Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Löwinger, Die Auferstehung in der jüdischen Tradition. die Mutter das Kind gelegt, der Haut, den Nägeln, dem Blute, den Füßen, Augen, Ohren und anderen Dingen ihre Verrichtungen angewiesen habe ..., so war dies schwerer, als die Auferstehung, da ich bei der Auferstehung die Hilfe jener habe, die nicht da waren, als ich jenes schuf. Dies alles ist einst nicht gewesen und ich schuf es und was schon da war, sollte ich nicht wieder schaffen können1)? Jesus und seine Jünger mußten auch die Auferstehung den Sadduzäern gegenüber verteidigen. Diese stellten an ihn folgende Frage: Nach dem Gesetze Moses' soll, wenn einer kinderlos stirbt, sein Bruder die Witwe heiraten (Deut. 25,5). Nun waren bei uns sieben Brüder. Der erste starb ohne Kinder, da heiratete der Bruder die Witwe. Auch dieser starb ohne Kinder, da heiratet sie der dritte Bruder usw. Zuletzt starb auch das Weib. Wessen Weib unter den sieben Brüdern wird sie bei der Auferstehung werden? Jesus wich der Antwort mit der Bemerkung aus, daß die Auf erstandenen nicht heiraten, da sie den Engeln gleich sein werden2). Als Paulus angeklagt wurde, daß er die Auferstehung lehre, gaben ihm die Pharisäer Recht, aber die Sadduzäer sträubten sich dagegen, indem sie behaupteten, es gebe keine Auferstehung, keine Engel und keinen Geist3). An die Thessaloniker schreibt Paulus: Wir wollen nicht, daß ihr in Ungewißheit bleibet über die Schlafenden, daß ihr nicht traurig seid, wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen4). Die Polemik der 1) Kohut, ZDMG-. 21, 579. Bertholet, Festsehr. Andreas 54. 2) Matt. 22,24—30; Mark. 12,18; Luk. 20, 27. Die Sadduzäer wollen liier — sagt Geiger — nicht bloß die pharisäische Xiehre von der Auferstehung, sondern auch die von der Leviratsehe verspotten, da sie es auch da wie in der Auferstehungsfrage mit den Samaritern halten, ZDMG-. 20, 560. Die Evangelisten scheinen sich hier den Sadduzäern zu nähern, da sie den Auferstandenen einen verklärten Körper geben und so sich gegen die fleischliche Auferstehung erklären. Hamburger, Real- Encycl. I, 131. 3) Prax. 23, 8; 26, 8. 4) I Thess. 4,13—14. Es hat sich auch in der Bibel ein Wort gefunden, woraus man angeblich die Auferstehung Jesu mit Sicherheit f