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Jüdische Presse · 1937-11-19 · 40 (19.11.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
40 (19.11.1937)
Date
1937-11-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Jacab J0mt sechzig Jahve uti Wer den vor drei Jahren noch kerwgesöhden Mahn mit seinem geradezu jugendlichen Temperament, heiterem Gemüte uriu freundlich lächelndem Gesichte, zur Zeit seines männlich aufrechten öffentlichen Wirkens keühehr lernte, wird es ein wenig überrascht vernehmen, daß er pun schon dem ehrwürdigen Alter eines Sechzigers entfegengeht. Nun doch! Unser Jacob Joel Braun wird am öMtttenden 60?8״ק Jahre alt. Ja, unser J. J. Braun! Unser, im mannigfaltigsten Sinne des Wortes. Unser, als ein Kind unseres Landes — er wurde in SeCovce •geboren —, unser, weil er mit seinem jüdischen Wissen und seiner unentwegt konsequenten jüdischen Gesinnung geistig mit dem Heimatboden jenes jüdischen Geisteslebens verwurzelt ist, das man schlechthin als die Eigenart des ungarischen und slowakischen Judentums zu bezeichnen pflegt. Ist er ja ein Schüler der Jeschiwos von Miskolc und Großwardein, wo sich ihm besonders die Eindrücke der idealen Gestalt seines unvergeßlichen großen Lehrers Rabbi M. Her,sch F u c h s s.Z.l., für immer in die Seele prägten. J. J. Braun ist unser, weil er in unserer Mitte dasteht als einer der talentvollsten Mitarbeiter am heiligen Werke der unabhängigen Orthodoxie unseres Landes und als einer der selbstlosesten und fnutigsten Kämofer für ihre, von unseren Altvordern ן"ל ererbten, zur Tradition gewordenen, geheiligten Prinzipien. Seit dein Jahre 5683 stellte er, in Bratislava lebend, sein großes Könrieh und Wissen in dreifacher Eigenschaft in den Dieiist der unverfälschten jüdischen Saalie unseres Landes. Er war Mitberater der orthodoxen Zentralkanzlei in Prinzipienfragen, Generalsekretär der slowakischen Aguda-Landesorganisation und Redakteur der »Jüdischen Presse« für die Cechoslovakei. '..׳.'׳.׳f-V Jacob Joel Braun נ״י uls Mitglied der Aguda-Delegation (935 in Erez Jisroel (rechts unten) in Gesellschaft des Nitraer!Raws (X) שליט״א Jacob Joel Braun ist eine Persönlichkeit von nicht alltäglicher Prägung. Er ist ein Mann, den ,wir mit der Be- Zeichnung: »ein geborener . Idealist«;, vielleicht am besten charakterisieren würden. Ein Idealist im Sinne der vollen und glühenden!Hingabe der eigenen Menschenpersönlichkeit an ein Ideal und der selbstvergessenen, unerschiitterliehen,Prinzipientreue. Im Besitze eines ungewöhnlich umfangreicheti Wissens und einer bewundernswerten griiiidliehen Bildung, wie auch einer sehr reichen Erfahrung־ — Schachnowitz bezeichnete ihn in einem seiner jüngsten Aufsätze als einen »lebendigen Lexikon ohne Druckfehler« —, gesegnet mit der schönen Gabe, einer vorzüglichen Feder, die einen lebenskräftigen, prägnanten und klar ausgeprägten Stil führt, ■lebt er unter den bescheidenen Verhältnissen einer kleinen Zweizimmerwohnung und eines kärglichen Einkommens. Im Bereiche seines großen Wissens und seiner ausgezeichneten Fähigkeiten lag es, eine viel glänzendere Lebensposition