Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 2 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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— 40 - Der Todesengel antwortete ihm: „Kennst mich nicht? Höre doch, ich werde dir sagen, dass ieli das Fatum hin, das Frau und T<ichter zu verlassen zwingt, und ich bin derjenige, der die Hauser zerstört und 0raher bis ans Ende der Welt haut: ich hin Suriel, der Engel des Todes.* Da sagte Moses dem Todesengel: ..Wozu bist du hergekommenDer Todescngel antwortete Moses: Ich bin um deine Seele gekommen, um sie vor Gott zu bringen.,l Da sagte Moses zum Todescngel: ,.Ieh beschwöre dich mit Gott, der dich gesandt, meine Seele nicht, bevor die dritte Stunde des Tages (t) Uhr des Morgens) eingetreten ist, zu nehmen: bis ich zu meiner Frau und meinen Kindern komme41. Und Gott befahl dem Todesengel, ihn bis zu diesem Momente zu lassen, und er liess ihn bis zu jener (Zeit) und versehwand im Schatten der Sonne. Und Moses stieg vom Berge Sinai herab und erreichte den Kreuzungspunkt zweier Wege, von denen einer zu seiner Mutter führte, und er blieb in der Mitte der beiden stehen. Er überlegt«? sich tragend: „Werde ich zu meiner Frau oder zu meiner Mutter gehen?" Noch unentschlossen hörte er eine Stimme vom Himmel, die ihm zuriet": „(»ehe zuerst zu deiner Mutter!'1 Und er ging zu seiner Mutter. Vor der Tür seiner Mutter angelangt, schrie er: „Oethie mir!" Seine Mutter kam und öffnete ihm. Sie bemerkte, dass das Antlitz ihres Sohnes traurig und bleich aussah. Sie sagte ihm: ,.Was hast du. mein Sohn? Sind deine Hirten zu dir gekommen, um dich zu sprechen oder fehlt dir denn sonst etwas?'* Moses antwortete seiner Mutter: ..Wer wird mich rufen ausser Gott? Und wer macht mich «ängstlich ausser dem Tode?'1 Da sagte die Mutter zu Moses: „Wird denn derjenige sterben, der mit <Jott von Angesicht zu Angesicht spricht?" Und er antwortete seiner Mutter: „da, er wird sterben, alle anderen sind auch gestorben; nun erhebe dich und lege deinen linken Fuss auf meine linke Seite und erhebe deine beiden Hände und rfehe zu Gott, dass er die Schrecken des Todes erleichtere." Sie tat, wie er gesagt, und Hebte. Ais er sie bitter weinend verliess, sagte sie: „Wir haben kein Zutrauen zum Glücke dieser Welt und hoffen zu demjenigen, der im , Himmel thront.'4 Aut dem Wege zu seiner Frau war Moses niedergeschlagen und konnte kaum den Weg finden. Vor der Tür angekommen, sagte er: „Oeffne mir, ich bin es. Moses!*4 Da erhob sie sich und öffnete ihm. Als Moses eintrat, bemerkte seine Frau, dass sein Gesicht niedergeschlagen und blass war. Sie sagte ihm: „Was hast du, mein Geliebter, dass du so niedergeschlagen und bleich bist? Hast du denn deine Kamele oder dein Gut verloren?'4 Und Moses sagte zu seiner Frau: „Wer wird mich rufeu. wenn nicht Gott, und wer flösst mir Angst ein ausser dem Tode?" Da sagte ihm seine Frau: „Stirbt denn derjenige, der mit Gott sprichtV*1