Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 15 (16.4.1937)
- Date
- 1937-04-16
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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JÖmSCltE PRESSE ffh iS //Gehen sic nach Bi'roaBidsdian?" Unter diese? Ueberschrift ergeht sich der Abgeord* nete der Slowakischen Volkspartei Sidor in der Osternummer des ״Slovenskä pravda“ in . einer gehässigen Antwort auf unsere in Nr. 12 der ״Jüdischen Presse“ erschienene Stellungnahme zu seiner im Außenausschuß des Parlaments eingebrachten judenfeindlichen Interpellation, itt welcher er eine zwangsweise Auswanderung der Juden aus der Slowakei nach־ Palästina und Biro-Bidschan gefordert hatte. Sidor schreibt u. a.: ״Die ,Jüdische Pressd' reagiert in der Nummer vom 19. März auf meine Ausführungen und sägt; ,Möge Herr Sidor tun, was er will, sie, die Juden, haben versichernde Aeußerungen erhalten vom Präsidenten-Befreier T. G. Masäryk, dem Ministerpräsideuten Hod2a und dem Herrn Minister Näjman, daß ihnen in der Tschechoslowakischen Republik nichts geschehen ,werde. Sidors Antrag, daß die Juden nach Biro-Bidschan gehen sollen, wollen sie nicht befolgen, weil sie nicht alle Korhmunisten sind. Im übrigen ist Herr Sidor gegen die Demokratie ...' Nun, was ist eigentlich ״Demokratie?, frage ich die ״Jüdische Presse“. Demokratie ist nichts anderes als die ״Herrschaft des Volkes". In der Slowakei ,die ״Herrschaft des slowakischen Volkes". Um diese Herrschaft geht es mir als demokratisch gewähltem Abgeordneten. In der Slowakei möge das slowakische Volk, die slowakische Nation, herrschen. Die Juden verbergen sich hinter der Demokratie und identifizieren sie mit ihrer eigenen Herrschaft in der Slowakei. Ich habe mich ihrer Herrschaft Über die Christen entgegengestellt und siehe: ich - hätte >mich gegen die Demokratie gestellt. Nein, niemals werde ich gegen die Demokratie sein, aber immer gegen die ״Zidokratie", welche nicht verwechselt werden darf mit der Demokratie, nicht einmal in den Spalten der;jüdischen Presse‘.“ Soweit der Erguß des Abg. Sidor, zu dem vorerst festgestellt werden muß, daß darin einige Zitate aus der ״Jüdischen Presse“ falsch angeführt sind. Der Name des Handelsministers Najman wurde in der genannten Nummer der ״Jüdischen Presse“ in Zusammenhang mit den judenfeindlichen Auslassungen Sidors überhaupt nicht erwähnt. Gefälscht ist ferner die Anführung: ״Sidors Antrag, daß die Juden nach Biro-Bidschan gehen sollen1, wollen sie nicht befolgen, weil sie nicht Kommunisten sind." Wir haben von einer Befolgung oder Njichtbefolgung des Sidorschen Anträges kein Wort erwähnt. Wir stehen ja g-ttlob nicht vor einem diesbezüglichen praktischen Entschluß. Eine Uebersiedlung der Juden nach Biro-Bidschan ist ja bloß ein unglücklicher und häßlicher Tagestraum des Abg. Sidor, der einen etwas lauten Ausdruck in der geduldigen Atmosphäre unserer Parlamentsräume fand. Im Zusammenhang mit Biro-Bidschan haben wir nur die Bezichtigung der Juden, sie seien Kommunisten, mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen. Es zeugt nicht von großer Ehrenhaftigkeit und gutem Gewissen, wenn Herr Sidor unserer Feder die Worte unterschiebt: ״Weil sie nichf alle Kommunisten sind“. Dieser Wortlaut soll offenbar nach der Absicht des Abg. Sidor andeuten: sie sind es wohl zum größeren Teile. Wir behaupteten aber selbstverständlich, wie es der Wahrheit entspricht, das Gegenteil. Abg. Sidor will uns über die Bedeutung von ״Demokratie" belehren, die nicht mit ״Zidokratie“ identisch sei. Wünscht Herr Sidor für diese seine wunderbare gesellschaftspolitische Definition vielleicht ,ein zweiter Plato genannt zu!werden? Herr Abg.!Sidor möge sich gesagt , sein lassen, daß das wahre Wesen des Begriffes ״Demokratie“ bedeutet: Die volle