zu erlangen, als es die ist, in welcher er sein 60. Lebensjahr vollendet. Er war eben der Idaelist J. J. Braun, der von allen die ihn kennen, als die Verkörperurig und ein Musterbild unbeirrbarer Gesinnungstüchtigkeit, festverankerter Ueberzeugungstreue und makelloser Charakterreinheit geehrt und geschätzt wird. Es mangelte bei ihm nicht an Versuchungen finanzieller •Natur. In der Zeit vor dem X. Zionistenkongreß sollte er als Generalsekretär des »Misrachi« za einer hohen Beauitenstelluug in der palästinensischen zionistischen Nationalbauk avancieren. Er hatte bereits einen Vertrag abgeschlossen, in welchem ihm ein »Ministergehalt« zngesprochen wurde. Du kam. aber der X. Zionistenkongreß, welcher'das sogenannte »Kulturprogramm« in das Arbeits- Programm des Zionismus aulnahm. j. |. Braun — der iibriens sehr charakteristisch zu den »Ugandisten« gehörte — rach mit dem Zionismus, zerriß den Vertrag, ungeachtet seiner gutdotierten Stellungen, Aveil er es fernerhin mit seinem guten jüdischen Gewissen nicht vereinbaren konnte, in einem jüdischen Verband zu verbleiben, der über das bis dahin rein Avirtschaftliche und politische Progranun hinaus auch ein kulturelles sich zur Aufgabe stellte, welches aber nicht thoragemäß ist,.. Nach diesem seinem Austritt aus dem »Misrachi« erwachte auch in ihm der große Gedanke der Agudas Jisroel, zu deren ersten Gründern er zählte. Tm Jahve 1905 — nach dem Kisehenewer Pogrom — leitete er in Basel ein Flüchtliugsbiiro; 93.000 Menschen emigrierten auf dein'Wege dieses Büros nach deu verschiedensten Emigrationsländern. Ansonsten galt der größere Teil seiner Lebensarbeit den Aufgaben der Agudas Jisroel. Einige Zeit arbeitete! er als Generalsekretär unserer Weltorganisation in Frankfurt, Zürich und London. Seit zwei Jahren vermißt unsere Organisation seine segensvolle öffentliche Tätigkeit, von der ־ er sich zu unserem Leidwesen aus persönlichen Gründen zurückzog. Möge es ihm gegönnt sein, bis an die äußerste Grenze des Menschenalters im Kreise seiner Familie, in harmonischer Gemeinschaft mit seiner ihm ebenbürtigen »Esches Ghajil«, sich der geistigen Blüten der Saat, die er gestreut hat, erfreuend, in voller körperlicher und geistiger Frische noch viele glückliche־ Jahre zu verleben. 'S. W. Das neue jüdische Volksküchenheim in Bratislava eröffnet Nachdem der mit einem AufAvund von ca. einer halben Million Kö errichtete Neubau des jüdischen Volksküchenheimes in der Schloßstraße fertiggestellt wurde, fand, am vergangenen Sonntag unter Beteiligung verschiedener jüdischei• Körperschaften und, Vereinigungen die feierliche Sehergabe des Neubaues durch das BauküratQriüm an den jüdischen Volksküchenvereiri' statt• tu Vertretungdes ehrw, Herrn!Oberrabbiner Schreiber Avar sein ältester Sohn, Rabbiner S, Sch'reiböiy in ■Vertretung des Rahbinats Rabbi S. Kaliseh ersehianetttljiCFestfed^ hielt der Präses des Völksküchenvereines ׳Abfh ־ ÖK* JttL ,ft% i s «. der a\tf die. ünermüdliehe Arbeit des Öbiüadneä de# Bänküratedtims Gemeittderat Dr. F1 ei s eit h-a e k e t Mttwies und desseii Wöfdienste um die ErrMbsnf des Neubaites