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Jüdische Presse · 1937-11-26 · 41 (26.11.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
41 (26.11.1937)
Date
1937-11-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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L<'y.‘ : '׳ '׳‘,?S Iss gl■ >'■ i&c־ Die Geschichte eifies Versuches. Votf Dr. tsaac frtPettä r. -fe{- '־. ‘ y־־.v,:.lL־',. " . Dte dfitte Kettessm Gedaulo gatr den Vertretern des Heiligen Landes Gelegenheit, die furchtbare Notlage, in der siöh unsere Erziehungsanstalten und unsere Poalim befinden, offen äamtlcgen. ׳ Öie Agudah fordert! ihren PrinMf)ien entsprechend, die völlige Unabhängigkeit itnseres Erziehungswesens und unserer Poalim-Örganisation, hat aber bis jetzt selbst die notwendigsten Mittel nicht zur Verfügung gestellt! um die regelmäßige Innehaltung eines relativ geringfügigen Budgets zu gewährleisten oder gar Institutionen schaffen zu können, die unseren Poalim in ihrem Kampf ums Dasein Hilfe und Stütze zu bringen vermöchten. Hinzugefügt sei noch, daß auch der agudistische Mittelstand auf derartige Institutionen dringend angewiesen ist, die, wie etwa eine agudistische Leihbank, durch Ge- Wahrung von Darlehen, namentlich in den schweren Zeiten der ersten Einordnung! großen Segen stiften könnten, deren völliges Pehlen aber den Eindruck absoluter Verlassenheit mit all ihren Folgen hervor rufen muß. All diese Darlegungen haben die K. G. stark erschüttert. Sicher sind viele Delegierte mit dem Entschluß zu tätiger Förderung des Keren Hajischuw in die Heimat zurückgekehrt. Für die neue Leitung des K. H. hätte es nahe gelegen, die seelische Aufrüttelung, die von der K. G. ausfing, zu benutzen, um, spätestens unmittelbar nach den 'eiertagen, angesehene Persönlichkeiten in die ganze agu- ÖiStische Welt zu entsenden, die den geöffneten Herzen den umständlichen Weg bis zur Oeffnung der Hände ebnen sollten. Ich habe mich hierzu nicht entschließen können. Ich ging davon aus, daß die unerläßliche Voraussetzung jeder wirklich erfolgreichen Propaganda die zuvorige Umwandlung des K. II. in ein Instrument sei, das den zu erwartenden Segen auch tatsächlich fassen, bewahren und seinen Zwecken mit völliger Sicherheit zuführen könne. Auch die stärkste seelische Aufrüttelung kann den prüfenden und wägenden Verstand nur für Augenblickes Weile ausschalten, und spätestens auf dem Wege zwischen Herz und Hand stellt er sich hemmend und schließlich erfolgverrichtend ein. Ohne Herstellung des Vertrauens in die gesamte Finanzgebarung des K. H. schien mir jede größere Aktion in der Welt unmöglich. ' Es liegt im Wesen der Agudah, daß sie den einzelnen Ländern wegen der Eigenart ihrer Verhältnisse eine weitgehende Autonomie in der Lösung der in ihnen selber be- . stehenden Aufgaben im Geist der Thora einräumen muß. | .Däß selbst diese Autonomie ihre Grenzen hat, soll nicht die Agudah jeder Dynamik verlustig gehen, habe ich in meinem Rückblick über >25 Jahre Aguda« bereits dargetan. Der K. H. aber verträgt eine solche Länderautonomie überhaupt nicht. Umgekehrt muß der K. H. für sich selbst die Autonomie gegenüber den Landesörganisationen in Anspruch nehmen, wenn eine wirkliche und durchgängige Kräftekonzentration für das allen Ländern gemeinsame Ziel, eine planmäßige und nicht nur episodenhafte Arbeit aufklärender und begeisternder Propaganda, vor allem aber eine genaue, kaufmännischen Grundsätzen entsprechende, jeden Mißbrauch ausschaltende, den Spesenapparat ganz besonders überwachende und regulierende Kontrolle möglich sein soll. Die Uebertragung der ‘ Länderautonomie .