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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 130

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 130 (sequence 134)
Language
German
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128 Nacht, Der Fuß. Pantoffel meiner Frau auf meinem Fuß mit solchem Nachdruck, daß ich beinahe laut aufgeschrien hätte, wenn mich die Scham nicht davon abgehalten. — Ich hielt dies für ein böses Omen und sagte zu mir selbst: Die Vorsehung hat dich zum Sklaven deiner Frau bestimmt, du darfst dich ihren Fesseln nicht entziehen"1). Diese Sitte ist auch den andern Völkern bekannt. So wird bei den Rumänen am Tage der Hochzeit der Braut angeraten „dem Bräutigam auf den Fuß zu treten, damit sie die Herrscherin sei"2). Im Zusammenhang mit vorhin erwähnter Sitte steht auch der im Ghetto übliche Brauch, Braut und Bräutigam auf ihrem Wege zur Hochzeit den Segen zuzurufen: ,,In einer guten, glücklichen Stunde mit dem rechtem Fuße"3). 1) Maimons Lebensgeschichte, herausg. von Dr. Frommes, S. 184—35. 2) Vgl. A. GtOkovei, credintii si-superstitü ale poporulin romän (Bucarest 1915) p. 270: „de voieste mireasa ca iu viata casniica sa fie ea mai mare de cat bärbatul, sa calce pe mire pe picior*. Es sei noch erwähnt, daß die Redewendung „jemand auf den Fuß treten" im Sinne von jemand um die Herrschaft bringen, schon im Talmud gebraucht wird. Moed K. 27: "nmnna nyj-o msbtt "pan in^ im rrbin mpm tfp^v In erotischem Sinne heißt es vom Drucke des Frauenfußes in Midrasch Lev. 16, i: uvhy npsn nrrn a-nm bia ro na-niBDv Mit „Fußdruck* ist der in geschlechtlichem Sinne gebrauchte Ausdruck „treten* verwandt. So Babli Ketubbot p. 16*>: a EP N noin,. Bei den Rumänen wird „treten" in erwähntem Sinne von den Hühnern gebraucht. Noek 1. c. will die erotische Bedeutung des Zeitworts „treten* auf itatsG), wovon sowohl itatrjQ (Vater) als natog (der Pfad) abstammt, zurückführen. Ahnlich dürfte meines Erachtens die Stelle Babli Kidduschin p. 2 aufgefaßt werden: ii-täbyn -oa "pn Von ,*pn ^p^N rwn,,. Danach hieße der Begattungsakt „Pfad" Cpl) „treten*. Damit wäre die Midrasehstelle Lev. Rabba c. 70,4 zu verstehen: „nEN:tt iroN "pn p ,nmy "nbs ab« *pn y^n. Dahin dürfte auch der für den Begattungsprozeß gebrauchte Ausdruck ^-n» gehören. ^prm,, TV®*® 03 123 bD nwn *o "-dto airorr ttra* nro« msi bi *-D-n na. 3) Vgl. Bernstein, jüd. Sprichwörter, p. 157: Wnbftt 13^5 'pK, ""bö^D •pür:n TW. Ebenso bei den Türkei», wo die Braut das Haus des Bräutigams mit dem rechten Fuß betritt, damit sie in der Ehe glücklieh werde. Nach Azulai "omnetb non„ S. 29 (vgl. oben S. 127,

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