wtft* digte. (Namens der orth. isr. Kttlftfsiemeinde sprach ihr \ lZepräses Herr Ph. N e n m a W % Für die isr. Kongreßgemeinde Dr. Poizsölt. Nach den weitereü (Ansprachen durch die. Vertreter der jüdischfciriWöhlfahrtsinstitutiorien erfolgte die Besichtigung des netten Gebäudes und dessen Einrichtung. Hierauf nahm Dr. Fleischhacker die feierliehe Uebergabe an den VplksküfehettVerein vor. In dem ganz modern eingerichteten und mit allen Mitteln der modernen Hygiene ausgestattetert Gebäude wird vorläufi| Mittagessen ohne Fleisch für. Kc t.20. mit Fleisch für Kc 2.— verabreicht. Selbstverständlich erhalten gänzlich Mittellose ' das Essen kostenlos.(! In den Wintermonaten werden hier den Arbeitslosen Tee ••und Brot gratis verabreicht. Im ersten Stockwerk soll später eine jüdische Mittelstamlskiiche eingerichtet, werden. Freitag vorher wurde das neue Volkskiichenheim vom Kuratorium in Amvesenheit. des Bürgermeisters Dr. Krno und Vizebürgermeister Dr. Krausz. und Dr. Förster und zahlreichen journalistischen lind ,behördlichen Gästen besichtigt. ln einer Sitzung schildpr^'e Dr. Fleischhacker die Entstellung dieses Werkes und ,dankte namens der Judenschaft Preßburgs in Avarmen Aborten den anwesenden Bürgermeistern für die Unterstützung des Werkes durch die Stadtgemeinde.. In seiner. Erwiderung sagte Bürgermeister Dr. Krno u. a., die Stadtgemeinde habe diesen Bau gerne unterstützt, denn sie sei; für. alle Bürger ohne Unterschied des Ranges, der Nation und der Konfession da. ln xvarmen Worten sprachen siqR noch die Vizebürgermeister Dr. Krausz und Dr. Förster aus. Avorauf die Besichtigung erfolgte. Ein sozialer Hilfsverein für das karpatliorussische Judentum gegründet. Wie wir bereits kurz berichteten, fand vergangene Woche in Uzhorod auf Veranlassung der dortigen orthodoxen Lamleskanzlei eine Beratung Liber die soziale Frage innerhalb des karpathorussischen Judentums statt, an der sich verschiedene jüdische Körperschaften und Vereinigungen beteiligten.!Nachdem der Präses der Landeskanzlei die Sitzung mit einer Schi 1 derur^ der traurigen Avirtschaftlichen Lage des Judentumifln P.K.R. erÖffnete und hachdrücklichst betont hat, Aveiin'much die zu schaffende Hilfskörperschaft von ihr inszeniert wurde, daß dieselbe ganz unabhängig von ihr sein solle und es sollen sich auch alle Schichten der jüdischen BeAmlkeriing daran beteiligen. An der darauf eröffneten Debatte beteiligte sich eine ganze Anzahl von den anwesqridMp Delegierten, Avorauf die Gründungsresolution verleseft’faind eine provisorische Leitung für den neuen sozialen d•Hilfsverein eingesetzt wurde, der Personen aus deu verschiedensten Kreisen des jüdischen Lebens in P.K.R. an gehlen. Vom Schmitto-Komitee für die CSRV (HL Ausweis). Fra n2 firä n ntwei n und'jetzt auch Zahn-Crem e lu den jüngsten Wochen sind 'beim Schmitto-Komitee folgende!Beträge eingegangen: Batorove Kesy!Kc 395.—: Bratislava, Hauerg. Tempel 99.—; Brno 250.—; Cuz 145.—; Cir-c 92.50; Dymes 95.—; DeiüjatW'80.—; Kerecky (!Nachtrag) 25.—; iKapusaiiy pri Pres0A׳e108 ״.—;;Kiirima 279.—; Lipiany 127.—; Nadszeg 45.—; Npye Mesto n. V. 348.