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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1909-01-01 · 1 (1909) · p. Seite 32

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
12 (1909)
Issue
1 (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 32 (sequence 35)
Language
German
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Z. nicht überein. Hätte er Erscheinungen wie Mose oder Maimonides, in den Kreis seiner Betrachtung gezogen, so wäre seine Auffassung der jüdischen Idee anders ausgefallen. Das Buch fesselt auf jeder Seite. X. Schnitzler, Arthur, Der Weg ins Freie. Berlin 1908. L. Fischer. War es immer wie heute? Ich kann das Geschlecht nicht hegreifen! Nur das Alter ist jung und ach, die Jugend ist alt. An den guten Schiller denkt man vor diesen Juden Schnitzlers, wie versichert wird, lebenswahrer Typen eines gewissen Wiener Judentums. Unter den Vätern und Müttern manches Herzerfreuende. Uber den Jungen aber hängt es wie Novemberhimmel. Keine Sonne, kein Ausblick, kein Weg ins Freie. Das Judentum als Lehre und Leben ist für sie tot. Hie und da glimmt höchstens ein schüchternes Fünkchen Pietät. Zukunftsträume, daran entzündet, erhitzen mit ihrem Flackerfeuer edle Herzen zu achtunggebietender Selbstwehr. Mitleidsvoll zeigt sie uns so der Dichter. Keine Miene verrät, welche Resonanz die Judeufrage selbst in seiner Seele findet. Im Einzelnen bietet er manche beherzigenswerte Wahrheit. X. Biegler, R., Das Tier im Spiegel der Sprache. (Neusprachliche Abhandlungen, herausgegeben von CL Klöpper-Rostock), Dresden und Leipzig 1907. C. A. Koch (H. Ehlers). VIII und 298 Seiten. Mk. 7.20. Mit großem Fleiß wird vom Verfasser alles einschlägige Material über 19 Säugetiere, den Vogel im allgemeinen, 19 Vogelarten im besonderen, ferner über die Schildkröte, Eidechse, Schlange, den Frosch, die Kröte, den Fisch im allgemeinen, 3 besondere Fischsorten und 14 Insekten, schließlich über den „Wurm" im allgemeinen zusammengestellt Für die Volkskunde ergibt sich eine reiche Ausbeute. Das Buch wird jedem Leser Anregung und Belehrung bieten. X, Jahn, H., Bilder aus dem alten Israel. Mit einem Vorwort von Fr. Buhl. Autorisierte Uebersetzung von 0. von Harling. Dresden 1908. C. L. Ungelenk. V. und 130 S. Ein Bewunderer der Geschichte Israels, eine Geschichte, „deren letztes Blatt manches Mal umgewendet zu sein schien, deren allerletztes aber doch erst zusammen mit dem letzten der ganzen Welt gelesen werden soll", schildert hier, historische Daten mit sinnig waltender Dichtung ergänzend, das Schicksal der Tochter Jephtahs, Rispa, König Usia, König Josias Zeit, Serubabel, Mariamne, Simeon und Rabbi Akiba. Der Verfasser zeigt sich seiner Aufgabe vollauf gewachsen. R. Müller, W., Beiträge zur Geschichte der mährischen Judenschaft im 17. und 18. Jahrhundert. Olmütz 1903. In Kommission bei Otto Harassowitz, Leipzig. 198 S. M. 5.—. Der Verfasser behandelt in acht Kapiteln: Die Königlichen Städte und die mährische Judenschaft. Die Konskription und Separierung der Judenschaft im Jahre 1727. Die Paradiesapfelsteuer. Die General-Polizei-Prozeß- und Kommerzialordnung des Jahres 1754. Abraham Schaye Anspitz und Hersehl Lewi. Judentaufen in Mähren unter Maria Theresia. Die Wahlen der mährischen Oberlandrabbiner von 1723—1789. Wie das Toleranzpatent für Mähren entstand. An Schopenhauers Warnung erinnert das „selbstverständlich" in der Behauptung (S. 5): „Diesem Judenhasse der Christen steht selbstverständlich ein ebenso starker Christenhaß der Juden gegenüber, der zwar selten in äußeren Tathandlungen nachzuweisen ist, aber ebenso als Merkmal der jüdischen Volksseele betrachtet werden muß wie der Christen Judenhaß." Fehlt leider nur — der Beweis. Wenn der Verfasser von diesen Beiträgen zur jüdischen Geschichte hofft, daß sie „für einen zukünftigen Historiker als Bausteiee nicht ohne Wert sein werden", so ist diese Erwartung durchaus berechtigt. Die mitgeteilten Akten bieten besonders der Kultur- und Finanzgeschichte der mährischen Ghetti wertvolle Aufschlüsse. M. E. Haberland, Leipzig-B.

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