Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 38 - Paul Lehmann, Akabjahs Ruf. Halle a. S. 1911, Otto Hendel. M. 3.—, geb. M. 4.—. Vor nicht langer Zeit erschien des Verfassers „Akabjah". In einer Sprache, die an Hiob sich gebildet, wurden schöne Gedanken über das Säen in die Ewigkeit vorgetragen. Den Erfolg bekundet die soeben herausgegebene 4. Auflage. Noch reifer, gegenständlicher spricht Lehmann in dem neuen Buche. Für jedes Leid hat er ein tröstend Wort und das Beste, was für jede Trauer zu sagen ist, ist hier am schönsten gesagt. Das Buch verdient ernste Leser. Jugendbücher. 1-5. Berlin 1911. Verlag Ullstein & Co. Otto Ernst, G. Falke, Wolzogen u. a. moderne Autoren behandeln in diesen reich illustrierten Mark-Büchlein den alten Gulliver, die deutschen und klassischen Sagen, den Lügenmeister Münchhausen usw. Das Prinzip, das gute Alte immer wieder in neuer anziehender Form zu bieten, verdient alle Anerkennung. R. Oskar Stein, Erzählungen aus der Gasse. Prag 1911. Rieh. Brandeis. Erbauliche Ausschnitte aus dem Leben kleiner jüdischer Judengemeinden. Rud. Eucken, Können wir noch Christen sein? Leipzig 1911, Veit & Co. M. 3.60, geb. M. 4.50. Eucken kommt zu dem Ergebnis, daß keine der gegenwärtigen Kirchen ein Christentum verkörpere, dem eine Zukunft sieher sei. Dem Kerngedanken des Christentums aber, den er in der Umkehrung der AVeit und in der Rückkehr zur Welt mit erhöhender Wirkung erkennt, spricht er Ueberlegenheit über Judentum, Buddhismus sowie die freischwebende Religiosität zu, die sich heut im Gegensatz zum Christentum hier und da entwickelt. Eucken fordert zur Gewinnung jenes Christentums der Zukunft unbedingte Wahrhaftigkeit. Die spricht auch aus jedem seiner Worte. Daß er dem Judentum nur einen zurückgesetzten Wert zuerkennt, den die weltgeschichtliebe Entwicklung durch das Christentum überholt habe, liegt an seiner mangelnden Kenntnis der Religion der Propheten. Hermann Cohens religionsphilosophische Arbeiten bieten im Judentum Ausblicke, die den Anforderungen Euckens an eine Religion der Zukunft genügen dürften. X. Gr. Cirot, Rechereh.es sur les Juifs expagnois et portugais a Bordeaux. Bordeaux 1909, Feret et Fils. P. I. Das Buch stellt nicht nur wichtige Aktenstücke, Grabschriften usw. über den Gegenstand zusammen, sondern sammelt auch Sprichwörter und Redewendungen aus dem Leben der Gegenwart, die es als Beitrag zur jüdischen Volkskunde schätzen lassen. Wiesbadener Volksbücher. 143—148. Heinr. Staadt, Wiesbaden. Mit diesen zu 10 bis 30 Pfennigen in ausgezeichneter Ausstattung käuflichen Bändchen erwirbt sich der Wiesbadener Volksbildungsverein ein Verdienst um das ganze deutsche Lesepublikum. Daß auch Kompert, Mosen, Silberstein vertreten sind, verzeichnen wir mit Befriedigung. R. Engelbert Hegaur, Memorial - Buch des Hans von Schweinichen. München 1911, Albert Langen. M. 4.50, geb. 6.—. In diesen Memoiren lebt das 16. Jahrhundert vor uns auf. Ein scharf umrissenes Kulturbild in meist recht düsteren Farben, in dem der Rausch eine Hauptrolle spielt. Das Buch liest sich Dank der glücklichen Auswahl und guten Ausstattung flüssig. R. Turner P. M., Van Dyck. Uebers. v. A. Fliegel. Berlin 1911, Schles. Veiiagsanstalt (vorm. Schottländer). M. 2.—. Dieser XL Band der Sammlung farbig illustrierter Künstlermonographien zeigt die Vorzüge der früheren. Klare Darstellung ohne Weitschweifigkeit, gute Wiedergabe passend gewählter Proben und einen spottbilligen Preis.