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Jüdische Presse · 1937-10-01 · 33 (1.10.1937) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
33 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Ndtirtöve typlÄhttie fmvötene riadif ftagf « telegfafov v Bratlslave *1s. 41572-1«-20 V. k b. 3UDI6CH6 DDfifififi /׳ ■ rra 2eil0«*e1t taut Vetfegef *etsettttet Jötjfttäl e*|s6ft6 mt r&ÜftsHf WIEN'BRA T/SLA VA m /. OKt; /<B7־ כ״ו תשרי תדצ״ה 23. Jahrgang f Nammer 33 Redaktion and Administration: Wieü, II.» Mälsgasse i2ä, Telephon-Nf. Ä*46-0*i5; Tscheehöslowafeei: Bratislava, Republikplatz Nr. 37, Postfach 381 / Erscheint Jedeft Freitag / Redaktionsschlufi: Mittwoch Mittag Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kg 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ansland Schw. Fr. 14. Einzelnnmmer öst. Gr. 40. Zahlungen für »Jüdische Fresse«, Wien, auF folgende Post* Sparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.038, B11dapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 193.316, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. YlII, 4117, Berlin Nr. 122.619 ' für »Jüdische Presse«, Bratislava: Prag Nr. 53.386. ORGnn pür Die imreRessen Des 0RTH0D0Hen juoervrums ftiede, Huttut und Judeuftofe (K-l.) Tn der gesamten Kulturwelt — soweit sie dieses Attribut noch verdient — herrscht helle Empörung und Entrüstung über das Vorgehen Japans in China. Ohne formelle Kriegserklärung wird, seit etwa 2 Monaten ein Vernichtungskrieggegen China geführt, ein Krieg, der sich in der Hauptsache gegen die Zivilbevölkerung richtet, offene Städte mit Bomben belegt und Wehrlose eines grausamen Todes sterben läßt. Diese Empörung, soweit sie tatsächlich von menschlichen Empfindungen diktiert wird und. nicht bloß Ausdruck egozentrischer politischer Erwägungen ist, ist wohl berechtigt und begründet. Ebenso begründet ist auch die Entrüstung aller Kulturinenschen über die Vorgänge in Spanien, wo seit 15 Monaten ein furchtbarer Bürgerkrieg wütet, der vielleicht längst zu Ende wäre, wenn nicht »Freiwillige« aus den verschiedenen Ländern dabei mittun würden. Man ist empört über das Treiben der U- Boot-Pi raten im Mittelmeer und läßt ganze Armaden aufmarschieren, um diesen das Handwerk zu legen. haben als äußeres Symbol des Friedens die Umarbeitung der Schwerter in Ackergeräte bezeichnet. Das Uebermaß an KriegsHistung muß letzten Endes doch nur zum Krieg: führen. Auch eine zweite Parole ist bei dieser Gelegenheit verkündet worden: Die Erhaltung der Kultur! Die Welt hatte bisher eine andere Auffasst!ng von dem Begriff »Kultur«. Kultur und Humanität sind synonyme Begriffe. Kultur im Zeichen eines Uebermenschentums, das sich über alles Andersgeartete, hinwegsetzt, ist ein Wider- ■ Spruch in sich selbst. Allerdings hat es schon einmal »Herrenvölker« gegeben, die eine hohe Kulturstufe erreichten, aber zugleich ganze Völker versklavten und entrechteten. Die Pharaonen Aegyptens erreichten den Gipfel der Kultur, zwangen aber das ganze jüdische Volk zur Fronarbcit und schraken vor Kindesmord nicht zurück. Die Babylonier und die ׳Assyrier standen auf hoher kultureller Stufe, wüteten aber mit Feuer und Schwert gegen andere Völker, verwandelten ihre Länder in Wüsteneien und schleppten ihre Bewohner in die Sklaverei. Auch die Griechen und die Römer waren Herrenvölker von hoher kultureller Entwicklung, aber zugleich Eroberer und Bedrücker. Was aber war das Ende ihrer Kultur? In Trümmer wurde alles zerschlagen und ihre Smtren müssen heute buchstäblich unter der Erde ausgegraben werden. Es gibt aber eine andere Kultur, die noch heute lebendig ist und nicht, erst ausgegräben werden ,muß — die Kultur der Lehre vom Sinai,, die Kultur der Psalmen und der Propheten. Eine Kultur, die auf dem währen Menschentum beruht, den Schutz der Schwachen und Wehrlosen predigte, die