־ auf den K. H. hat sich in den vergangenen Jahren auf das furchtbarste gerächt. Ihre Ausschaltung und die Errichtung der Autoporaie des K. H. an ihrer Stelle War die wichtigste Bedingung, die ’ich äü'die Uebernqhme des. Amtes des verantwortlicheh'Leiters des K. H.r 'stellte.; Die Befreiung des IC H. von der Verstrickung mit den einzelnen Landesorganisationen sowie die Unterstellung von Landesdirektorien des K. II. unter das Geueraldirektorium in Jerusclialaim kann natürlich nur schrittweise geschehen. In manchen Ländern bedeutet sie eine völlige grundlegende Aenderung des bisherigen Systems, soweit von einem solchen überhaupt die Rede sein kann: Das oberste Ziel des K. II., dem gegenüber alles andere zurückzu treten hat, ist die Stärkung des agudistischen Jiscliuw im Heiligen Lande. Es kann schlechterdings nicht geduldet werden, daß Ziele, die vom Standpunkt des IC II. nur die Bedeutung von Mitteln zur Erreichung des Zieles der Stärkung des agudistischen Jiscliuw haben können, sich derart in den Vordergrund drängen, daß sie das wahre Ziel schließlieh geradezu überwuchern und dazu führen, daß der wesentliche Teil der im Namen des K. II. und unter stetem : Hinweis auf sein wahres Ziel gesammelten Gelder nicht . diesem Ziel selber, sondern den reinen Zwischenzielen zugute kommt. Es darf das allenthalben vorhandene Interesse Für das wahre Ziel nicht auf die Dauer dazu benützt werden, um im wesentlichen die agudistische Cola zu stärken, >! Judith und Holet evnes p ’ (Eine ostjüdische Chanukka-Legende.) 7־. ' Von J.Ktcppel. _ ' יי ־.י' Sie hieß eigentlich Sarah. Auch er hörte auf den |;ץ , Namen Taras. Beide lebten nicht zur Zeit der Makkabäer v.; im Heiligen Lande, sondern 19 Jahrhunderte später in der $?•7 Ukraine. Sie war die Töchter des Großkaufmannes Isak Lcvi, er — Kosakenhetmau. Die Namen »Judith«;und »Holofernes« wurden ihnen ־ ״ erst später beigelegt, beim־ Schlußknpitel des Ereignisses, das if den ׳Gegenstand dieser Legende bildet. gf;:,: In dem kleinen ukrainischen Städtchen war Isak Levi der reichste und angesehenste Jude und als solcher auch *h »Parates« ■ der jüdischen Kehilla. Er stand bei den Bojaren, *:׳. den russischen Adeligen, sowie bei den russischen Beamten |1׳ in hohem Ausehen, er vermittelte ihre Geschäfte, kaufte und ffe:^exportierte die Produkte ihrer Güter und Wälder, hatte I׳;;' immer eine offene Hand und eine offene Tasche für ihre!t; Wünsche. ' §>׳, Sein Ansehen kam auch den Juden des Städtchens zupv gute. Sie wurden weniger belästigt, als ihre Glaubcnsbrüder & •in! Lande, könnten frei und ungestört Handel und Wandel teeiben und erfreuten sich im׳ allgemeinen eines gewissen |p|§sil. Wohlstandes. ■׳'־ m*7 ' Desto mehr waren sie bei den Kosaken des Gebietes verhaßt. Die Kosaken, die Lieblinge und Schützlinge der Zaren, wurden trotzdem seitens der Bojaren und der ßeam- *g;^ ,tenschaft unterdrückt und versklavt. Der angeborene Kosa- ^;.fkenstolz und ihr Freiheitsdrang paßte den großen Herren ’׳“ nicht. Auf ihren Höfen und Schlössern mußten die Kosa- *’£׳/ , keil Fronarbeit leisten, sie wurden als Knechte behandelt und jeder Widerstand mit Auspeitschung geahndet. Be- L;.; achvverdeu beim Zaren hatten in den seltensten Füllen Er- 11 folg. ■Rußland war groß und der Zar weit. Entsandte dieser ly, (yntersuchungskominissäre, um die Beschwerden zu prü- Jen,' wurden sie von den Bojaren bestochen und ihre Be-;U';: ,iiclite *in den-,Zaren lauteten dahin, daß dje Kosaken eben, j>< rh; Revolution« *machen wollten und daher strenge behan- £ ' :delt werden müßten. ‘ . Kein Wunder, daß die Kosaken einen wilden Hnß },i)" gegeu ihre Bedrücker hegten. Und da die Juden als Helstatt das agudistische Heilige Lahd. Die Stärkung der agudtetisefiean Gola iste tof« tyeltagudistisehefi^StaftapttHkt gesehdtt, flri«desteM & wtehtfg,wtedie Stär fettig ms agwäh stischen Heiligen Landes. Vom Standpunkt des K. H. hingegen dar! lediglich das tetetere ins Äugt־ gefaßt werden. Gewiß bedarL attch der K. H.; wenn er Erfolge erzielen soll, einer ktäftigett agüdisfisehen Landesorganisattttn» ttid gewiß sind Häehseharötit attch für das.Ziel des Ki'H־ keines- :wegs unwesentlich. JDäff aber der K, H. einen wesiitliehiftt Teil der für den Äufbaü und die Unterhaltung einer Lahdes* Organisation erforderliöneft Beträge bestreite oder dih in: einem Lande für den K. H7 gesammelten Beträge zum sehr großen Teil dem Betrieb einer Hachschara zu fließen, ist untragbar. In technischer Hinsicht muß der K. H, einer Zentralbank gleichen, die in Jeruschalaim ihren Site hat und allenthalben ihre. Filialen besitzt, welch letztere 1m engsten Einvernehmen: mit der Zentralbankleitung zu arbeiten, ihren Weisungen, zu folgen und ohne Ermächtigung seitens der zentralen Leitung über Gelder nicht zu verfügen haben. Nur so ist es überhaupt möglich, daß der K.H. eine wirklich verantwortliche Leitung nat, und diese auch der Oeffentlichkeit auf Grund einer einheitlichen Buchführung Jtechenschatt ablegen Kann D?Oetket*’s Backpulver Es wird noch eineSWeile dauern, bis die Autonomie des zentralistisch organisierten K. H. durchgeführt ist. Was aber sofort geschehen konnte, war die Einsetzung von Vertrauensmünnern der Zentralleitung in allen Ländern, Vertrauensmünnern, die den^ Landesstellen nicht angehören, von ihnen durchaus unabhängig sind, ihre Kompetenz lediglieh von der Zentralleitung herschreiben, ihr allein verantwörtlich sind, und ohne deren Zustimmung־ keine finanizielle Verfügung über die. in den Ländern gesammelten Gelder stattfinden darf,,, die _ im Namen des K. H. aufgebracht sind und daher bereits an der Quelle der Gewalt der Zentralleitung zu unterstehen haben. Sofort nach Errichtung des Arbeitsbüros trat ich daher mit dieser Forderung an die wichtigeren Länder heran. Mit Genugtuung darf festgestellt werden, daß im besonderen die deutsche Palästinazentrale mit großer Beroitwilligkeit sich dieser,:Neuordnung־ fügte und in vollem Verständnis für ihren Sinn und Zweck die angeordneten Maßnahmen vollzog.:Es darf erwartet* werden, daß das, Be-;kun.n.twerden dieseriKX0<t^uchc,r.tiefe.;ganzen Propaganda, in;. Deutschland einen neuen Aufschwung verleihen und daß die Festigung des Vertrauens zur wesentlichen Hebung der Einnahmen führen wird. . Alle Agudisten, die;.auf seiten der Ordnung־ stehen, gleichgültig, ob Agudisteq; des, Ostens oder solche des Westens, rufe ich