Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1917)
- Issue
- 3-4 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Hlenora, DuDidschifd und Salomes Sieget1) Von Rabb. Dr. B61a Vajda, Losoncz. Kos jeschuot, der Kelch des Heils, und der Oelbäum zweig, das Zeichen des Friedens, scheinen die ältesten Symbole Israels gewesen zu sein. Erst in der zweiten Periode des jüd. Staatslebens, mit den Makkabäern, tritt die Menora, der siebenarmige Leuchter des Heiligtumes, als Wappen des Judentumes auf, sie wird bald das allgemeinste und ist auch nach der Zerstörung des Tempels noch lange Zeit üblich geblieben. Mit Bestimmtheit können wir hingegen behaupten, daß das Penta- und Hexagramm während des jüdischen Staatslebens und auch in der talmudischen Zeit als Symbol des Judentums vollkommen unbekannt war. Außerhalb der jüdischen Welt aber haben diese beiden Zeichen eine unabsehbar lange Geschichte, wir können sogar behaupten, daß diese interessanten geometrischen Figuren schon in der vorgeschichtlichen Zeit bekannt waren. Ihre Geschichte führt uns durch die gnostische und pythagoräische Philosophie zur Magie der Aegypter, von dort verzweigt sie sich einesteils in die Kultur Perus und der Hindus, andernteils nach Babylonien, in die Weisheit der Chaldäer. Die meisten Forscher stimmen darin überein, daß das Zauberwesen der Aegypter und der Chaidäer aus einer Quelle stammen. Dies können wir als eine feste Tatsache annehmen, aber ebenso gewiß ist es, daß diese aus einer Quelle stammenden zwei Richtungen später einen direkt entgegengesetzten Weg genommen haben und so mit der Zeit vollkommen verschieden geworden sind. In Aegypten herrschte die Magie, Babylon aber — wie es schon der Prophet Jeremia nennt — war das Land der Zauberer. Zauberwesen und Magie sind aber verx) Anmerkung des Herausgebers: Zu meinem Aufsatze „Ein altes Symbol in neuer Beleuchtung" im „Jahrbuch für jüd. Geschichte und Literatur" 1901 bot ich in diesen „Mitteilungen" Heft X (1902) S. 137 fg. Ergänzungen, in denen, wie ich sehe, sämtliche bisher über den Magen David aufgestellten Vermutungen erwähnt werden. Nur drei Daten sind, als für den Gegenstand wichtig, nachzutragen : Lidzbarski, Ephemeris II 145 bringt eine hebräische Inschrift aus dem VII. Jahrhundert ante mit dem Davidschild, Jewish Quart. Review 1902, p. 111 weist ein solches auf dem Grabstein eines Leon ben David (!) in Tarent aus dem III. Jahrhundert nach. Ich selbst fand es, außer dem Pentagramm, auf der Stadtmauer Jerusalems, vielleicht erst aus islamitischer Zeit. Auch sei darauf hingewiesen, daß unter den „Fragen, welche beim peinlichen Kriminalgericht dem Philipp Lang vorgelegt wurden" (i. J. 1609, vgl. Bondy, Zur Gesch. der Juden in Böhmen II S. 812 Nr. 1033) eine lautet: „wo er das Sigillum Salomonis, so ihm der Seligman Jud gegeben, hingetan?" usw. Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1918, 3—4. 3