Gewalt verpönte, das Blutvergießen untersagte und jedes Unrecht brandmarkte. Diese Kultur hat das Altertum und das Mittelalter überlebt, die Neue Zeit miterlebt —־ diese Kultur mit ihren ewigen Werten wird — mag־ es heute noch so schlimm um sie bestellt sein — auch die Allerneueste Zeit mit ihren Kulturparolen überleben. Wenn man aber den eigentlichen Gründen nachgehen wollte, warum es so weit kommen konnte, warum man sich derartige Dinge ungestraft erlauben dürfe, so stoßt man letzten Endes — so merkwürdig das auch klingen mag — auf die ... jiidenfrage. Allenfalls in einem ganz anderen Sinne, als nach der Maxime »Der Jud’ ist an allem Unheil schuld!« Ein geistreicher Politiker hat einmal gesagt, die Feststellung, der Verbrauch an Seife sei maßgebend für den Stand der Kultur eines Volkes, müsse durch die Fest- ״Stellung, ersetzt, werden: Die Art, wie die J udenfrage in einem Lande behandelt werde, bilde den Maßstab für die Kulturstufe desselben. Und in der Tat: es hat Zeiten gegeben, wo die Auswüchse und die Entartungen des Judenhasses in der gesamten Kulturwelt nidht nur Empörung, sondern auch Abwehr auszulösen pflegten. Selbst das mächtige Zarenreich, um dessen Freundschaft alle Großmächte buhlten, mußte mit der öffentlichen Meinung der Kulturwelt rechnen, wenn seine Huligans sich allzuweit vorwagten und es mit den Pogroms allzuarg getrieben haben. Damals wären auch solche Dinge, wie wir sie in Spanien und in China erleben, unmöglich gewesen. Heute ist es anders. Die sogenannte Kultur- weit sieht ruhig zu, wie die Juden in dem einen Land diffamiert und ihrer Menschenrechte beraubt, wie sie in einem anderen Lande Wirtschaftlieh dem Hungertode preisgegeben werden, wie sie anderswo Pogromwellen über sich ergehen lassen müssen. Die Welt ist gegen Unrecht und Gewalt abgestumpft und gleichgültig geworden — was Wunder, wenn dann solche Dinge wie in Spanien und China möglich sind! Wenn einmal Unrecht und Gewalt toleriert werden, dann bleiben sie nicht bei den Juden stehen, sondern greifen viel weiter; dann aber nimmt man Empörung ■und Entrüstung nicht allzu tragisch und läßt alles gewähren. Gerade um diese Zeit haben die Führer zweier großer Kulturvölker, die sich an der Spree ein Stelldichein gegeben, der aufhorchenden Welt die Parole »Frieden« und »Kultur« verkündet. Die Friedensparole.kann zweifellos ernst genommen werden. Erst wenige Tage vorher hat der englisehe Außenminister die Feststellung gemacht, daß der Krieg kein gutes Geschäft sei. Allerdings mutet eine Friedensparole unter Säbelgerassel etwas eigenartig an. Die jüdischen Propheten oetU Jatot auf und tun Von Rabbiner V An festlichen Tagen p7legt man gewöhnlich alles cliireli eine festliche Brille zu sehen; die Kenessio Gedaulo hat sich, das werden alle vorurteilsfreien Beobachter festgestellt haben, von solcher Betrachtungsweise vollständig freigehalten. Alle offiziellen Berichterstatter haben die Dinge geschildert, wie sie sind und nicht so, wie sie sie gern gesehen, wie sie sie gern selber gestaltet hätten. Auch fiir Beth Jacob darf dies gelten. Als Referent der. Beth Jacob-Zentrale habe ich mich von jeder beschölügenden Betrachtungsweise bewußt ferngehalten; und doch hat Beth Jacob auf der Kenessio Gedaulo gut abschneiden können. Das ist gewiß nicht im mindesten mein Verdienst; das ist der Segen der guten Tat, die vor fast zwei Jahr• zehnten getan wurde und die, fortzeugend, Gutes gebärt; Sehe n i r e r und D e u t s c h I ä n cl c r, das sind und bleiben die beiden Namen, denen Beth Jacob Werden und Aufstieg dankt! In dem gedruckten »Bericht an die Dritte Kenessio Gedaulo«,den UriehBirnbaum im Auftrag der Zentrale vorbildlich zusammengestellt hat, und der der Oeffentlichkeit unter dem Titel »Programm und Leistung — Keren Hathora und Beth Jacob 1929—1957« vorgelegt wurde, nimmt die Beth Jacob-Arbeit