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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 4 (1907) · p. Seite 111

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
4 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 111 (sequence 17)
Language
German
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— 111 — Während des 30jährigen Krieges mussten die Frankfurter Juden ebenso wie die Christen schanzen. Es wurde ihnen der Bau einer Bastion am Allerheiligenthor angewiesen, wobei die jüdischen Baumeister das Anerbieten des Eates, einen Teil der Arbeit auf ihre Kosten durch Soldaten ausführen zu lassen, ablehnten, da die Gemeinde lieber selbst daran arbeiten wollte. (Bürgermeisterbücher 1832. Aug. 21 u. 23; 1633. Oct. 3. vgl. Kracauer in Zeitschr. f. d. 6. d. Juden in Deutschland, III. S. 371). Auch aus Travnik (Bosnien) wird berichtet, dass dort bei der Erbauung der Synagoge im Jahre 1863 die hervorragendsten Gemeindemitglieder persönlich Steine und Ziegel herbeischleppten. (Jew. Encycl. XII. S. 237.) Bildhauer. S. diese „Mitteilungen" 11,80. Von Alberti's Apostelstatuen für eine Kirche spricht Klein's Jahrbuch III S. 54. (Frdl. Mitteilung d. Hn. Dr. Grunwald.) Bildschnitzer. Im I. Nachtrag war von den Arbeiten des jüdischen Bilderschnitzers Samuel Goldbaum die Rede, der sich 1830 in Bromberg niederliess. Siebenundvierzig Jahre später hören wir wieder von einem Bilderschnitzer Goldbaum in Thorn, dass er in der 1877 eingeweihten Synagoge in Allenstein die heilige Lade „mit reichhaltigem vergoldetem Schnitzwerke in allen Teilen geschmackvoll und kunstgerecht dem Bau angemessen" ausführte. Dieser Goldbaum dürfte vielleicht ein Sohn Samuel Goldbaums gewesen sein. (Zeit. d. Judent. 1877. S. 655.) Goldbaum aus Bromberg lieferte auch das Tabernakel für die Synagoge in Tilsit. (Zeit, d. Judent. 1842. S. 410.) Diamantenschleifer. Im Jahre 1618 wurde die Mutter des Diamantenschleifers Montezinos auf dem Amsterdamer portugiesischen Friedhof begraben. (De Castro Keur van Gravsteenen 21. 6. Färber. Ein vom Magistrat der Stadt Kiel 1766 aufgenommenes Protokoll über alle sich dort aufhaltenden Juden (6 Familien) führt den „Kirchenbedienten der Juden" Daniel Jakob an, als „seine Frau: Rosetta Daniels". Sie hatten zwei Töchter: Malcha, 6 Jahr, und Schönchen, 3 Jahr alt. Wenn er keinen Dienst in der Gemeinde zu versehen hatte, unterrichtete er die Leute auf dem Lande in Preetz und auf den adeligen Gütern im Schönfärben. (Stern, die israel. Bevölkerung der deutschen Städte. II. Kiel. S. 14.) Stieker. Eine ausserordentlich fleissige Stickerin finden wir in der Frau des aus Frankfurt stammenden Mannheimer Klausrabbiners Samuel Kohen Schotten, Simchele, die vorher mit B. Mosche Bacharach (Sohn des Mannheimer Vorstehers Simon Bacharach) verheiratet gewesen war. Sie hat nicht weniger als zwölf Toravorhänge verfertigt, um sie der Synagoge in Mannheim als Geschenk zu überweisen. Simchele starb am 18. Oktober 1806. (Löwenstein, Gesch. d. Juden

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