auf, mir zu helfen. Erfüllt ihr alle eure Pflicht, so ist die Ordnungfgesichert und die Aguda gerettet. JüdischeWivtschufispvobleme Berufsprobleme der österreichischen Juden. Im Verband jüdischer Ingenieure und Techniker hielt Oberfinanzrat Dr. Hugo Benedikt einen Vortrag über die Berufsprobleme der 'österreichischen Judenschaft, der überaus interessantes, neues statistisches Material enthielt. Dr. Benedikt erklärte u. a.:׳ »D'as zahlenmäßige Verhältnis der berufstätigen und erwerbslosen Juden Oesterreichs zeigt heute folgendes erschrcckeiides Bild: Es gibt hier ungefähr 194.000 Juden. Im Vergleich zu den Zahlen der letzten allgemeinen Volkszählung müßten 75.000 dieser Juden berufstätig sein. In Wirklichkeit sind es aber um mehr als 21.000 weüjgef.. Eiit ähnliches Manko etgi&f sich auch bei Zahl Mt Kapitalisten, Reiitiitts, PcttsioiiStett üstv.» .de* sogenanntett״B^ttfaIösem BtafLILOÖO ־ffe diese Zahl steh nach jfötti Pteients^aWte et bei det Gesamtbevöiketüng gilt — smd es fl«f?500. e 8 J; i..Uflä^ü6in, h0ch ist MiäeÄliis der Prozentsatz der jiidisChejt: Äfbeit!- und EfwetBslösei!;־ Dfer Gesämtfaevölketüttgsdütchschttitt beträgt hiet,: 9: Prntettt, das ergähei auf die Judenschaft betechäeL uttgefähr IfSOO. In Wirklichkeit werde« über über 23.000 Juden gegenwärtig von den Kultusgememdeh erhalteft. v ■ Eine zweite Seite der Berufsproblematik ergibt sich aus der historisch bedingten ungesunden Berufsscnichtung. Man ließ den Juden früher nur die Handels- und geistigen Berufe offen. Ebenfalls in der Linie der geschichtlichen Entwicklung liegt es. daß die Judenschaft in großer Zahl selbständige Berufe ergreifen mußte. Nun sind aber gerade diese Berufe heute wirtschaftlich schwer gefährdet. Wieder ist die Judenschaft am schwersten getroffen, da mr der Weg m die Angestellteivberufe, die durch gesetzliehe Maßnahmen wirtschaftlich gesichert sind, sehr erschwert ist. * r. 1 וV0^ dreijeiten ergibt sich heute eine Lösung dieser Problematik. Eine Lösung ist die berufliche Umschichtung der Jüdenschaft, die aber nur unter Mitwirkung der maßgebenden Faktoren geschehen kann. Tatsache ist aber, daß bei einer Rundfrage bei 500 jüdischen Kindern über ihre Berufswünsche sich etwa 2Ö0 für ein Handwerk, die gleiche Zahl ungefähr für die Landwirtschart und nur wenige sich für die freien Berufe entschieden haben. Eine Anfrage bei den Eltern, die zumeist noch mit den alten Gegebenheiten rechnen,?ergab allerdings das umgekehrte Bild. ‘ i ’ Eine andere Lösung ist die Auswanderung. Die hängt aber wieder innig mit der Berufsumscliichtung zusammen, da alle Einwanderungsländer, einschließlich Palästina, erklärt haben, daß sie •nur qualifizierte Arbeiter und Landarbeiter, keinesfalls aber Kaufleute brauchen können. Im übrigen erfolgt die Lösung auch von sich selbst dadurch, daß jährlich ungefähr 2800 Juden sterben, während nur 700 geboren werden.« * Länderkonferenz für jüdische Wanderfürsorge. Im Sitzungssaal der Wiener Isr. Kultusgemeinde fand eine Länderkonfcrenz für die Fragen der jüdischen Wanderfiirsorge und Emigration statt. An der Tagung nahmen . teil für Hias-Ica, Paris: Dr. Bernstein und Dijour; für Jeas, Polen: Direktor Leo Alter; für die Kultusgemeinde Warschau: Adam Czerniakow; für Hicem, Prag: Frau Marie Schmolka; für• die Kultusgemeinde Prag: Dr. Heinrich Hofmann; für den Verband Schweizer Armenpflegen: Silvain Guggenheim. Ferner erschienen als Vertreter der Israelitischen Allianz: Präsident Dr. Jakob Ornstein und Rabb. Dr. Armand Kaminka, sowie als Vertreter der Budapester Kultusgemeinde: Oberrat Engen Galambos; schließlich Vertrete!