Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 2 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Boris Schat/ Werke im Museum der Gesellschaft für jüdisehe Volkskunde in Hamburg. Von Prof. Hu r. Schatz. Original hebräisch. S;i\i h;i t se tu p fan g. Kuh*- Jüdin breitet ihn» Hände segnend üher Lichter, die. bald grosser, bald kleiner, der Zahl ilirer Kinder entsprechend. v»>r ihr in einer Reihe stehen. Aus ihn»« Zügen leuchtet freudige Verklärung. Von ihren Lippen glaubt man noch die Worte zu hören: ..Geloht seist Du, Herr, unser Gott, der Du uns geheiligt durch l)eine (Jehote und uns befohlen hast, das Sabbatiieht zu zünden!- Kchte Krauenwürde atmet das Ganze. Ks ist die jüdische Mutter, die den Sahhat ins Haus geleitet und mit ihm die ^Kherseele*. Zum „Sahhatahschied" hält ein alter Jude den Abschiedsbecher in der Hand und segnet den Sahhat, der samt der Sahhatruhe und -treude davonzieht. Im nächsten Augenblick trinkt er aus dein Becher und all der Kummer des Werktags und seine Klagen kehren wieder in sein Hauein. * j.Kine..* Vinn Volke der Schrift." Kin alter »lud«*- mit hageren, durchgeistigt« n Zügen, den man sich ohne Buch in der Hand ebensowenig vorstellen kann, wie den Guslaren ohne Kaute, den Mazedonier ohne Schwer usw. G rossmütterchen. Kin liebes, gutes Mütterchen heim Stmmpfstricken. ganz uhd gar mit der Masche beschäftigt, die ihr von der Nadel geglitten ist. Dil* erste religiöse Handlung. Die Grossmutter hält dem Kukelchen, kaum dass es sich den Schlaf aus den Augen geriehen, das Arhakanfot an die Lippen, dass es den Morgensegen spreche. Nicht früh genug kann das jüdische Kin/l da«* .loch des (iolus und der Gebote trafen lernen. Bevor es noch recht erwacht ist und hevor es noch genossen, muss e< (Sott preisen. -Die jüdische Mutter** lieht ihr Bübchen, dass es in die Sammelbüchse für «Rabbi Meir, den Wundertäter14 die kleine Spende einwerfe. Kin heiliges Lacheji umspielt ihre Mienen. Ks ist der Abglanz ihrer Herzensfreude an der geübten Wohltat. -Mitternacht.u Der Jude hat sich trotz d'er Jahrtausende seiner Leiden noch immer nicht in sein bittres Los gefunden. Um Mitternacht erhebt er sich vom Lager, die wehmutschweren Lieder »lehuda Ifalevis anzustimmen und die Klagen um die verlorene Heimat. -Des Rabbi Segen." Kin Lehrer seines Volkes, dem Grabe näher, als dem Tieben, segnet einen Knaben, der soeben erst zu ^lernen*