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Jüdische Presse · 1937-12-24 · 44-45 (24.12.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
44-45 (24.12.1937)
Date
1937-12-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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^״1^״ *־,* ע־ ״4?T Hötiftöti f;£|til*l pOTölene riadit poM a iehgffifort t Bfatiskve 61V415< 2-111-26 ׳״ ־, * 1 ׳ * \*־ ■' C‘>? : ^eitoa^en r0!0 Journal;WmmBHATtSLÄM*:HMEZ. WSf לעי׳ שבח תרחץ . M> jährgättg I Nummer 44/45 Redaktion .ttnd Administration:, Wien, 11., Malzgasse 12a, , Telephon-Nr. A-46-0-15; Tsehedhoslöwakei: Bratislava, Republikplatz Nr. 3?׳, Postfach 381 / Erscheint Jeden Freitag / RedaktionsschluR: Mittwoch Mittag Abonnemetttpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 130, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen für »Jüdische Presse«, Wien, auf folgende Post- Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Bit- , dapest Nr. 50.110, Warschau Nr. 193.316, Zagreb Nr. 40.211; Zürich Nr. VIII, 4111, Berlin Nr. 122.619; für »Jüdische Presse«, Bratislava: Prag Nr. 53.386. ORGnn für Die imeRessen Des ORTHODOHen juDenTums \fUkeduUdktm und JudeHfuoßtm (K—I.) Die .seit Ja In* und Tag latente Krise des Völkerbundes hat. nun mit dem Austritt Italiens neuerlich einen Höhepunkt erreicht. An und für sich wird wohl an dem bisherigen Stand der Dinge wenig geändert, denn Italien stand schon seit Ausbruch des Krieges gegen Abessinien altseits und beteiligte sich nicht an den Beratungen der Genfer Körperschaft. Aber nichtsdestoweniger ist die formelle Ankündigung des Austrittes ein Ereignis von großer Tragweite und es steht zu befürchten, daß unter dem Eindruck dieses Schriete.s und unter dem Druck der außerhalb des Völkerbundes stehenden Mächte weitere Austritte erfolgen könnten, ׳wodurch dieses Instrument noch mehr an Ansehen und Bedeutung verlieren würde. Daß .Italien formell im Rechte ist, soll nicht geleugnet werden. Die Kriegserklärung an Ahessinien mag den Satzungen des Völkerbundes nicht entsprochen haben.■ Aber es ist geschehen und das Geschehene läßt sich nicht mehr ändern. Wenn Afer^Völkerhund nicht stark genug war, diesen verhindern, und wenn seine Sanktionsnicht hin reichten, Italien zum Rückzug ^11'^wihgei^^o!;Jnit:te1׳nan gut daran getan, die nun einmal gescltäffene vollendete Tatsache zur Kennt- 11 is zu ne11men 11 nd eine so Iche Neukonstruk- •fion"'des'■Völkerbundes'"ziV' Schaffen, um derartige; 'Extratouren seiner Mitglieder hintanhalte'n zu!Die! ״Jüdische: Presse“ im Jahve 193S Einem wiederholt kundgegebeneh Wunsche der Leser entsprechend, wird die »Jüdische Presse« ah 1958 auch äußerlich eine wesentliche Ausgestaltung erfahren. Das Format wird etwas handlicher sein, dafür aber die Seitenzahl entsprechend vergrößert werden. Außerdem erfolgt inhaltlich eine Zweiteilung des Blattes. Der Hauptteil wird den aktuellen Fragen und Ereignissen gewidmet bleiben. Nebstbei wird das Blatt in abwechselnder Reihenfolge .Son.derbeilagen erhalten, die folgenden Gegenständen gewidmet sein werden: 1, Das religiöse Leben, Thora und Erzieh u n gswese 11. . 2. Jüdische W i r t s c 11 a f t s p r o 1 e m e, S t a t i - s t i k, W a 11 d e r u n g. können. Das ist nicht geschehen. Und so muß dieses Instrument, in das so viele Hoffnungen gesetzt winden, einen neuen PrestigeverJtist buchen. Wenn vier Großmächte außerhalb des Bundes steheil, wenn weitere Austritte erfolgen würden — dann wird der Völkerbund kein internationales Instrument mehr sein, sondern irgend eine freiwillige Staatenorganisatioh, ohne Stabilität, ohne Einfluß und ohne Macht. Ej|. würde hier allerdings ein Sei bstverschu leien vorliegen: der Völkerbund hat nur zu in geringsten Teile die Erwartungen erfüllt, die in ihn gesetzt wurden. Es war keine Liga der Völker, sondern ein Werkzeug gewisser Mächte, die ihre eigene Politik vor die allgemeineu Interessen setzten — und daher mußte er versagen. Oh es nicht bereits zu spät ist, eine Reform dieser Körperschaft, vorzunelimen, die die bislierigen Fehler