־ der Kultusgemeinden in Brünn, Mähr.-Ostrati, Lundenburg־ und der Provinzgemeinden von ganz Oesterreich. Nach Begrüßung durch den Obmann der Zentralkommission für soziale Fürsorge der Wiener Kultusgemeinde, KultusVorsteher Dr. Leo Landau, hielt Präsident Dr. Desider Friedmann eine Ansprache, in der er auf die Tragik jüdischer Flüchtlinge und die Notwendigkeit einer geregelten,- produktiven Fürsorgetätigkeit auf dem Gebiete der jüdisehen Emigrationsarbeit hinwies. Der Direktor der־ Hias- Ica, Dr. James Bernstein, gab eine mit vielen Daten und Belegen illustrierte Uebersicht über die gegenwärtige Lage der jüdischen Emigration, worauf Amtsvorstand Emil Engel; und ^Amtsleiter .Dr. Nahum Blauer , ausführliche * Bediente *’' * über ’Wä!nderfiirsorge, allgemeine Emigration ■ und das Flüchtlingsproblem der deutschen Juden erstatteten. Es folgten Berichte der Delegierten aus den einzelnen Ländern und eine Aussprache, die den ganzen Tag־ dauerte. Es wurde schließlich ein Arbeitsausschuß eingesetzt, der die Durch- . führung der Beschlüsse der Konferenz in die Wege leiten soll. Die Konferenz nahm die folgende Resolution an: I. Die am 15. November 1957 in Wien unter Beteiligang der Hias-Ica; Paris, von der Isr. Kultusgeineinde einberufene Versammlung der Delegierten der jüdischen Emigranten - Fürsorge - Organisationen von: Frankreich, der Schweiz, Oesterreich, Ungarn, der Öechoslovakei und Polen, gibt einhellig־ ihrer Ueberzeugung־ Ausdruck, daß die uheingeschränkte Teilnahme aller in Betracht kommenden Län- Der menschliche Organismus ist zur Herbstzeit empfünglicher für Erkrankungen, als sonst. Schnupfen, Katarrhe, Influenza sind an der Tagesordnung. Beugen Sie ihnen vor, und härten Sie Ihren Körper ab durch tägliche Massagen mit dem Alpa-Franzbranntwein. Er wirkt wohltuend auf den Blutkreislauf, stärkt den Organismus »und macht die Haut gegen Erkältungen widerstandsfähiger. fe1־shelfer der »Herren« galten, so richtete sich der Kosakenhaß auch gegen sie. An der Spitze der Kosaken dieses Gebietes stand der Hetmau Taras. Als Hetiuan erfreute er sich gewisser Privilegien und durfte auch den Befehlen der!Bojaren trotzen. Ihm konnten sie nichts anhaben. Aber jeder seiner Versuche, für seine unterdrückten Volksgenossen einzutreten, wurde mit Gewalt unterdrückt. Dies steigerte noch seine Wut und seine Rachegefühle. Er wartete nur auf eine Gelegenheit, um sich gehörig austoben zu können. Und diese Gelegenheit blieb nicht aus. Wieder einmal zog der Zar in den Krieg׳ gegen die Türken, die ihre Herrschaft bis tief in die Ukraine erstreckt hatten. In Kriegszeiten stieg die Bedeutung und die!Rolle der Kosaken. Sie stellten die Garde der Zarenarmeen dar uud durften als Herren auftreteu, Als der Krieg־ zum Ausbruch gelangte, sah Hetman Taras seine Stunde gekommen. Bevor er mit den ungläubigen Türken, mit den Feinden des Zaren abrechnete, wollte er zuerst seine Rechnung mit dem »inneren!Feind« glattstellen. An die Bojaren und Herren wagte er sich doch nicht heran. Aber das Ansehen und der Einfluß derselben war