Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 24 (30.7.1937)
- Date
- 1937-07-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Steifte4 '.׳. JÜDISCHE PRESSE 7, ., * lrt . Erwiderung auf eine Anfrage am Colonel Wmgrudbd,ob die: englische Regierung auf Grund des Var* träges tioischen England und dem Irak den oer folgten Juden dieses Landes Schute /gewähren wolle, erklärte der Außertminisler Anthony Eden iw Unterhaus, er habe beim englischen Gesahdien in Bagdad Informationen über die kürzlich aus dem Irak berichteten antijüdischen Unruhen angefordert,* mimischen habe der Irak-Gesandte in London diese Berichte dementiert. , * Die Polnische Telegraf eh-Agentur veröffentlicht eine Statistik der' Bevölkerung Polens, aus der heroorgeht, daß Unter den hichtchristlichen Religionen der mosaische Glaube am stärksten vertreten ist. Gegenwärtig leben in Polen drei Miltionen Menschen mosaischen Bekenntnisses, daoon 78% in Städten. Am stärksten oon Juden besiedelt ist die Umgebung oon Lodz, Lublin und Bialystok. In der Krakauer Woiwodschaft bilden die Juden ein Viertel der Bevölkerung. In Posen und Pommerelten ist die Zahl der Juden nur unbedeutend. * ln Palästina sind mehrere amerikanische Senatoren und Staatsbeamte eingetroffen. Der Zweck ihres Besuches, der keinen offiziellen Charakter trägt, ist es, die gegenmärtige Lage in Palästina aus eigener Anschauung kennen zu lernen': * Das deutsche Reichsinnenministerium bereitet ein Gesetz bezüglich der Erteilung oon Pässen für Juden oor, welches: anläßlich des in Nürnberg stattfindenden Parteitage* iWlSeptember oerkündet und sofort in Kraft gesetzt werdet! ,soll. ״Das;,Gesetz sieht vor, daß künftig Juden kein Auslandspaß mehr oon den Polizeibehörden ausgestellt wer- :einen Ersatz für. eiheh(:Paß,'jmp8igj0-^h1^■,zu Reisezwecken nicht benutzt werden darf, Jfidgnl\dJ%/{hg״JÄÜ$Jand ■reisen wollen oder auszuwandern wünschen,r!;'ibkfden**gezwungen sein, besondere Anträge bei den zuständigen Pölizeinmtern um Ausstellung des notwendigen Reisepasses eihZUfeiclxen. JErst nach einer genauen Prüfung sollen solche Gesuche, entschieden werden. . * Durch Königliches Dekret ist der Richter um Appellntionsgerichtshof Aoram Russo zum Mitglied des Obersten Gerichtshofes Jugoslawiens ernannt worden. Es isj: das erste Mal, daß ein Jude dem Obersten Gerichtshof angehört, ׳ * In einer Rundfunkrede beschuldigte das Mitglied des amerikanischen Kongresses, John McOrmac, Deutschland, daß es die Vereinigten Staaten mit nationalsozialistischem Propagaiidamaterial überschwemme, ln jeder bedeutenden Stadt Amerikas, insbesondere im Norden und Westen, betreibe die deutsche Jugend regelrechte militärische Uebun- Die!Farbe der Strümpfe im Sommer. Im Sommer ׳trägt man helle Kleidung und da kommt es vor allem auf die richtige Schattierung an. Sie müssen fein sein und eine matte ■Nuance besitzen. Diese!Eigenschaften haben nur aus gutem Material hergestellte und sorgfältig geprüfte Strümp fe. Bafa erzeugt Str iimpfe in 19 Fa rbs ch attierun gen. Jede Frau kann sich jene ׳Misslichen, die sie zu ihrem Sommerkleid braucht. - gen unter der Anleitung nationalsozialistischer Instruktoren.: man präge der Jugend Theorien •ein, die sich gegen die amerikanische Regierung und Tradition richten. McOrmac beschuldigte Hitler, daß er sich seiner diplomatischen Ver- , trejei ’iini 'ÄrjJefiKyJ\bedienef,i'um ',{i^fjige\ 'Propaganda zu odfUreiieri, wöbet den Dätitscli-Amhikünefn'.’gecfroht!rviffl, mäh. werde mit ihren Verwandten in Deutschland abrech-, nen,;/falls sie den Befehlen nicht Folge leisten würden.