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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1906-01-01 · 4 (1906) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
Issue
4 (1906)
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg und der Gesellschaft für Sammlung und Konservierung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judentums in Wien. Heft XX. Jahrg. 1906, Heft 4. Die Juden in Teheran*) von M. Abeshus. Im Ausznge übersetzt von Dorothea Weissenborn Elisabethgrad. Die jüdische Bevölkerung der Hauptstadt von Persien zählt zirka 5000 Köpfe. Fast die ganze jüdische Bevölkerung von Teheran wohnt in einem eng begrenzten Stadtteile Mahala-Djiihudi (Jüdisches Viertel) genannt, das aus etwa 450 Häusern besteht, *) Die ersten fünf Hefte der russisch-jüdischen Monatsschrift „Wos'chod" v. J. 1904 enthalten eine Abhandlung von M. Abesgus (der Name kann auch Abeshus lauten, da die russische Schrift den Laut h nur durch den Buchstaben g wiedergeben kann) über die Teheraner Juden, in der ihr Leben und Treiben von allen Seiten beleuchtet, vor allem aber ihre Sitten und Gebräuche geschildert werden. Der Verfasser, der mehrere Jahre in Persien gelebt hat (oder dort noch lebt?), hat vor den im Fluge das Land durchstreifenden Reisenden den Vorzug, der persischen Sprache mächtig und ein gründlicher Kenner von. Land und Leuten zu sein. Selbst Jude, besitzt er bei alier warmen Teilnahme an dem Schicksal seiner Glaubensgenossen doch so viel Objektivität, dass er auch die Schattenseiten ihres Charakters nicht übersieht und verschweigt. Bedenkt man. wie wenig wir über die aussereuropäisehen Juden wissen, da gerade die jüdischen Reisenden des verflossenen Jahrhunderts sich am wenigsten für sie interessierten und die kargen bei anderen Reisenden hier und da begegnenden Mitteilungen durch Unkenntnis oder Uebelwollen entstellt sind, so muss man die zwischen chauvinistischer Ueberhebung und geringschätziger Voreingenommenheit die richtige Mitte einhaltende Abhandlung des Herrn A. als die erste jüdische Monographie über die Juden des Orients freudig begrüssen und ihr im Interesse der Sache möglichst viele und baldige Nachfolger wünschen. Um diese gründliche Arbeit den weitesten Kreisen zugänglich zu machen, habe ich meine Frau veranlasst, sie aus dem Russischen zu übertragen, wobei bloss dasjenige weggelassen wurde, was für die Volkskunde im allgemeinen und die der persischen Juden im besondern, ohne Belang ist» Dr. S. Weissenberg. Mitteilungen zur jiid. Volkskunde. Heft XX. Jahrg. 1906. Heft 4. 1

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