—; Nove Zämky (Nachtrag) '158.—ל: '^Neded 100.—; /Poprad 300.—; Pered 123.—; Piesfuny (Nachtrag) 54.—; Pezinok 410.—; Racistorf 35.—; . Somotor1./i'Ö5.50; Sevlus 938.—; Schlesinger-Nitra 100.—; Sala' 427.—| Trnava 1537.—; Uhersky Brod 50.—; Zdana 35.—; Di\ferse 40.—; zusammen Kc 6501.—; bisher ausgeAviesen: ^‘,'21.876.60; daher insgesamt: KC 28.577.60. : , ־ Mit dem dieswöchigen Ausweis sind die bischerigen ' Eingänge von rund 150 ׳Geinei 11 den‘;u nseres Landes ausge- Aviesen. Es sind demnach noch eine ganze;Reihe von größpren und kleineren Gemeinden,' ivp die Aktion durchgeführt, aber der Ertrag derselben' hoch nicht überwiesen wurde. Wir haben diese Gemeinden'־diese Woche wiederholt aufg^fordert, mit der Ueberwöisimg im Interesse der Gesuintaktion nicht länger zu zögern, damit die Spenden ehestens ihrem eigentlichen Zwecke, der Stützung der schmitto-haltendeu Arbeiter in Erez Jisroel, zugefiihrt werden können,;f Den ,Gemeinden, in denen 1liet Aktion eventuell noch nicht durchgeführt wurde, und clen einzelnen, die sich an, der Aktion noch nicht beteiligt habpn, können wir nur mit den Worten des מרגו דאלע^ •־!־־ישראל שלט״א . dem die רבנים הזאונים הי״ו unseres Landes gefolgt sind, zurufen:: »Reicht Euere helfenden Hände den Hütern des Schmitto- Jahres! Gebet dem nicht ,statt,! daß diese Heiligen des g—ttlichen Namens die Schande!des!Hungers erleiden sollen! Schließt Euch diesen Geisteshelden an, beteiligt Euch mit ihnen an dieser großeu!MizAvo! Lasset sie nicht allein im Kampfe für die geistige ׳und materielle Existenz! Stützet ihre Hände, die sie während,׳; des Jahres 5698 heilig zu G—tt erheben! Gebet Eure Spenden mit freigebigem Gemiite und offener Hand und empfanget die Sammler mit freundlichem Gesichte!« Schließlich bedenken Sie doch, . Sie weiß, was sie will, die kluge Hausfrau, wenn sie beim Einkauf stets die erprobte imd be'vähjte Marke verlangt. Das bekannte Markenzeichen ist ihr mit Recht Symbol der immer gleichbleibendeu Qualität und diese rechtfertigt stets von neuem das der Marke entgegeugebrachte Vertrauen, Wie vieles von dem, Neue«, das fast täglich im Handel auftaucht, verschwindet %hou; «ach kurzer Zeit, weil sich eben nur das Beste halten und durchsetzen kann, Meist fehlt dann die JangjährjgeErfahrung, die den Er?, zeugern alteingefüRfter und bewährter Marktmwaren zi^r Verfügung steht und '■ die׳ ׳; GgffiV:'ipeft׳:.E.w©üg1wss.e garantiert, Deshalb sehen unserp; Häu|f^*äuen beim Einkauf auch darauf» daß sie stets die von ihnen verlangte Märken■« wäre erhalten uqd nichts anderes.’Auch Dr. Oetkers Backpnlver und Dr, Qetkers Vanillinzücker mit der so einprägsämen Marke!»Heller Köpf* WbrRen seit Jährzehft^n in stets gleichbleibender und milliöhenfach bewährter Qualität erzeugt, was ihre Beliebtheit erklärt, daß gerade die gegenwärtige Situation, in Erez Jisroel es dringlicher denn je erfordert, daß Aich .das gesamte religiöse Judentum der Diaspora hinter dte, jüdisehen ״Men* sehen -in Erez jisröef steift« Bie dorl ete Lehen int GÖistt der Thora und Mizwos Zü leben befeit sind. Nur so kanä die Position des gesamten reli^iöseti Jitdetitums in Mi; Jisroel gestärkt und befestigt werden; das leider gegeft den Strom der Äreligiösität so schwer zu kämpfen . haL Es darf daher sowohl.:.