Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
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Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. und Engel zusammengesetzt. Wissen, Gottesdienst, Keuschheit und Gerechtigkeit machen ihn Engeln ähnlich, tierische Eigenschaften lassen ihn zur Stufe jenes Tieres herabsinken, dem die betreffende böse Eigenschaft eigen ist. Im Jenseits wird er in der Gestalt jenes Tieres auferweckt, dessen Eigenschaften er im Diesseits betätigt hatte. Wenn diese durch Wissen und gute Werke aufgewogen werden, so wird er in der Gestalt der Engel, der Gerechten und Märtyrer auferstehen1). Seha'rani, ein anderer Theologe, spricht auch von körperlicher und geistiger Auferstehung und behauptet, daß die Körper der Toten auferweckt und die Geister in ihre Körper zurückkehren werden. Nur bleibt es fraglich, ob der Körper nach seiner Vernichtung neu geschaffen wird, oder ob die alten, zerstreuten und in andere Individuen übergegangenen Körperteile wieder zusammengesetzt werden. Von den der Auferstehung vorangehenden Zeichen sind hervorzuheben: das Auftreten des Mahdi, des Antichrist und Jesu. Das Erscheinen des Erdtieres (ein Ungeheuer), das Aufgehen der Sonne im Westen, die Entrückung des Koran in den Himmel und die Öffnung des Dammes von Gog und Magog2). 10. Liturgie. Die neue Lehre fand ihren Weg auch in die Liturgie. Als in der soferischen Zeit das Hauptgebet (tefilla) zum Mittelpunkt des Gottesdienstes wurde, sollte die göttliche Allmacht auch in der Wiederbelebung der Toten zum Ausdruck gelangen3). Die Eulogie der Auferstehung und des 1) G-OLDzmEB, Streitschrift des Gazäli gegen die Batinijja-Sekte38—92. 2) Flügel, Scha'räni und sein Werk über die muham. Glaubenslehre, ZDMG. 20, 45ff., s. auch Goldzihee, Vorlesungen 131, 186. 3) Geaetz, Geschichte II, 188 ff. Die drei ersten Hauptgebete waren ms», m-nna, Dtün mo-np. R. Hasch. IV, 5 wo das zweite den Glauben an die Auferstehung bildet. Elbogen, Der jiid. Gottesdienst 29 läßt die Eulogie D^rrötl aus der Zeit stammen, wo der Streit zwischen Pharisäern und Sadduzäern in dieser Frage im Vordergrunde stand. Darum hat schon die Mischnah angeordnet, daß man jede Eulogie statt wie bisher mit übl^H aus Rücksicht auf die Sadduzäer, die die Auf-