naturgemäß einen breiten Raum ein; dieser Bericht gibt alle Phase 11 der Entwicklung wieder und findet seine wertvolle Ergänzung durch den ausgezeichneten Bericht, den die Krakauer Beth Jacob-Zentrale für die Zeit zwischen zweiter und dritter K. G. über die Atbeit des polnischen Beth Jacob angefertigt hat. Dieser Bericht trägt die Unterschriften: Mausche Deutscher und Juda Leb Orloan, und gibt damit die Namen an, denen wir in Polen die Erhaltung des großen Werkes in erster Reihe zu verdanken haben. Was geleistet wurde, zeigen diese Berichte, auf die hier verwiesen werden kann, weil wir ihre genaue Lektüre von j edein an der Arbeit Interessierten erwarten, v erlangen müssen! (Es wird, von den Eingeweihten bitter empfunden, daß die agudistische Oeffentlichkeit stäudig über mangelnde Berichterstattung klagt und dabei die agudistischen Berichte kaum liest!!) Was fehlt, das ist jetzt nach der.K. G. vor allem ins Auge zu fassen, daß dem Mangel abgeholfen werde. Und. in dieser Hinsicht haben die von der K. G, gefaßten Entschließungen den Weg־ für die Zukunft gewiesen! Die K, G. hat London als obersten Sitz der Leit u n g bestätigt; sie fordert aber den Zusammenschluß aller U det Heaessia ^edauta 7olf S. Jacobson. Beth Jacob-Schulen eines Landes in einem Lan des verband und die Vertretung jedes Landesverbandes in dieser londoner Zentrale. Sie hat den prinzipiell wichtigen Be- Schluß gefaßt, daß eine dem Landesverband nicht angesehlossene Schule nicht den Namen von Beth Jacob führen darf. ץ " Die Landesvertreter bilden zusammen mit der Londöner Zentrale den V erwalt u ng srat von Beth Jacob; dieser muß mindestens einmal im Jahr, und zwar abwechselnd in einer der Beth-Jacob-Zentralen, zusammentreten..! ln pädagogischer Hinsicht'wird die Zentrale von einem, pädagogischen Beirat beraten, dem neben (len Leitern der Beth Jacob-iLehrerinnenbildungsanstalten auch an-, erkannte orthodoxe Pädagogen angehören sollen. Fac hu n d II a n d e 1 s a u s b i 1 d u n g ist erneut als eine der vordringlichsten Aufgaben von Beth Jacob unterstrichen worden: die Förderung von »Ohe! Soro« in Lodz und der Beth J acob-Handelssch ule in W a rschau der Zentrale daher als besonders dringlich ans I.lerz gelegt worden. . Neben der geistigen Ausbildung in Beth Jacob ist auf Hygiene u n d G e s u n d h e i t s p f 1 e g e besonderes Augenmerk zu richten; S c 11 ii 1 e r i n 11 e n b e s p e i s u n g muß, wo die Lage es erfordert, durchgeführt, das Netz der S o mm erkoloii ien ausgebgut, das K i 11 d e r s a n a t or i 11 in in Dl u g o S i e d 1 a in seinem Bestand gesichert werden. , 1 Die Frage geeigneter J u g e n d 1 i t e r a t u r, die S c 11 a f f 11 n g־ v o n L e h r in i 11 e 1 n in allen Sprachen hat die Keren Hathora und Beth Jacob-Kommission in ihren Sitzungen wiederholt beschäftigt; der Beth Jacob-Verlag in Lodz ist ein verheißungsvoller Anfang, er muß aber, durch die Zentrale unterstützt, noch in größerem Umfang• ausgebaut werden, um allen vielgestaltigen Ansprüchen entsprechen zu können. Erez Jisroel hat die K. G, nicht nur unter den großpolitischen Gesichtspunkten und nicht nur unter der Not seiner Pauale Ag'fidas Jisroel beschäftigt; die Klage, daß die Beth Jacob-Zentrale Erez Jisroel bisher völlig ver- ׳nachlässig! hut, mußte leider von uns, den verantwortlichen Instanzen, als vollberechtigt anerkannt werden. Dies um so mehr, als das palästinensische Beth Jacob-Werk sich durchaus in das allgemeine Beth Jacob-Werk einordnen will und' au die Zentrale das dringende Verlangen gestellt hat*, eine leitende Persönlichkeit aus polnischen Beth Jacob-Kreisen; als ständigen Inspektor nach Erez Jisroel zu entsenden. Die Ollunaf-SchUf- Perücken- GroBarzeugunä PerUcke preiswerte QuaUlcüsarbell Wien I, Kärntnerring 6 Tel» U-43-0-16

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