Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 2 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- 56 — der politischen und religiösen Parteinngen ahspielt. Alle genet/lichen und ungesetzlichen Mittel werden aufgeboten. Kompetenzeiuwendungen und formale Winkelzüge. Darlehen an den geldbedürftigen König, Fraueu und Beichtväter zu Hilfe genommen, die königlichen Dekrete bleiben wirkungslos, bis endlich der achtjährige Streit durch einen Ausgleich beendigt wird, in dem die Juden ihn; Häuser und ihre Synagoge durch Zahlung einer beträchtlichen Summe retten, die den Jesuiten "den Ankauf anderer Häuser ermöglicht. Hie Beweglichkeit der jüdischen Vermögen illustriert die Geschiente des Kmporkommens und Verfalles der hervorragendsten Familien. Isak Naehmauowicz, durch Darlehensgeschäfte und Pachtung von Zöllen und Mauthen zu Reichtum und Kinflnss am Königshtffc gelangt, lässt durch einen italienischen Baumeister um löHl eine Synagoge im gotischen Stile erbauen. Von seinen Söhnen ist Mardochai der Gründer des Spitals, der Armenherberge und zahlreicher milder Stiftungen. Nachman ist Geschäftsmann wie .^ein Vater. Nach Na'chmaiis Tode führt seine energische Witwe (gest 1637) die Geschäfte weiter und vermehrt das Vermögen. Um ihre Gestalt (die ytldau Moise^ hat die Phantasie des Volkes einen ganzen Ijegendenkranz, in dem auch der Märtyrertod