jetzt derart geijug, daß sie froh sein mußten, mit heiler Haut davonzukommen. Ihren jüdischen Schützlingen konnten sie keine Hilfe zuteil werden lassen, und diese waren nun Hetman Taras auf Gnade lind Ungnade ausgeliefert. Die Juden wußten, was ihrer harrt, wenn Turas mit seiner wilden Schar ihnen einen »Besuch« abstatten werde. Sie versuchten es zunächst, eine Delegation ins Lager des Hetman zu enisenden und ihm eine große Geldsumme für die »Ausrüstung seines Regiments« einzuhändigen. Taras nahm das Geld entgegen, ließ aber die Mitglieder der Delegation aus dem Lager hinauspeitschen und ihnen sagen, sie mögen ihren Mandanten die Botschaft bringen, er werde demnächst die Stadt besuchen und sich dann »für alles bedanken...« Die Juden verstanden >vohl, wie dieser Kosakendank ausseheu werde. Ah eine Flucht war nicht zu denken. Im ganzen Lande harrte ihrer das gleiche Schicksal. Hilfe war auch keine zu erwarten, So faßten sie dehn den Entschluß, ihr Leben so teuer als möglich zu verkaufen. Die Synagoge, die ohnehin, wie alle Synagogen im Lande, festungsartig gebaut war, wurde in eine regelrechte Festung uingewandelt. Es gelang ihnen auch, sich etwas Waffen und Munition zu verschaffen, sowie Lebensmittel für einige Zeit aufzuspeichern. Sie wollten sich so lange als möglich verteidigen und dann wie Helden sterben... Und als die auf dem Dache der Synagoge aufgestellten Wachen das Herannahen der •Kosaken meldeten, versammelten sich alle Juden des Städtchens mit. Weib und Kind in der Synagoge und sahen ■den kommenden Dingen mit großer Angst, aber auch mit starker Entschlossenheit eutgegen. — ׳ Taras uud seine Kosaken plünderten zunächst die Häuser der Juden bis auf den letzten!Rest aus, und schlugen daun in den Wohnungen ihre Quartiere auf. Ihre ersten Versuche, die Synagoge ini Sturm zu nehmen, scheiterten an der Abwehr ׳der luden. Sie wiederholten daher täglich ihre Angriffe. Die luden waren wohl gegen die Flintenschüsse der Kosaken geschützt — aber ihre Munition war sehr knapp und mußte bald zu Ende gehen — dann wird der Ansturm der Taras-Sclmren nicht mehr aufzuhalten sein. Es war gerade am ersten Chanukka-Tage, als die Juden wieder einen heißen Tag hinter sich hatten. Den ganzen Tag wurde heftig gekämpft und erst die Finsternis der Nacht brachte eine Kampfpause. Trotz ihrer Lage wollte die Juden das Clmnukkafest wie üblich begehen. Jeder Familienvater sammelte die Seinen Um sich, zündete das erste Lichtlein an und sang־ die Hymne »Monns Zur«. Dann versammelten sich die Männer um den alten Rabbi, der ihnen aus der »Megillas Antijochas« den Verlauf der Makkabäerküiupfe schilderte. Die ■Frauen aber bildeten einen ׳Kreis für sich und ließen sich von der Frau des Rabbi ■die Geschichte erzählen, wie die-tapfere Judith den Syrierhenseher Holofernes ins Jenseits beförderte und ihren Qlaitbepsbrüdern Hilfe und Erlösungy brachte. , Auch Sarah, die einzige .Tochter''des »Paraes« Isak Levi, hörte sich die Geschichte an. Trotz ihrer Jugeud war sie kräftig und körperlich gut entwickelt. Sie konnte auch wie ein Kosakeujunge reiten, schießen und fechten. Und als sie die Geschichte der Judith hörte, kam ihfe der Gedanke, eine zweite Judith j!u. sein — allerdings mit anderen Mitteln und auf anderen Wegen, (Schluß folgt.)

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