Gleichberechtigung aller zu einem Staatskörper gehörenden, an seiner gedeihlichen Entwicklung und gesunden Erhaltung interessierten Glieder. Eine Gleichberechtigung, die die Vorzugsstellung einer bestimmten Klasse im Volke in reohtsbestimmender und gesetzgebender Hinsicht äusschließt.. Demokratie gibt jedoch — im Gegensatz gerade zum Kommunismus — dem freien Wettbewerb in allen gesellschaftlichen Beziehungen Raum, auf kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Die Juden sind einfache Bürger des Staates, die je nach Begabung und Fähigkeit an dem allgemeinen Wettbewerb teilnehmen, der sich auf den genannten Gebieten des gesellschaftlichen Lebens innerhalb unseres Staates abspielt. ׳Nur . in diesem allgemeinen gleichberechtigten Wettbewerb gelingt es auch vielen Juden, sich zu behaupten. Es gibt also keine ״Zidokratie“, die etwa im Gegensatz zur Demokratie stünde. Solange der Tschechoslowakische Staat eine demokratische Verfassung hat, ist eine zwangsweise Evakuierung von Juden verfassungswidrig und unmöglich. S. Weiß. * Am 8. April nahm Abg; Angela Goldstein im Abgeordnetenhause Stellung gegen die Hetzkampagne des Abg. Sidor. Die Ausführungen Sidors seien von der Ideologie des ״Dritten Reiches“ beherrscht gewesen, was um so •erstaunlicher sei, •als Sidor einer Partei angehört, die für die Ideen des Katholizismus kämpfe. Die Ereignisse in Deutschland haben gelehrt, daß der Haß gegen die Juden den Kampf gegen die katholische Kirche zur Folge haben müsse. In Deutschland werde nicht nur das Judentum, sondern auch, die Kirche verfolgt, weil sie ihren Ursprung im Judentum hat. Sidor sei sich offenbar dessen nicht genügend bewußt gewesen, daß der Kreuzzug Deutschlands gegen den Kommunismus nur ein Vorwand sei, um eine Animosität gegen jene demokratischen Staa-• ten herbeizuführen, die den deutschen ׳Plänen' im Wege stehen. Zu diesen Staaten gehöre auch die Tschechoslowakei und die deutsche Propaganda gegen den Bolschewismus richte sich auch gegen die Interessen jener Slowaken, die Sidor im Parlament vertritt. .. 'L : 1. * . /d$e Tatsache, daß das Sonntagsruhe;, ‘geset?, wie es.lieute. im Entwurf vorliegt, von bedeutenden wirtschaftlichen Korporationen als für die allgemeine Wirtschaft schädigend verworfen wird. So hat der Landesyerbapd der slowakischen Gremien, der vor kurzem in Bratislava tag|e, einhellig erklärt, daß der Entwurf in seiner heutigen Fassung nicht einmal die Basis zu einer! Verhandlung bilde, Desgleichen hat der Verband der ost« tschechischen; Gremien den Entwurf abgelehnt, zumal die« ger ein viel zu rigoroses Geset?• vofbereiten will, welches hs ’nfofrt^ Einmal •'dem Geschäftsinhaber selbst gestatten , würde, in seinem Geschäft am Sonntag zu arbeiten, ftaw שליט״א Es ist gar nicht lange her, daß die Judenheit erfuhr, daß Ihr bedeutsamer Gaon, Munkatscher Raw ש?י&.א schwer erkrankt ist und in einem Budapester Sanatorium Heilung sucht. Man hörte von einer Besserung seines Ge* sundheitszustandes und schon kurz darauf wieder, daß sich sein Leiden so verschlimmert hat, daß der Kranke kurz vor Pessach in seine Gemeinde zurückgebracht werden mußte. Hier und in aller Welt wurden inbrünstige Tefilos für die Genesung des Gaons gesprochen. Wie wir nun in den letzten Tagen erfahren, hat sich der Zustand des Munkatscher Raws wieder gebessert. Aber noch immer sollen die Tefilos für diesen Zaddlk andauern. Seid mispalel für: Chajim Elieser ben Ester! Gegen den Sonntagsruhezwang Wie wir bereits kurz berichtet haben, hat die sl 0wakische׳ orthodoxe Landeskanzlei in der Angelegenheit der Sonntagsruhe Schritte unternommen, die das Durchdringen dieses Gesetzentwurfes verhindern sollen. So fanden sich am 18. v. M. in Bratislava in der Landeskanzlei unter Vorsitz des Herrn Markus Fürst die