Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. die Toten, die das Unglück hatten, außerhalb des heiligen Landes begraben zu werden, von der Auferstehung ganz ausschließen, wozu ihn übrigens eine Weissagung des Propheten Ezechiel verleitet. „Ich werde Pracht verleihen im Lande des Lebens" (26, 20), womit offenbar gemeint ist, daß nur die Toten jenes Landes auf erstehen werden, „an welchem ich Gefallen habe". Da er mit dieser Meinung auf heftigen Widerspruch stieß, mußte er zu einer anderen Bibelstelle Zuflucht nehmen: „Er gibt die Seele dem Volke auf ihr und den Geist den in ihr Wandelnden" (Jes. 42, 5). Nun aber geschieht den im Auslande ruhenden Frommen ein himmelschreiendes Unrecht, wenn sie ohne ihre Schuld an der Auferstehung nicht teilnehmen dürfen. Man erlaubt ihnen daher, sich nach dem heiligen Lande zu wälzen, um dort aufzuerstehen. Weil dies aber eine schmerzhafte Reise wäre, wird man ihnen unterirdische Wege aushöhlen, durch welche sie bequem nach dem heiligen Lande gelangen können. Wenn aber dem so ist, wozu bemühte Jakob der Patriarch seine Söhne und Josef seine Brüder oder ihre Nachkommen mit der Überführung ihrer Leichen nach dem heiligen Lande, vierhundert Parasangen weit? Sie hätten ja bis zur Auferstehung geduldig in Ägypten warten können! Sie sahen sich aber aus zwei Gründen dazu gezwungen. Erstens wußten sie nicht, ob sie die Stufe der Frömmigkeit erlangt hatten, die berechtigt, sich nach dem heiligen Lande zu wälzen; sie wollten daher ihrer Sache sicher sein. Zweitens wollten sie sich den Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten einer so weiten Reise durch unterirdische Gänge nicht aussetzen. Jedenfalls muß aber bemerkt werden, daß diese Toten, obzwar sie sich unter der Erde bis zum heiligen Lande fortbewegen, noch nicht leben, da sie ihre Seele erst im heiligen Lande erhalten, wo diese schon vierzig Jahre vor der Auferstehung auf ihren Körper wartet. So erstehen sie eigentlich erst dort zum wirklichen Leben1). 1) Keth. Hl». Ein anderer Amoräer folgert aus ^pnto "pm auf die Auferstehung der Toten im heiligen Lande und aus "p^p** ^nb^D auf die der Toten im Auslande. t^DID mitf Targ. Sir. has. entspricht hier Gen. r. 96,5, Peß. r. 1,5 mb^ntt üttb iroi? Q-»nbNn und mb^rvn