« . * Die Oxforder Kirchenkonferenz befaßte sich mit der Frage des sogenannten nationalen Zusammenschlusses und hob hervor, daß die Nationalität ein Geschenk G—ttes ist, andererseits aber betonte die Konferenz, daß die Nationalität nicht zum höchsten Wert werden und die Nation nicht oerg—ttet'werden dürfe. Es wurden die nationale Eigensucht, die rassische Ausschließlichkeit und der Haß oerurteilt. Hiebei wurde ausdrücklich der Antisemitismus erwähnt. Es sei Sache der Kirchen, durch die Verkündung des Evangeliums dem .nationalen Leben Inhalt zu. geben und dabei Wächter des Oekumenismus bzw. der übernationalen Gemeinschaft zu sein. / * Bei den jüngsten antijüdischen Demonstrationen in Czernowitz wurde außer dem?0 jährigen Kaufmann Nathan Brotmann auch der Jude Asriel Blauköpf schwer verletzt. Der Verletzte wurde in bedenklichem Zustande ins Krankenhaus überführt. Wie nachträglich gemeldet wird, konnte einer der Täter oerhaftet werden. * Im Herbst wird im Deutschen Museum in München eine große politische Schau unter dem Motto »Der ewige Jude« von der NSDAP-Gauleitung München im Einoernehmen mit dem Propagandaminister Göbbels eröffnet werden. Die Ausstellung soll Propagandamaterial, Lichtbilder, Akten, Urkunden usm. über die Rasse und Herkunft der Juden, ihre Bildung, Religion und Rechtsauffassung bringen und »das schädliche Wirken des Judentums in der ganzen Welt •veranschaulichen.« Wie der »Völkische Beobachter« schreibt, soll die Ausstellung die Judenfrage »einzig und allein vom deutschen Standpunkt aus* behandeln und das »Endziel der Juden — die Eroberung der Weltherrschaft« auf zeigen.«. * »Morning Post« berichtet aus Johannesburg, daß eine Hochflut oon nationalsozialistischem Propagandamaterial nach Südafrika verschickt worden sei. Zehntausende von Broschüren, die in afrikanischen Sprachen geschrieben sind, wurden in Hamburg auf gegeben. Sie wurden dadurch entdeckt, daß sie vielfach an afrikanische Juden mit arisch klingenden Namen versendet wurden, die sie den Behörden übergaben. * In S o f i a ist soeben eine Enquete über »Rassig-■ m us ü n d A n tise m i t i s m u s« durchgeführt worden, auf die eine Reihe hervorragender Persönlichkeiten des öffentliehen Lebens Bulgariens, unter ihnen der frühere Außenminister Souroff, der frühere Ministerpräsident und Außenminister N. Mouchanoff und der frühere Minister Grigor Vnssileff, geantwortet haben. In sämtlichen Beiträgen wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß die Juden Bulgariens Anspruch auf die gleichen Rechte haben, wie die übrige Bevölkerung des Landes, *Der Grand Rabbin von Algier, Samuel Sero r, ist im Alter von?4 Jahren nach langer Krankheit gestorben, * Anläßlich der Tagung des K ur zw eile nk ong ress e s gab die » Wiener Medizinische Wochenschrif t« eine Festnummer heraus. In einem der Aufsätze hebt Dozent ,Dr. Libesny den seinerzeitigen Ausspruch des berühmten Nobelpreisträgers Prof, N er ns t aus Berlin hervor, der erklärte,; daß ohne die Erfindung der Kurzmellenröhre durch den j ii dis chen Gelehrten Robert Li e ben, deren sich llindenburg im Wege der drahtlosen Telegraphie bei der Schlacht von Tannenberg bedient hatte, die Deutschen diese ■Schlacht nie gewonnen hätten. Ein Institut für jüdische Mädthenbildung '"■•יי׳■׳ in Längst hat ftiaii dfkäWht, (faß es hettte. int Zeitalter tter Weltansfehöttungäkäitibfe, nicht tnehf tenüft, wie einstens, um־ die männliche jitgenti an das Wissen des Jttdentnnis heranzü führen* sondern*׳ daß das gleiche auch mit der weiblichen Jugend geschehen müsse. Aus dieser Erkenntnis heraus ist tor* Jahren das herrliche Beth-Jakob-Werk, unter der Leitung ton Dr. DeUtschländer s. A. hertorgegängen. Eine Unzahl ton Beth*Jakob-Schulen unter der Leitung tön Lehrerinnen, die in eigenen Beth-Jakob-Leltrerinnenseminaren herangebildet wurden, wirken bereits in den terschiedenen Ländern und der Segen dieser Institution, die zu den größten Aktiten des religiösen Judentums der Gegenwart gehört, ist nicht abzuschätzen. In Wien selbst besteht seit mehreren Jahren ein Beth- Jakob-Lehrerinnenseminar, aus welchem bereits eine große Anzahl von Lehrerinnen