Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 2 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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Nach Strodtmann, Heine's Leben I, 164, ist die Novelle von W. Bernhardi, der ihr einen mit Schiff erlebten lustigen Vorfall zu Grunde gelegt hat und dessen schon etwas bekannteren Namen auf Wunsch des Verlegers annahm. Vermutlich eine der Possen, zu denen der Gutwillige sich missbrauchen lassen musste. (Goedeke). Von Schiff selbst wird der, der Novelle zu Grunde liegende Vorfall ausführlich dargestellt in „Heinrich Heine und der Neuisraelitismus" 1866, S. 103—105. Er sagt dort ausdrücklich: Leider ist dieses Büchlein nicht von mir, sondern von Herrn Dr. W. Bernhardi, Sohn des Consistorialrates Bernhardi und der Schwester Ludwig Tiek's, Sophia. Leider habe ich daran kein weiteres Verdienst, als zu seinem Dasein den wunderlichen Anlass gegeben zu haben. Er erzählt dann, wie er, Bernhardi und der Sohn eines Dresdener Beamten, ein hochromantisches Kleeblatt aus einer Casse lebten, welche wenig Fluth und viel Ebbe hatte. Sie hatten gerade zur Messzeit kaum noch das liebe Brod. Schiff kam nun auf den Einfall, seine Freunde einzuladen, am nächsten Sonnabend mit ihm zu speisen —eine Einladung, welche diese nicht das Herz hatten abzulehnen. In der koscheren Restauration wurde dann Schalent — Kugel und Bohnen — gegessen und es schmeckte vortrefflich. Der Wirt wollte natürlich am Schabbes kein Geld nehmen, auch nicht einmal als Pfand die Matrikel des Schiff, die dieser ihm anbot. „Ich gebe am Schabbes Essen, mache aber keine Geschäfte." Draussen sagte dann Bernhardi: — „Sollst doch gesegnet sein, Moses! weil Du solch Gesetz gegeben." Das ist ein Novellenthema. Die Humoreske war ein Werk weniger Tage. Bernhardi, der leicht produziert, schrieb sie auf meinem geheizten Zimmer, denn bei ihm und Müller war die Feuerung ausgegangen. Wilhelm Lauffer in Leipzig nahm sie wie früher erwähnt und in unserer Casse war nunmehr wieder Fluth. 5. Lebensbilder von Balzac. (Dem Verfasser der letzten Chouan, oder die Bretagne im Jahre 1800)-. Aus dem Französischen übersetzt vom Dr. Schiff. Berlin, in der Schlesinger'schen Buch- und Musikhandlung. Unter den Linden Nr. 34. Gedruckt bei L. W. Krause, Adlerstrasse Nr. 6. 8°. Erster Theil. 1830. VIII. Vorrede des Verfassers. Bemerkung des Uebersetzers. Inhalts-Verzeichniss u. 218 S. Zweiter Theil 1831. Inhalts-Verzeichniss u. 228 S. I. Erstes Bild. Die Blutrache. Zweites Bild. Der Geizhals. Drittes Bild. Der "Ball im Freien. II. Erstes Bild. Die tugendhafte Frau. Zweites Bild. Der Demantring. Drittes Bild. Glanz und Elend. Anhang. Das Abentheuer. (Schiff im Gesellschafter 1831. Nr. 1921. Die Bl. f. lit. Unterhaltung nahmen keinen Anstand, Balzac den ersten Mustern der Novelle gleichzustellen und die Jen. Ztg. glaubte ihn den Damen .zur Leetüre empfehlen zu dürfen. Die eingeklammerte Bemerkungen von S. nach Goedeke.)