Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 18 (1915)
- Issue
- 3-4 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 71 — arbitieren und nach der Billigkeit schätzen sollen. Da wir beide nun den fünfzigsten Teil von diesem Prozeß auszumachen haben, so wollen (wir) uns die Freiheit nehmen, Sie, meine Herren, zu Arbiträrs vorzuschlagen und, um alle Weitläufigkeiten zu vermeiden, auf Ihre Dezision zu kompromittieren. Die Sache ist diese: Durch unsere Bemühung ist ein Schidduch [Heiratsvermittlung] und ein [Vergleich] zustande gekommen, zu jenem werden sich in [vier Jahren, so Gott will, vor der Trauung — zum Glücke sei sie! —] Kompetenten genug von aller Orten zusammen finden. Für unseren Teil machen wir wenig oder gar keine Rechnung daraut. Hingegen am [Vergleich] hat außer uns niemand Anteil gehabt. Dem Kodex zufolge sind die Gebühren die von 2 pc. von der eingeklagten Summe. Wir setzen, die ausgeklagte Summe wäre 70000 Taler im guten Gelde, so wären die Vergleichsgebühren auf jeder Partei 1400 Taler. Es heißt aber zugleich im Kodex, wenn die Summe allzu groß ist, soll sie von dem Richter moderiert werden. Wir unterwerfen daher Ihrer Dezision, ob die Summa allzugroß heißt, und wenn dies wäre, so unterwerfen wir uns Ihrefr] Moderation. Wir unterstehen uns, einer jeden Partei ein solches Promemoria zu überreichen, weil wir mündlich gewohnt sind, nur vor anderen das Wort zu führen. Berlin [Montag, Ereb Roschchodesch Adar I, 5509 (=1749)]. Mosche Dessau, Schelomo Salman. 2) Zur jüdischen Namenkunde. Aus einem Briefe des Herrn 3. Cassuto, Hamburg. ... In Ihrem interessanten Werke „Portugiesengräber" findet sich unter der Nummer 943 ein Tiorniel Jesurun aufgeführt. Schon gelegen -ch der 1902 stattgehabten Exhumierungen auf dem Altonaer Portugiesenfriedhof war mir jener seltene Name aufgefallen, den ich nirgends unterzubringen vermochte. Nur unter den von Luzzato herausgegebenen Grabschriften aus Toledo fand ich auf pag. 52 den etwas ähnlich lautenden Namen Turiel. In jüngster Zeit hat nun Herr Leopold Jessurun die Vermutung aufgestellt, man müsse Tio (Onkel) Reuel Jesurun lesen. Dieser R. J. sei identisch mit einem bekannten Dichter, früheren Mönch, Paul de Pina. Ich habe daraufhin die Grabschrift noch einmal genau studiert und finde, daß sie anders gelesen werden muß. Das, was für ein „nw angesehen worden war, ist in Wirklichkeit ein „ha mit welchem Buchstaben wir Sepharadim das hebräische J? wiederzugeben pflegen. So schreibt man bei uns z. B. Homer und Harbit für 'Omer und