Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 3 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Redensarten und Sprichwörter ans Ostgalizien. Mitgeteilt von Dr. B. Wachstem. 1. A Szinien (Kennzeichen) a Goj in a strojenemKapilitseh (Hut). [Keiia individuell charakterisierendes Merkmal, da alle Niehtjuden Strohhüte tragen.] 2. Der Urimann (arme Mann) esst die Gerne (schlechte Fleischpartie) in der Ojschir (Reiche) die Brist [bei gleicher Bezahlung]. 3. Achas Fachas (eines zum andern, schliesslich und endlich) abi der malichhanmwes is geblieben a schenir jid. [Der Todesfall wird dem Arzte etc. zur Last gelegt, nur nicht dem Todesengel. Das Ausklügeln von Möglichkeiten ist nach vollzogenem Faktum müssig.] 4. Tone b'chitin wehojde belokschen. [Variante eines talmudischen Wortes B. Kama 35b, für jedes unsachliche Reden oder für das Nichterfassen des Gehörten.] 5. muwi muwi mog [hat gleichen Sinn wie das vorige, nur dass hier der Hörende durch seine Antwort noch grösseren Stumpfsinn bekundet]. 6. A sädener jinger Mann. 7. As Gott will strufen a Grobenjing, (Ignorant) schickt er ihm a luschen kojdesch (hebr.) Wort in maul heran. 8. Er mejnt, er hot schojn üng'chappt Gott bei die Fiss [sich für alle Zeiten gegen Armut assekuriert]. 9. Bahit Gott vor gojische Hend in van chssidische Maler. [Vgl. Sal. Maimon, Autobiogr. DH'on bnp2 m^nn tcnn tlt '-6 mnsw da ihn die Chassidim preisen, muss ich ein anderes Lied singen.] Var. „Mitteil." 18 No. 530.