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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1912-01-01 · 3 (1912) · p. Seite 83

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
15 (1912)
Issue
3 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 83 (sequence 11)
Language
German
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— 83 — an all das Gute, das er in den 33 Jahren seiner Amtstätigkeit jedem "erwiesen hat. Mit Samuel, dem Propheten, dem Sohne des Elkana ( - „Gott hat erworben"), hatte der Verstorbene nicht nur den Vornamen, sondern auch die fromme Herkunft gemeinsam. Sein Land (Amtsbezirk) hat er gegen ein anderes vertauscht, in dem ihm selige Freuden zuteil geworden sind. Er verdient einen Nachruf, denn, so heißt es in den Sprüchen der Väter: wer die Tora ehrt, „dessen Leib" sogar verdient Ehren, wie K. Jonathan (Eibenschütz) nieint, selbst wenn die Seele ihn verlassen hat. Auf den Sarg des Königs Iliskija, der die Torakundigen ehrte, legte man nach der Ueberlh'ferung eine Torarolle mit den Worten: „Der eine hielt, was die andere fordert"1). Auch der Verstorbene hat nicht nur die Tora, sondern auch ihre Vertreter geehrt. Somit gebührt ihm zwiefache Ehrung. Von Samuels Tod und Leichenbegängnis wird (I. Sam. 28,3) berichtet, nachdem schon früher (Kap. 2o,l) davon die Reue gewesen war (vgl. Kasein und David Kamehi). Der Aufhellung dieser dunklen Stelle gelten die folgenden Ausführungen. Die Wiederholung der Erwähnung der Leichenklage um Samuel hat nach R. Josua beu Lewr den folgenden Grund. Es heißt von Josua: sie begruben ihn an dem Berge Gaaseh (=^ Sehelten). Der Berg sehalt sie nämlich, daß sie für Josua keine Leichenfeier veranstalteten. Hierdurch gewarnt, hat das Volk Samuel eine solche gewidmet, wenn auch nur aus Furcht, nicht, wie es sich gehört, dem Toten zur Ehre und den Lebenden zur Mahnung. Hierzu bemerkt II. Josua b. Lewi: Wen eine Sehlange gebissen, erschrickt, schon beim Anblick eines Seils-). Von ihm rührt auch der Ausspruch her: Wer sich in der Totenehrung lässig zeigt, verdiente lebendig 1 >egra b en z u we r< 1 e 11 "5). Alles, heißt es im Talmud, ist zu ersetzen, nur der Gelehrte (Talmid ehakam) nicht. Und wenn auch betont wird: als K. Akiba verschieden war. wurde Kabbi geboren, kaum war dieser tot, Kaba usw., wie, als Kloses Sonne unterging, schon die Josuas aufstieg4), — so ist doch, an Mose als Sonne gemessen, ein Josua nur mit dem Monde zu vergleichen. Und wie schwer fällt es heutzutage, für einen Gelehrten, wie den Verstorbenen, vollgültigen Ersatz zu finden! Jesaja klagt (o7,l): .,Der Gerechte geht dahin und niemand nimmt es sieh zu Herzen, die Liebe spenden, werden hingerafft, und keiner merkt, daß wegen der Schlechtigkeit (der Welt) der Gerechte hingerafft wird. Er geht ein zum Frieden, (wo) sie ruhen auf ihren Ladern. — der wandelt in seiner Geradheit." Diese © J) Kaba k. 17a. 2) Midr. Samuel c. 23. :,i .Schabbat 105b. 4) Joina 38b; Midr. r. Gbajje Sara.

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