Oesterreichs und anderer Länder hertorgegängen sind. An dem zweijährigen Lehrgang dieser Anstalt haben bisher — und das war ja ihr Zweck gewesen — nur solche Mädchen teilgenommen, die tatsächlich die Absicht hatten, nach Absolvierung des Studiums sich dem Lehrberufe zu widmen. Zwangsläufig mußte daher die gesamte übrige religiöse weibliche Jugend unserer Stadt, die sich solch ein Ziel nicht gesteckt hafte, aber dennoch gerne in jüdisches Wis^nveingefübtti ^prden1.wäre, •unbcrücksieh^ tigt bleiben. DMC1־ Bte^ftfäüknhÄ tieferen *, Wissens tom Judentum auf den Llhtmiütidn kann natürlich vom Standjmbkf dm weiblichen Jwgendbildung febertso'itvenig genügen^ wie .etwa. tomrStandpUnkt der männliehen Jugenderziehung der Besuch der r Jeschi Wo attsschliefilieh durch zukünftige Rabbiner, So wie in religiösen Kreisen unserer Stadt für die Männliche Jugendp unabhängig von den später M:ergreifenden Berufen, ,der Besuch einer Jeschirm.. für mehrere Semester heute bereits; tu einer׳ Selbst- Verständlichkeit geworden ist, ebenso ■ Muß es setbstöerständlieh werden, daß das jüdische Mädchen nach Absolvierung der Pflichtschule mindestens 1—2 Semester ausschließlich der Kenntnis des Judentums widmet. Hier soll sie die Grundlage für ein Bewähren als bewußte religiöse Jüdin im späteren Leben erhalten. Dieser dringenden Forderung Rechnung tragend, hat die Leitung des Wiener Beth-Jakob-Lehreriniienseffiiftars in dankenswerter Weise :schon für das beginnende Schuljahr einen einjährigen Lehrgang eingerichtet, der der; gesamten weiblichen Jugend vom vollendeten 14׳. Lebensjahre offensteht. Kenntnis der;Bibel, Dinim, jüdische Geschichte und jüdische Weltanschauung werden die Hanptdisziplinen des Unterrichtes sein. Es steht zu hoffen, daß die weibliche Jugend unserer Stadt von der ihr gebotenen Gelegenheit reichlichen Gebrauch machen wird. A. B.! Die AgjJdaÄ-Uisroel-Mädchengruppe Wien wünscht ihrem •Verdienstvollen Vorsfandsmifglied, Fräulein Söri Ffectier, anläßlich ihrer Verlobung mif Herrn Jakob' Hornstein herzlichsf!טוב Vrtj־ ST IE 1LIL IE ־N M AYIFWT ו Konkurs Für die hohen Feiertage suchen wi!1־ einen שחרית ו"!" מוסף בעל תפלה Der Bewerber muß sehr streng orthodox sein, mit kräftiger, klangvoller Stimme, österreichischer . Staatsbürger. Anmeldungen täglich von 8 »bis 9 Uhr abends »beim Vorstand des .Bethauses »EMES W‘SCHOLAUM«, Wien, H., Große Schiffgasse 24. Alleinstehender alter Herr oder Frau, eventuell Ehepaar, wird von streng orthodoxer Familie cf g־eg־c im Burgenland 5־en eine einmalige Abfindungssumme in ihre Familie aufgenommen. Referenzen vorhanden. Unter »Sorgenfrei« an ■ die Redaktion des Blattes. Die neugegruiidele Talmud-Thora im Rahmen der Somborer orthodoxen Kultusgemeinde, sucht einen jungen Mann, der pädagogische Talente zum Unterricht von einigen Kindern besitzt. Schriftliche Offerte md׳t )Referenzängabe Wörden; chingend :erbeten!;an:־ FL/Adolf. ־ ■ :־■f > 1 ׳.! ׳־ ׳Gewfirtz* Sömbor. ׳;!׳, •!«־! .;!• Geprüfte, iuiigef ungarische Lehrerin, aus besserem jüdischem Hause, sucht über die Sommerferien, zwecks Aneignung' der deutschen Sprache in Oesterreich, bei orthodoxer Familie, eventuell durch Täusch, eine Anstellung ohne Gehältsanspruch. :Sie beschäftigt sich gerne mit Kindern oder könnte im Haushalt behilflich sein. Anträge werden an M. Kuttner, Lehrer, Tab.,, Com., Soinogy, Ungarn, erbeten.. (Gute Luft mit Talmud Thora und Jesclvhvu.) Tüchtiger Kommis, der drei Landessprachen mächtig־, wird bei Firma David Kästner, Bratislava, Repu^likplatz 27, aufgenommen. Junger Kommisy der Lederbranclne, verläßliche Kraft, findet sofort Aufnahme bei Firma J. H. Weisz, Nitra, Masarykova 18. . Die besten ' Slrohwilwerabonnements bei f Nagel. Wien II, Pralersir. 33 Unter-Aufsicht des liabbinats des Adas-Jisrocl-SdUtfsdiul Streng koscher! 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