wettmachen könnte, ist heute schwer vorauszusagen. Immerhin ist es Jammerschade, daß dieser so großzügig; gedachte Plan so. kläglich versagte, denn es ist nicht zu leugnen, daß das Genfer Forum schon als internationale Tribüne manch Gutes geleistet hat und zu leisten berufen war, wenn es nur im richtigen Geiste ge- ■leitet worden wäre. Nie .wäre es zur Naziherrschaff in Deutschland gekommen, wenn man Stre- ■samann^ upd äJrünin^m Teil jene.s Entgegenkominens gezeigt 11 ätte, das man jetzt dem Dritten Reiche erweist und erweisen will; nie wäre es zur Achse Rom-Berlin, die nun zum Dreieck Roin'-ßerlin-Tokio geworden ist, gekommen, wenn man das abessinische Problem rechtzeitig bereinigt hätte. Wenn aber nun der Völkerbund völlig versagen sollte, so wird der Friedensgedanke, die Parole vom Recht der Schwachen auf Schutz und Hilfe, ,eine arge Einbuße erleiden. Und damit gelangt man auch zum sogenannten j udenprobleni. Es fällt bekanntlich kein Ziegel von irgend einem Dach, ohne auch die Juden zu treffen. War auch der Völkerbund, infolge seiner fehlerhaften Struktur nicht imstande, der Flut des Judenhasses Einhalt zu gebieten, so konnte er immerhin manches tun, um das Allerschlimmste zu verhüten. Die Mittel- und Kleinstaaten empfanden es doch als peinlich, wenn in Genf Klagen gegen sie erhoben wurden, lind so nahmen zumindest ihre Regierungen es mit den Verpflichtungen der Minoritätsklauseln der Friedensverträge mehl’ ernst. Versagt der Völkerbund ganz, dann bleiben die Frieclensvcrträge, die ja mit dem Völkerbund- Statut verbunden sind, noch mehr als bisher ein »Fetzen Papier«, um den man sich wenig kümmert. Ganz besonders dürfte dies hinsichtlich des Palästinamandats ungünstige Auswirkungen zur Folge haben. Alle diese Mandate sind ja vom Völkerblind erteilt worden und die Mandatarmächte waren gezwungen, von Zeit zu Zeit in Genf Recbenschafi abzu legen, Viel hat dies nicht zu hedeuten gehabt — immerhin bildete schon dieser Umstand eine gewisse Hemmung gegen allzu einseitiges Vorgehen. Fällt der Völkerbund in sieh zusammen, dann fällt auch die Basis der Mandate ־— und die Mandatare werden über die Zukunft' dieser Länder wohl nach Gutdünken zu entscheiden haben. Was das für Palästina bedeuten könnte — das kann man sich ohne viel Phantasie leicht vorstellen. Der Völkerbund bildete trotz aller Mängel immerhin den Anfang einer Neuregelung der internationalen .Beziehungen; bei normaler. Evolution hätte er sich vielleicht günstig entwickelt und wäre das geworden, was er hätte sein soIlen. Sein völliges Ve!*sagen ist 1111 ter allen Umständen eine bedauernswerte Erscheinung. Die Welt ist um eine Enttäuschung reicher und um eine Hoffnung ärmer geworden — und zu den Leidtragenden gehören auch nicht in allerletzter Beilie die Juden. Sollen wir verzweifeln? Nein! Wir sollten nun nur noch einmal die Ueberzeugung gewinnen,v daß dem Jüdischen Volke die Hilfe nur von oben kommen könne. Wer sich auf Menschen verläßt, bleibt verlassen... Als mir im Jahre :1.918, unmittelbar vor dein Ende des Weltkrieges, ein bekannter Politiker sagte: »Teil glaube an Wilson!«, erwiderte ich: »Wenn es schon*.auf den Glauben ankommt, dann glaube ich lieber an die Verheißungen des Proplieten und das Erscheinen des Messias!«' Nun, wir wissen, wie enttäuscht Wilson hat. Aber wer an G—tl glaubt,, wird nicht enttäuscht. 'לא יבושו ולא יבלמו כל החוסים בך! 3. Geschichte und L i t e 1־ n 1111־, unter besonderer Berücksichtigung des religiösen Schrifttums. *Prämien (1• Sevie) Diejenigen Abonnenten, die mit Jahresbeginn die volle Abonnementsgebühr für ein ganzes Jahr entrichten, erhalten nach eigener Wahl eines” ■der nachstehenden Bücher als unentgeltliche Prämie: 1, Der Talmud im Feuer der Jahrhunderte, von Taddaus Zadercki. Ins Deutsche übertragen von Frau Dr. Minna Safier. (Eine begeisterte Apologetik des Talmud aus der Feder eines polnischen Gelehrten, die allgemeine Anerkennung gefunden hat.) 2. Jüdische geschichtliche Stätten in Wien und Oesterreich, von Josef Pick. Mit 44 Abbildungen von Synagogen usw. חסרונות הש״ם .3 