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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 4 (1907) · p. Seite 129

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
4 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 129 (sequence 35)
Language
German
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— 129 — 107) D"p Fallsucht eines Kindes zu heilen: Verbrenne ^EKS Wurzel zu Asche und gib sie ihm mit gutem Wein zu trinken. 108) 2"bp Für ein Kind, das „Herzgespan" hat: Nimm das Kraut „ßota", zerstosse es ganz fein und gib es ihm mit Wein zu trinken. — Gilt auch für Erwachsene. 109) t/7Dri Der Smaragd, der die sinnliche Gier abkühlt, wird besonders bei den leidenschaftlichen (D^ID) Aethiopiern gebraucht. Bei einem Excess bricht und spaltet sich der Stein. Ein grosser Fürst in jenem Lande zog einst ins Feld und steckte als Prüfstein der Treue seiner zurückbleibenden Gattin einen Smaragd an den Finger. Als er heimkehrte, fand er den Stein gesprungen. 110) n7/Dn Karfankel zu prüfen. 111) tD"Sll Er erleuchtet die Augen. Pulverisiert und ins Essen oder Getränke gemischt, gibt er vorzügliches Gedächtnis und grosse Geisteskraft. 112) y'jtP Gegen Schrecken: Verbrenne einen Zahn von einem Bären oiler einen Bart von einer Ziege oder einem „Bock" vor dem Bett. 113) Oder: Hänge ihm an den „Sack" eines schwarzen Hahnes. 114) nuDp Für einen Knaben, auf den eine Angst gefallen ist. Nimm „Trachenblut", Galbanum, Weihrauch, Bibergeil, „Neunbrüderblutlt, (Bolus?), 'tDIKtantD ,piö^p'ö ,runXÖ ,y^1V ö (Theriak?) (Jalappe?), „Berbittenholz", und räuchere damit. Wenn ihm aus irgend einer Ursache die Sprache genommen ist, nimm „Kienruss" und Salz und stosse es fein, gib es in scharfen Essig und mache daraus eine „Salbe". Streiche damit ringsum den Hals und unter das Kinn und in den Mund, sowie unter die Zunge. 115) rf'DW Für das Gedächtnis: Nimm 2 „Löffel voll" Olivenöl, 4 „Löffel voll Rosenwasset'*, menge dies tüchtig und wasche damit an jedem Morgen den Kopf, dann behältst du, was du in der Kindheit gelernt hast, bis ins Greisenalter. 116) V'DCy Oder: Wenn die Mandeln (D^) reifen, wie bei uns im Monat Elul, gehe allein zu einem Mandelbaum. Ein mnemotechnisches Zeichen: (Gen. 35,6) n"iV? 2pv Xm. Sprich 3 mal -p2"I rDffK vh bis TOP HD2 (Ps. 119, 9—16) und nachher sprich: X1?"^, ehrwürdiger Name, es möge Dir gefallen um Deiner Herrlichkeit willen, dass diese Mandeln, die ich von diesem Baum sammele, dazu dienen, dass ich im Gedächtnis behalte alles, was ich lerne und was ich höre. Amen, selah. Alsdann nimm mit grosser Andacht 283 (der Zahlenwert sikkaron-Gedächtnis) Mandeln und iss davon am Morgen vor dem Frühstück sogleich nach dem Gebet immer 9 Mandeln, bis die ganze Summe aufgezehrt ist,also 32 Tage lang und vor dem Genuss sprich jedesmal: Es möge Dir gefallen, der Du thronst auf dem Throne des Erbarmens, dass du — Dank den Mandeln — keine Art des Gedächtnisses mir entziehest und ich auch (nNZ im Zahlenwert 1,uh) nichts vergesse. Gelobt seist Du, Herr, der Du die Tora gegeben Deinem Volke Israel!" Hierauf sprich an jedem Sabbatausgang nach der Habdala: Fp^ F)";^ und alsdann rezitiere 10 mal: &2ZT\ irP^K und sprich den obigen Segensspruch. 117) V'ÜW Den Verstand zu öffnen (im Namen R. Akibas): Schreibe auf ein Blatt der reinen Myrthe folgende heilige Namen und lege sie in guten, unverdächtig koscheren Wein, mache darüber am Sabbatausgang Habdala und Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Heft XXIV. 9

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