Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 3 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 93 — belohnen und stellte ihm einen Wunsch frei. Er erbat sich weder Geld und Gut noch Ehren und Würden, nichts weiter als ein kunstvolles, blaues Gewebe mit Silberstickereien aus dem Thronsaale der Hofburg, um es, wie er erklärte, als Vorhang vor dem Toraschrein in seiner Synagoge zu benützen, und so-zeitlebens an heiliger Stätte der Gnade der Kaiserin sich zu erinnern1). Auf rotem Sammet sind in Silber die Namen der ursprünglichen Besitzer des Vorhanges eingestickt: ms rouann irwi jw^-dö b'w *bn m Tnn p tuds^k ^bp ntra pna Ynro ra n:n nebst der Jahreszahl 2"sT> 1732. Unmittelbar darunter gleichfalls auf rotem, aber weniger verblasstem Sammet sind aufgenäht in aus Silber geschnittenen Buchstaben die Namen des Schwiegersohnes und seiner Gattin, in deren Eigentum durch Erbanfall der Vorhang überging: TftÖDDTSW Fig. 14. "6n nins m:on rn. tn:yn 'o irw b"T\ yp -nn m:cn p }r\: -f ir6 t& .1766 V'Dpn rw b"T> mwo "i"-in Zu nennen ist ferner ein auf Pergament geschriebenes Gebetbuch mit den Psalmen aus dem Jahre v'Dn 1730. Die Psalmen sollen nach den Angaben des Titelblattes ^V'D njtDQ= 1356 geschrieben sein, was aber wohl ein Irrtum ist; wahrscheinlich muss es V"lE>n rtJttG 1756 heissen. Eine besonders schöne und sinnige Federzeichnung findet sich im Minchagebete zum Sabbat. Zwei Engel umschweben das Wort als wollten sie den für Zion prophezeiten Erlöser über alle Hindernisse hinweg an seinen Bestimmungsort tragen. *) Faniilientradition. [Im Besitz seines Urenkels Herrn Dr. F. Aronheim in Braunschweig befindet sich seine künstlerisch ausgeführte „Wimpel" (Mappa).|