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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 4 (1907) · p. Seite 104

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
4 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 104 (sequence 10)
Language
German
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— 104 — sagt, „dass später, wahrscheinlich durch spezielle Verleihung des Befugnisses durch die Landesstelle, mehrere Ausnahmen von dieser Regel bewilligt wurden". (Scari, System. Darstellung der in Betr. der Juden in Mähren erlass. Gesetze. Brünn 1835 S. 146.) Unter den vor der Inquisition aus Spanien und Portugal nach Bordeaux geflüchteten „Neuchristen" wird gegen Mitte des 16. Jahrhunderts der „monnayeur" Jehan Isaac genannt. (Malvezin, Hist. des Juifs ä Bordeaux 104.) Es sind sowohl im ersten wie auch im zweiten Artikel eine ganze Anzahl Graveure genannt worden, die für Könige von Schweden arbeiteten. Auch der erste Jude, der nach der Vertreibung der Juden aus Schweden (1685) dort, unter Gustav III wieder das Bürgerrecht erhielt, war ein Graveur mit Namen Aron Isak. (Di\ B. K. in „Oesterr. Wochenschrift". 1897, S. 638.) Konnte bisher von jüdischen Graveuren in England nicht gesprochen werden, so wird doch wenigstens ein solcher genannt, der freilich aus Deutschland stammt und gleichzeitig auch Rabbiner, Chasan, Schochet und Mohel der eben erst entstandenen Liverpooler Gemeinde war. Es war dies der wohl, ebenso wie sein Vater Eliakim Getz (Götz), aus Strelitz stammende Benjamin Eliakim Tates. Er zog zuerst als Siegelstecher im Lande umher und liess sich endlich als Graveur und Goldarbeiter in Liverpool dauernd nieder, wo eines starb. (Jew. Encycl. XII S. 589.) Wie wir unten von jüdischen Goldarbeitern in Szegedin hören werden, so gab es dort auch jüdische Siegelstecher, immer mindestens einen, und es ist charakteristisch dafür, auf welche Weise früher die Juden häufig, wie wir schon wiederholt gesehen, eine Kunst oder ein Gewerbe erlernten, dass der gegenwärtig dort arbeitende jüdische Graveur Salomon Seelenfreund niemals einen Lehrmeister hatte, erst im Alter von 20 oder 22 Jahren sein Talent entdeckt hat und jetzt sehr schöne Arbeiten liefert. (Gef. Mitt. des Herrn Dr. Imanuel Low.) Ueber jüd. Graveure in Königsberg s. noch Jolowicz, Jud. i. Kgsb. 75 f. G. Wolf (Studien zur Jubelfeier der Wiener Universität) führt (S. 91) einen Bericht der nied.-öst. Eegierung vom 2. Jan. 1700 über die Leistungen der Söhne des Philipp Abraham an. Der eine gravierte in Stahl, der andere in Stein und „Antiquen". (Gef. Mitt. des Herrn Dr. Grunwald). Ueber den Graveur Poss in Triest s. unten. Goldschmiede. Wurden im I. Nachtrage Verordnungen angeführt, die es als sicher erscheinen lassen, dass sich im 18. Jahrhundert in Preussisch-Schlesien jüdische Goldschmiede vorgefunden haben, so gilt das Gleiche auch für das oesterreichische Schlesien, resp. Mähren. Hier war zwar die Verfertigung von Waffen sowie Gold- und Silberarbeiten den Juden durch eine „höchste Erschliessung" vom 18. Mai 1709 verboten und dieses Verbot in Bezug auf die

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