Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 2 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2638044-2638053-2638055--0416-2638607- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
.'),) ♦Tsto Teil ist der Topographie der jüdischen Ansiedelung gewidmet. Zuerst hatten sich die Juden in der Krakauer Vorstadtfestgesetzt. Von hier drangen sie allmählich in die innere .Stadt ein. und gegen des Kude des Jahrhunderts finden sich zwei vollkommen selbständige Gemeindon. so scharf voneinander geschieden, dass noch heute, ohwohl ihre Vereinigung längst erfolgt ist, unter den niederen Klassen ein derartiger sozialer Antagonismus besteht, dass weder ein Jude aus der Vorstadt in die .Stadt übersiedelt! noch umgekehrt. l-*ie städtischen. Juden gelten bei den VojStädtern als geistig beschränkt, wogegen sie den letzteren Mangel au Reinlichkeitssinn vorwerfen. Hin spannendes Kapitel voll dramatischer Wechseltalle bildet der Kampf mit den Jesuiten, die im Anfange des 17. Jahrhunderts auf die Behauptung gestützt, die Stadtgeuacinde habe den Platz, auf dem der grösste Teil des städtischen Ghettos stand, an die Juden verkauft, ohne hiezu berechtigt gewesen zu sein, diesen für ihre Niederlassung zu erlangen suchten. Dieser von beiden Seiten mit der grössten Hartnäckigkeit geführte Kampf bietet ein klassisches Bild der Prozessführung jener Zeit, die sich auf dem Hintergrunde