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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 1 (1907) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
1 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 6 (sequence 9)
Language
German
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— 6 — 7) ^^Tir genannt Ohrklang: nimm den Kot eines Hundes und Honig und vermische es miteinander und binde es auf das (ilied auf die sehmerzende Stelle. Ein anderes Mittel: nimm einen Apfel und tue Fett darein und halte es über das Feuer, bis es gut röstet und nimm den Apfel und lege ihn auf die schmerzende Stelle, so heiss er es vertragen kann. 8) Kinen Dieb herbeizuschaffen: Nimm eine Nadel, womit man die Sterbeklcider näht und stecke sie an die Stelle, wo nun den Dieb durchgehend vermutet, in den Boden, so wird er nicht weitergehen können. Und um zu wissen, ob er die vermeintliche Sache gestohlen hat, nimm ein Ei von einem Fuchs und lege es ihm aufs Herz, wenn er schläft, und er wird dir erzählen, was er getan hat, sowohl öffentlich als im geheimen, wider seinen Willen. U) Blattern aufgellen zu machen: nimm ein halb Mass Lauge und ein halb Mass weisses Naphta und ein halb Mass Wachs und ein Mass llirschfett und schneite alles dünn und tue rs in einen neuen kleinen Topf neben das Feuer, damit es schmilzt, und lege ein Tuch hinein und drücke das Tuch aus und wasche es, so gut du kannst, so lange es noch wann ist, und mache davon ein Pflaster und schmiere es darauf und es wird heilen. 10» Schrunden zu vertreiben sowohl an den Händen als anderswo. Nimm ein Lot Butter und ein Lot Wachs und lass es miteinander vergehen und schmiere es auf die Schrunden. Schönnen. ») •J'N""*: ^Z^r *r^N ging uiber feit begegent in das haubt gesehteh :~ T.V^N sehpraeh wo wilschtu hin gen haubtgeschtelt.haubgsclodt ') Schönnen ist das franz. ,.<'harmer" bezaubern, bes|uveh»*n. Kür die läuderutig ilr.s a in <>. das wir das engl, na in ..board" ausgesprochen wii .»(••Mi wir analoge Kalle in „worum" und „durum" für Schriftdeutsch»1* „warum" und ..darum'* z. B. in dem jüd.-els Sprichwort: S'eseh ka worum ohne donim d. h. Ks ist kein warum ohne darum «Ks hat alles seine Ursache). hie Tatsache, dass der Ausdruck ..Schönnen" und ..Schorin** j Be>prechung^- forme]), soweit mir bekannt, nur bei den clsüssischen Juden vorkommt, liisst vielleicht darauf schliessen, dass die Kntlchnung schon im Mittelalter stattgefunden bat. wo hier neben deutschen bekanntlich auch viele französische .luden wohnten. Ks gibt noch heutigen Tages fast in jeder elsiissisehen Dorfgemeinde Leute, welche sich auf das Schönnen verstehen und häutig sogar von Christen gebraucht und gut bezahlt -.werden! Dass übrigens, die Sache selbst sowohl wie auch die Bezeichnung in christlichen Kreisen bekannt ist, ersehen, wir aus der folgenden Notiz: Kislis (Kreis Altkirch im Obor-Klsass): In der Kingegend sind Leute, die sich mit Hilfe von geheimen Gebeten und Zeichen verschiedene Gewalten zuschreiben. So könnten sie z. B. starken Blutverlust gänzlich stillen, ohne dass sie selbst gegenwärtig sind. Diese geheime Kunst nennt man ..bschurme". (Vgl. Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Literatur Klsass-Lothringens VIII. Jhrg pag. Hl.)

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