-der׳ einzelne, wie die, GemeinsehafL die sich ihrer Pflicht bewußt sind, keine Gelegenheit vorbeigehen lassen nttd nach dieser Richtung hin ihr Möglichstes tun. > Geldüberweisuiigen sind ausschließlich an: »Bölitnische Union-Bank, Filiale Bratislava, ■Pöstsparkassenkonto Nr. 29.455 für das Schmitto-Komitee« zu richten. Sämtliche Beträge werden in den Zeitungen ausgewiesen und auch separat bestätigt. Spendet reichlich für die Schmitto-Aktion und sorget dafür, daß die Spenden auch schleunigst abgeführt werden! Das Schmitto-Komitee für die CSR. . Bratislava, Näm, Republiky 37. Deuisdtitutd Die Ausstellung »Der ewige Jude«. Anläßlich der Eröffnung der Ausstellung »Der ewige Jude« hat das bayerische Staatsschauspiel . im Residenztheater unter demselben Titel eine »Fest Vor führ urig« veranstaltet. ZAveck der Aufführung Avar, den jüdischen Clmraktei* in der Form auf die Bühne zu bringen, wie ihn die Streicliersche Judenhetze darstellt. Zuerst wurde eine Szene auf Grund der Lutherschen Streitschrift gegen die Juden dargestellt. Es folgten Rezitationen nach allerlei Aussprüchen Streichers soAvie auf Grund von Aussprüchen jüdischer Persönlichkeiten, die in tendenziöser Weise zusaiümcngestellt waren. Schließlicli wurde die Shylock-Szene aus Sliakespeures »Kaufmann von Venedig« clargestellL Große Teile* der deutschen Bevölkerung werden aitch nach München gebracht, um die Ausstellung »Der ewige Jude« zu besichtigen, die so aufgebaut ist. daß selbst der' Reichspropagandaminister Dr. Goebbels bei der Eröffnung sagen konnte, sie sei so grauenvoll, daß die Worte fehlten, sie zu schildern. In den zwanzig Sälen dieser Ausstellung findet man Avahre Gruselecken, die'init allem Geschick littd Raffinement aufgebaut wurden. Als Protest gegen die Verunglimpfung der Juden durch die Münchener Ausstellung »Der eAvige Jude« gibt die Uarand-Bevvegung 50 Markenseriell mit Porträts der verdienstvxrilsten Juden der Welt heraus, die mit französischon, englischen und deutschen Ueberschriften versehen׳ sind. Die erste Markenserie, die mit dem Porträt Paul Ehriiclis erschienen ist, trägt die folgende Ueberschrift: »Ant-, wort auf die Münchener Ausstellung ״Der ewige Jude“«. Unter dem Bilde befindet sich .der Satz: »Paul Ehrlich, Nobelpreisträger, deutscher Jude, bewahrte Millionen von Menschen durch seine Erfindung vor grauenvollem Siechturn.« Die Marken werden in alle Länder der Welt verschickt. . ' * Ungavn Die ungarische Orthodoxie׳ hat an zuständiger Stelle angeregt, eine J eschiwo staatlich als Rabbinersclrale äiizu-■ erkennen. Sie hält diese Anerkennung für notwendig, Viim.!5 das •Ansehen der Jeschi wo th״ zu stärken und die kon1essiö7^ nelle Autonomie der orthodoxen Juden: auszubauen. Säintliehe rezipierte Konfessionen — führt der offiziöse »Zsidö Ujsag•«.. aus — besitzen in Ungarn •staatlich anerkannte Schulen zwecks Ausbildung ihrer Seelsorger, mir die Orthodoxie hat an Stelle der Preßburger■ Jeschiwö,׳ die bekanntermaßen die' mit Oeffentlichkeitsrecht versehene Rabbinerschule der orthodoxen Juden Ungarns war, keine neue Institution geschaffen. Nun soll das Versäumte ehestens nachgeholt werden. Die orthodox-israelitische Kultusgemeinde in Budapest veranstaltete zu Ehren der JeschiAvo-Zöglinge, die zum neuen Seman die Hauptstadt verlassen und Thora-Lehraustalten in der Provinz aufsuchen, im Festsaale der Kultusgemeindc einen Abend. Es Avurde bei diesem Anlaß festgestellt, daß in Budapest 500 Familien ihre Söhne auf Jesclihvoth erziehen lassen und bedeutende Beträge für den Verein »Hisharu« zur Unterstützung armer JeschiAvo-Zöglinge sammeln. , ^mnäniezi Die Landesrepräsentanz der Organisation der orthodoxen j uden in Siebenbürgen versammelte sich am 25. und 26. Oktober unter Leitung des Kanzleipräsidenten, Oberrabbiner Wesel, zu einer Sitzung. Da die Regierung keine? weiteren Subventionen für die orthodoxen Juden erteilt, Avurden die Modalitäten durchberaten, unter Avelchen die materielle Basis für die weitere Tätigkeit der Zentralkanzlei gesichert Averden kann. Dann Avurden durch Kooptation einige neue Mitglieder in die Repräsentanz, aufgenommen. Schließlich wurde eine Resolution angeuommeu, di§ unter Hinweis auf die patriotische Gesinnung, Steuerxmd mili- ׳■türische Dienstleistung der frommen Juden,; fördert! daß ’ — Avie in der Vergangenheit — auch in der Zukunft Staatliehe Subventionen der Landesorganisation der orthodoxen J uden erteilt werden. Das alte Gravameri der’ Juden, der Schreibzwung am Sabbat in den Schulen, ist noch immer nicht aufgehoben und im Lande wird eine hemmungslose Agitation entfaltet, welche für Schmälerung 'der gesetzlich zugesicherten Rechte der Juden Stiriimung ־macht; Die orthodoxen Juden Siebenbürgens verwahren 1sich s'chärfstens dagegeu, ־• :■«V■ ־׳■ .־, , fielen Charakteristisches Inzident in einer T«1־i1öwer Mädchenschule. In der 7. Klasse der Mädchenschule in Tarnoyr wn1־de ein Blatt eines Schreibheftes mit verschiedenen beleidigenden Sätzen gegen die polnische Nation und die christliche :Religion, wie »allen Palen und Christen sollte man die :׳Köpfe äbhacken«, »Heraus mit den Polen«,, usw״ von sei-;teu einer Mitschülerin der besten Schülerin der Klasse, einer Jüdin, ׳Frl. Mina Mahlei•, unter ihre Bank geworfen.;!Nachher sind einige antisemitische Schülerinneu ajaf die jüdische Schülerin zugegangöu, haben diese Schrift mit dqn abfälligen Bemerkungen »entdeckt« und der 1LehreH»■; übergeben. Als diese die jüdische Schülerin, zur Yerant•* t wörturig zog, erklärte diese kategorisch, daß sie dies | aus dem Grund nicht geschrieben haben konnte. zumM 'die jüdische Religion es gebietet, alle Menschen gleich zu lieben und zu schätzen. Die Schülerin beantragte vielihelvr, daß sofort sämtliche Schulhefte bei den Schülerinnen ein- 1gezogen werden, ׳ um fesizustellen. in welchem ein Blatt, fehlt, was die Lehrerin auch gleich durchführen ließ. Hier״ bei trat die Wahrheit zutage. Im Hefte der Schülerin, die aus einem ausgesprochen antisemiUscheu Hause stammt,

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