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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1909-01-01 · 3 (1909) · p. Seite 95

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
12 (1909)
Issue
3 (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 95 (sequence 31)
Language
German
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- 95 — Bücherschau. Vergleichende Volksmedizin. Eine Darstellung volksmediziniseher Sitten und Gebräuche, Anschauungen und Heilfaktoren, des Aberglaubens und der Zaubermedizin. Unter Mitwirkung von Fachgelehrten herausgegeben von Dr. 0. v. Hovorka und Dr. A. Kronfeld. Mit einer Einleitung von Prof. Dr. M. Neuburger. Mit 28 Tafeln und etwa 500 Textabbildungen. In zwei Bände geheftet M. 22.40, gebunden (Halbfranz) M. 28.—. Verlag von Strecker & Schröder in Stuttgart. In diesem monumentalen Werke wird zum erstenmal auch dem Laien die Bedeutung eines Gebietes klar, dem wir in unseren „Mitteilungen" wiederholt größere Aufsätze, ja ein ganzes Heft („Aus Hausapotheke und Hexenküche", Heft V\. gewidmet haben. Auf die jüdische Volksmedizin wird nicht eingegangen. Überhaupt ist von jüdischen Gegenständen nur die Beschneidung in einem besonderen Kapitel behandelt. Es ist ein Verdienst der Autoren dieses Werkes, daß sie nicht achselzuckend oder geringschätzend über die einzelnen Volksheilmittel zur Tagesordnung übergehen, sondern gewissenhaft vom ärztlich-wissenschaftlichen Standpunkt jedes Mittel prüfen, vor schädlichen warnen, die nützlichen als solche empfehlen. Denn nicht alles ist schlecht, was die jahrhundertelange Empirie in der Volksmedizin geschaffen hat. Wir behalten uns vor, in einem anderen Zusammenhange im einzelnen diese Leistung zu würdigen, die jeder Folklorist mit Freuden begrüßen wird. A. Im Verlage von Herrn. Seemann Nachf. sind soeben erschienen: Morris Rosenfelds „Lieder des Ghetto", übers, von B. Feiwel, mit Zeichnungen von E. M. Lilien, 6. Aufl., 141 S. M. 3.50, ein Werk, dem die rasche Folge der Auflagen bei solchem Gegenstande das beste Zeugnis redet, und ein spottbilliger „Jüdischer Novellenschatz" in dem Th. Zlocisti mit Takt und Umsicht das Beste vereint, was uns auf diesem Gebiet bisher beschert worden ist. Den vorliegenden vier ersten Bänden (Prinzessin Sabbath, Tante Guttraut, Ruehele und Streik der Schnorrer) sollen in nächster Zeit sechs weitere folgen. Wir erwarten sie mit Spannung. R. Reichert, H., Die deutschen Familiennamen nach Breslauer Quellen des 13. und 14. Jahrhunderts (Wort und Brauch, herausg. von Th. Siebs und Max Hippe, 1. Heft), Breslau 1908, M. und H. Marcus, 192 S. M. 6,40. Eine für ähnliche Arbeiten mustergiltige Studie. Ein Blick auf die männlichen und weiblichen Taufhamen (S. 6ff., 30ff.) zeigt von neuem, wie erwünscht eine solche Behandlung der jüdischen Personennamen wäre. Unter den Ubernamen begegnet (S. 112) ein „Judenfint". R. Kann, J. H., Erez Israel. Köln u. Leipzig 1909. Jüdischer Verlag, VIII u. 185 S. nebst 2 Karten u. zahlreichen Abbildungen. In flüssiger Darstellung schildert der Verfasser seine Reiseeindrücke, die hauptsächlich für .die Beurteilung der jüdischen Kolonien in Palästina von Belang sind, im Übrigen den Rahmen des eigentlichen Palästina weit überschreiten. Solche objektiv gehaltene Schilderungen sind geeignet, über den gegenwärtigen Zustand von Land und Leuten anschaulich zu unterrichten und durch das Anekdotenhafte dem Interesse des Lesers näher zu rücken. Die Abbildungen lassen zum Teil an Deutlichkeit zu wünschen. Dr. W. Schechter, S., Studies in Judaism. 2. series. London 1908. A. & Ch. Black, XI und 362 S. Eine Sammlung von Aufsätzen, die Schechter zum Teil bereits in englischen und amerikanischen Zeitschriften über das Studium der Bibel und des Talmuds, über Ben Sira und seine Zeit, über die Geniza in Kairo, über Glückel von Hameln und einige Kabbalisten veröffentlicht hat. Beachtenswert ist besonders die Stellung, die Sch. der Bibelkritik gegenüber einnimmt (S. 35 ff.) und die Studie über Safed, die Hochburg der Kabbala. Jede Seite sprüht Geist und Leben. L.

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