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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1923-01-01 · Jahrbuch (1923) · p. Seite 65

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1923
Issue
Jahrbuch (1923)
Date
1923-01-01
Page
Seite 65 (sequence 69)
Language
German
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64 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. antwortet Rabbi, denn der mindeste von ihnen kann Tote lebendig machen. Als ein Diener von Antoninus erkrankte und dem Tode nahe war, verlangte er von Rabbi einen Schüler, damit er den Diener belebe. Rabbi schickte angeblich Simon b. Halafta, der den kranken Diener anfährt: Was liegst du, während dein Herr vor dir steht, worauf sich der Diener aufstellte. Der Tod war wohl noch nicht eingetreten, aber er wäre ohne Zweifel auch dann auferstanden. Bei einer anderen Gelegenheit ließ R. Hanina b. Hama den schon toten Diener von Antoninus, als dieser gerade bei Rabbi zu Gast war, zum Leben erwachen und Antoninus bemerkte: Ich weiß, daß der Geringste von euch Tote beleben könne. R. Chijja, der Zeitgenosse des Patriarchen Juda, hätte beinahe die allgemeine Auferstehung heraufbeschworen. Er stellte sich zum Gebet und als er sagte: es wehe der Wind, da wehte der Wind; es falle herab der Regen, da fiel der Regen herab. Und als er sich anschickte zu beten: er belebt die Toten, da begann die Erde sich in Bewegung zu setzen (als wollte schon die Auferstehung beginnen) und nur der energische Eingriff der himmlischen Mächte konnte den Ausbruch des verfrühten Wunders verhindern. Im Himmel wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet, die ergab, daß der Prophet Elijah das Geheimnis verraten habe, daher er, des Hochverrats überwiesen, zu sechzig Hieben mit feurigen Ruten verurteilt wurde1). Rabba und R. Zera tranken sich bei einer Purim-Mahlzeit einen solchen Rausch an, daß Rabba seinen Freund überfiel und abschlachtete. Am nächsten Tag bedauerte er natürlich den begangenen Mord, er betete und der Tote erwachte zum Leben. Nach einem Jahre lud er ihn wieder zu einem Purim-Gelage, das aber der vorsichtige Zera ablehnte mit der Bemerkung: nicht immer geschehen Wunder2). R. Chananja b. Chakinai betete für seine plötzlich gestorbene Frau und sie erwachte3). Auch Pi. Simon b. Jochai ließ bei einer Gelegenheit, als ihn ein Samaritaner mit einer Leiche irre führen wrollte, den Befehl ergehen, daß die Oberen hinab, die Unteren hinauf sollen 1) B. Mez. 85 b. 2) Megil. 7 b. 3) Keth. 62b.

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