Vertreter der Gemeinden der Slowakei ein, um über die Einzelheiten zu beraten, die in dieser Sache getan werden sollen״ Es‘ wurde beschlossen, in einem Memorandum an die Regierung die berechtigte Forderung der Orthodoxie zu vertreten. Beschlossen wurde ferner, zu der seitens der UZhoroder Landeskanzlei für den 23. d. M. einberufenen Sitzung 'in derselben Angelegenheit eine Delegation zu entsenden. Rosch-Bes-Di11־Wahl in Mukacevo. Am ersten Tage Chol Hamoed Pessach fand in Mukaöevo die Wahl eines Rosch Bes Din statt. Die Wahl ist insbesondere durch ' das schwere Leiden des Mukaöevoer Raws aktuell geworden, dem auch nach seiner zu erhoffenden Genesung eine bedeutende Schonung wird auf erlegt werden müssen. Als Kandidaten figurierten der Schwiegersohn des Mukaöevoer Raws, Rabbi Barüch Rabinowits, der Svalavaer Oberrabbiner und Rabbiner Zucker aus Berehovo. Angesichts seiner allgemeinen Beliebtheit und besonderen Fähigkeiten wurde Rabbiner B. Rabinowits mit 531 Stimmen als Rosch Bes Din ein st immig gewählt. Der Ausgang der Wahl hat in der ganzen Stadt größte Befriedigung hervorgerufen, da man berechtigterweise große Hoffnungen auf den jungen, talentvollen Rabbiner setzt. BEKIZZUR ׳ ♦ — Nitra: Anläßlich der bevorstehenden Abreise eines ihrer Chawerim nach Erez Jisroel veranstaltete die hiesige Jugendgruppe der Agudas Jisroel einen gut gelungenen Abschiedsabend. Im Mittelpunkt des Abends stand der hinaufziehende Freund, Herr W. Weiß, Sohn des Herrn Chajim Weiß. Präses A. Rosenthal dankte dem Oie für seine bisherige eifrige Tätigkeit im Rahmen der Gruppe. Herr Ch. Weiß ״schilderte die Gefahren, die gegenwärtig dem Neuankömmling in Erez Jisroel drohen. Her? P. Stark sprach schließlich namens der Aguda-Ortsgruppe und Herr J. Weiß für den Kreis der Olim warme und ergreifende Abschiedsworte. W. Weiß dankte sodann in kurzen, rührenden Worten für die herzlichen Ansprachen. ■-*-- Kosice: Die ursprünglich für Chol Hamoed Pessach anberaumte Neuwahl bei der hiesigen Kultusgemeinde wird am kommenden Sonntag, den 18. April, stattfinden. Auch diesmal kann auf keine große Wahlbeteiligung gerechnet werden, da von den 700 Stimmberechtigten der überwiegende Teil mit der Bezahlung der Kultussteuer im Rückstand ist und somit das Recht zur Abstimmung verliert. " Juwelen, Uhren, Oold- und Silberwaren, lns־ M Allff 9 fflffwLrffM|| besondere כלי קודש, Sederschiissel, Menoras, 111101« WUIUWiy Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Qelegenheitskäufe, stets vorrätig B» TabOfSlrauO "4 Residenz-Atelier für moderne Photographie I, Fleischmarkt 1,161.1^2-80־29־ 1 Bild und 4 Karten von S 15.— Neueröffnet! BUDAPEST Neu eröffnet! £ PENSION KARMEL^ W₪₪₪M₪₪M Sarv Friedmann ■■■■■■■■י unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der orth. Israel. 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Verlobte Hasdo Spiegel Handbr zellkoults Mukaöevo Kopa§nova Verlobte ברבת מוי טוב נלבבית למכירי וידידי הרב החריף ושנין בקי מופלג מצוין ביראת שמים ומרית טובות מהדר דוב אשר קאראלי נ״י לרגלי התארשותו ועלותו על כסא ההוראה בר,*ק פרויענקירבען יצ*ו . ישוע זעליג וריסס. Aut. orth. isr. Kultusgemeinde Kolta. B s 337׳- Konkurs Unterfertigte Kultusgemeinde sucht für sofort einen Religionslehrer, der die Fähigkeiten besitzt, ungefähr 25 Kinder in Religion, חומש ורש״י wie auch in der deutschen Sprache zu unterrichten. Diplomierte Lehrer werden bevorzugt. Gehalt laut Uebereinkomriien. Reflektanten haben sich bis zum 1. Mai.. d. J. an den Gemeindevörstand zu wenden. Spesen werden nur den Akzeptierten vergütet. Jenö Raab, Isidor Buchinger, Schulpräses. Präses. HAUSLEHRER orth., gut bewandert im Talmud, gegen volle Pension und Bezahlung nach Baden gesucht. Sprachenkenntnisse erforderlich. 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