בולל כל הדברים החסרים בתלמוד בבלי עם תשובת הרד״ק לנוצרים. Eine weitere Serie der Prämien folgt in nächster Nummer. * Aus technischen Gründen konnte die »Jüdische Presse« in der Vorwoche nicht rechtzeitig zur Ausgabe gelangen. Die heutige Nummer erscheint daher in vergrößertem Umfange, ׳ V Die geehrten Abonnenten werden dringend ersucht, rückständige Abonnements ehestens überweisen sowie das Abonnement für 1938 rechtzeitig erneuern zu wollen, Das Jubiläum «lei* Talmu«l Thora Der Festakt anläßlich der 70-Jahrfeier des Oeffentlichkeitsrechtes der Talmiid-Thora-Scluile gestaltete sich zu einer mächtigen Kundgebung für die religiöse jüdische Schule. Schon das dekorative -Bild des festlich geschmückten .Turnsaales, dessen weitgeöffnete Flügeltüre einen stimmungsvollen Anblick in die weißgehüllte Synagoge der Schule bot, erfaßte die erlesene Schar der Festgäste. Durch geschickte Ausnützung des •Raumes war es möglich, die gesamte, etwa 500 Köpfe zählende, Schülerschar an dem Feste teilnehmen zu lassen, ln der Synagoge nahmen die Knaben der 'Hauptschule mit der Schulfahne Aufstellung. Die Mädchenhauptschule bildete in ihren selbstgefertigteu schmucken Kleidern eine lebende Girlande längs!■2s Turnsaales. Die Knaben- .und Mädchen- Volksschule nahm auf den Schulgängen Aufstellung. Knapp vor 11 Unr trafen die Vertreter der Behörden ein; Min.- Rat Dr. Ludwig Battista in ׳Vertretung des Unterrichtsministers und in seiner Eigenschaft als Referent des Volks- Schulwesens in Oesterreich. Obermagistratsrat Dr, Robert Schwetz in Vertretung des ■Herrn Bürgermeisters und des Präsidenten des Stadtschulrates Hofrat Prof. Dr. Krasser. Ferner der zuständige ißezirksschulinsp. •Reg.-R. Karl •Wimnier, Bezirksvorsteher Wilhelm Pink, eine Vertretung des Volksbildungsreferates der Gemeinde Wien. Prof. Dr. Roller vom kathol. Erziehungsverb, Die Wiener Israel, Kultusgemeinde war durch Amtsdirektor Dr. Loewenherz, Studienrat Prof. Dr. Redisch, Dr. Isidor Klaber (Obmann der Schulkommission), ferner durch die Kultusvorsteher Dr. Landau, D1-, lloseuberg, Komm.-Rai Moritz Leitner vertreten. Für die Adas jisroel Schiffschul Med.-Rat Dr. Reiniger, Franz iNeumaim, für den Schulverein Jessod Hathora Emil Kritzler, Leopold Lederer, für den Religiorislehrerverein Wilhelm Toch, Josef Pick, für den Bund jüd. Frontsoldaten Oblt. i. ■R. Anton Kannann. Die Leitungen der umliegenden öffentlichen Schulen, die Leitungen des Chajes-Realgymnasium und der Volksschule der Israel. Kultusgemeinde, ׳ und viele ehemalige Schüler, darunter auch die ältesten noch lebenden Schüler: Herr Knöpfeimneher, Herr Bendiner, Herr Dr. A.!Röder. Herr Oberkäntor Löwit, Sohn des ersten Oberlehrers der Schule, Herr Wilhelm Freistadt, Obm.-Stellv. des Sdiulvereines’‘ und Obm, des Vereines ehern. Schüler der^ T.-T.-Schule, ein Sohn des!Begründers der Schule, l, L. Freistadt. Ab- Ordnungen von vielen Vereinen, ferner die Präs, cles De,- Krüger-Heimes Frau Hermine Krüger, ferner Frau Irene Haraud. Außerdem erschienen die ehrw, Herren Oberrabb. Fürst, Rabb. Bubad, Rabb. Dr. Rosenmann. Rabb. Flesch, Rabb. Schenk, Rabb. S. Baumgarten, Rabb, Dr. Ochs, Rabb. Dr. Kaminka. Von den Vorstandsmitgliedern des Schul- Vereines: Obm. Siegmund Bondi, Michael Sternfeld, Hofrat Dr. S. Fuchs, Heinrich!3appeuheim, Julius Steinfeld, Nathan Adler, Großrabbiner Heschel, Herr Baruch Pais, Dr. S, Stiasny für das Jüdische Museum. Die Schulärzte Dr. Erber, Dr. Birkenholz, Frau Dr. Wenkart, Dr. Weinb., Für die Presse: ׳Reg.-Rat j. Kreppei, Dr. Jak. Rosenthal, Das Fest begann mit einem Weiheakte in der Synagoge. Nach einem religiösen Lied des Schülerchors, dirigiert von Fachlehrer Dr. M, Tennenhaus, betrat Oberrabbiner ■$H■: s $tl ieftteisweete (itudUäUftetüUte 1111111111111111111111111II1111111IIII1111111111111■11111111111111111111111111111111111 11111111111111 ו 11ו AUS dßt ludlAeltAUimiou Uuushua»LdHUA Illllll||||||ltl||||!|||||llll1m1ltl(||||(|l|(|||ltl|||||||||1!1l|||||||1m1ll||(||||!|||(||||||ll||( mmmmmmmmmmmrn :י \y:

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