Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 151 (sequence 155)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2638044-2638083-2638084--2139-2639513- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
148 Nacht, Der Fuß. pers, die in der Gangart des Menschen zu uns redet, jener Gangart, die besonders Frauen eigen und von der Heine sagt: „Ich liebe jenen genialen Gang, jene stumme Musik des Leibes, jene Glieder, die sich in den süßen Rhythmen bewegen, üppig schmiegsam, göttlich liederlich, sterbefaul, dann wieder ätherisch erhaben und immer hochpoetisch." Diese Gebärdensprache ist der Ausdruck des Intellekts, des Charakters, der in dem Körper wohnt. Von dieser charakteristischen Gebärdensprache, die im Gang des Menschen zum Ausdruck kommt, heißt es im Buche der Sprüche: „Der Ruchlose zwinkert mit den Augen, spricht mit den Füßen, weist mit den Fingern"1). Auch im Talmud wird eine bestimmte Gangart und zwar das „Schwingen der Ferse", als charakteristisch für den Sünder angesehen. „Der böse Trieb wandert immer nur inmitten der Straße, nicht auf den Seiten, und sieht er einen Menschen, der mit ihm kokettiert, das Haar besonders pflegt und seine Fußferse schwingt, so sagt er: der gehört mir"2). Vom Gange des Gecken oder Stutzers heißt es unter anderm: „Er geht auf den Zehenspitzen, stößt mit dem Fuße auf der Erde an"3). Dagegen ist der Gelehrte durch seinen vornehmen sittlichen Gang kenntlich. So lehrte der Talmud4): „Der Gedes Ganges" in Balzac's „Die Kunst, seine Schulden zu zahlen" Dr. Gbunwald.) 1) "vrnsn^s rnnfc ,ibim bVwa ,rr*a ynp 'an b^bs ms, (ys '-\ ibttfc). 2) abs Donata "fb-tt ^"ns^ v<a w V», :':n s-ni rpiöN-a ,*v-)?m ipnto ^vps Töfctrao tns inan finma wom ,öoabs yaroöu :ä ,t"b mioans Da yyi >n -pnn iTdin «in ,-Dpsa ribmo ."mpw nbntti nym ipntti a löttiötti pim w irrro naabÄ Was *mp2a tlbn73„ betrifft, so entspricht er dem oben S. 141, A. 1 u. S. 142, A. 2 erwähnten Ausdruck "rTOl b^"ln. Anders bei Krauss I, S. 632, A. 747. 3) "»©ann •pabswi . . . irpbjna "pösna, irs© pis na*-) ... "irrmsnata, vgL auch Keauss 1. c 4) NtTiT "ibipm ins^an iro^bm ... 3n:fc '■wiö ^j-ns rt"nÄ 'fl p^D. Über den Zusammenhang von a*]lhnn und "bip„ als sittliche Forderung, vgl. oben S. 147, A. 2, wo (Mommsen, röm. G-esch. I, 56) der römischen Frau „edle Kede und edler Gang" nachgerühmt wird; vgl. ferner oben S. 141, A. 1: m 15 b 1 p ab bNW XTtoa blö pTl» "»sb,