Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. Patriarchen sagen, wenn sie dich an dein Versprechen mahnen, daß ihre Kinder so zahlreich wie die Sterne am Himmel sein werden und du willst sie jetzt vertilgen"? Derselbe R. Levi läßt Gott auf die Frage Moses', ob die Toten auferstehen werden, folgende Antwort geben: Moses, auch du lebst im Irrtum. Sagte ich dir nicht, daß ich töte und belebe (Dt. 32,39)? Da repliziert Moses: Wenn die Toten auferstehen, so betrachte es, als stünden die Väter da, um für ihre Kinder Erbarmen zu erbitten1). Auch Mohammed läßt den Patriarchen Abraham bitten, Gott möge ihm zeigen, wie er die Toten lebendig mache, und auch ihn fragt Gott, ob er denn noch nicht glaube, worauf er mit ja antwortet. Da aber sein Herz noch unsicher bleibt, läßt ihn Gott vier Vögel zerschneiden, je ein Stück auf einen Berg tragen; dann ruft er sie und sie kommen herangeflogen2). Von den biblischen Personen, die die Auferstehung entschieden leugneten, werden Esau, Hiob und Gechazi erwähnt. Da Jakob Linsen kocht, fragt ihn Esau, was dies zu bedeuten habe. Der alte (Abraham) ist gestorben, antwortet er. Auch diesen hat das Gericht ereilt? fragt er wieder. Ja. Nun so gibt es keine Vergeltung und keine Auferstehung. Nach einer anderen Version soll Jakob auf die Frage, wozu er Linsen koche, geantwortet haben: Weil mein Großvater gestorben ist und ich ihn betrauern will, damit er es wisse und mich bei der Auferstehung dafür liebe. Du Narr, sagt Esau, du glaubst, der Mensch werde auferstehen, wenn er einmal gestorben und im Grabe verwest ist?3) Esau hat an 1) Ex. r. 44,6. 7; Dt. r. 3,15. Die polemische Tendenz verraten die Worte yto rrw2 .und rtna nna t|« mm. 2) Sure 2,262; Gen. 15,9 wird die Zahl der Vögel nicht angegeben und sie werden auch nicht in Stücke geschnitten. 3) Gen. r. 63, n. Die Stelle ist dunkel, denn aus dem Umstände, daß Abraham gestorben ist, folgt noch nicht, daß es weder Vergeltung noch Auferstehung gebe. Jedoch wird es aus den Worten mtob "jbin ">d:n n2?l Gen. 25, 32 gefolgert. Es will sagen: ich gehe in den ewigen Tod. Ps. Jon. z. St. ■pnN Db3>n mn mbl. K. Levi folgert aus n-ontt TO? n-n, daß er mit (ntf) der Erstgeburt auch die Auferstehung verschmähte. Gen. r. 63,14; Targ. Jerus. z. St. Npbin öcNl &m 'nn ncm ^nan 8ttb33. Peß. r. 12; B. bathra 16 b; Tanch. Buber 63».