiabus Das an derselben Stelle erwähnte arT"J2£N„, das in Jerus. Sabbat 6,8 mit gr. itodoipsklov i"lt>OD")"D d. i. Fußschelle gleichgesetzt wird, ebenso m-pS arab. bildeten nach Keauss (1. c. I, 205, A. 976—77) einen echten Frauenschmuck, während nach Hebschbebg, Heatid IV, 42, A. 1, 2 m*T^ und D">bSD ursprünglich zur ästhetischen Formung der Schritte verwendet wurden. Auch maurische Fürstentöchter pflegten goldenes Schmuckstück an den Füßen zu tragen. Vgl. Bybon, Don Juan in, v. 72: „around as princess of ber father's Land — alic gold bar above her instep roll'd". 4; msto N£-prr;0'^p nnro) r^jsa nD3 n^DD riüöb tion» ('i n-D-is) *no3 wos S'W ba nossn. 5) .('n J»"73 rpttttna tinn) ^-b-to Töbiö Tn irnN arnSN b;D -nrtf lös,, 6) m:wn i-iiM b^-n nron nrrb 02 ab -irnm n:u5 5"p p matti,, WOM iniöfc "jyosn Dw3 "Pii mb^to s""» ,tf"»:m Ks: "iri b&t snto n-jio) .ann«.