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Jüdische Presse · 1937-02-25 · 9 (25.2.1937) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
9 (25.2.1937)
Date
1937-02-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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säte 8 JÜDISCHE PRESSE Nr. 9 TS C H E!C|H L O W A K EI Eine Rettungsaktion! Erez Jisroel, das Land der Sehnsucht aller im Golus Schmachtenden guten jüdischen Herzen, wurde in unseren ׳tagen der Schauplatz eines tragischen Doppelkampfes. Eines Kampfes nach außen, gegen die jüdisches Leben und Vermögen bedrohenden Araber, und eines geistigen Kampfes im Innern, gegen die Vernichtung der jüdisehen Seele. In diesen schicksalsschweren tagen ging auch die slowakische Agudas-Jisroel-Landesorganisation an die Durchführung einer Aktion unter dem ernstmahnenden Titel ״Mifal Hazoloh". Es ist dies eine Aktion zur Kettung des Jischuw in unserem Heiligen Lande. Rettung des Jischuw in ihrem doppelten Sinn. Vor allem in geistiger, aber auch in wirtschaftlicher Beziehung. Ist ja das Materieile der Träger des Geistigen. iJnsere Rettungsarbeit für den Jischuw hat sich also auf zwei Gebiete zu erstrecken. Wir haben Vor allem die unerläßliche heilige Pflicht der Rettung de St hör agemäßen jüdischen Chinuch im Heiligen Lande. Der überwiegend größere Teil der jüdischen Jugend Erez Jisroels wird in Schulen erzogen, die der Thora indifferent oderJ gar• feindlich . gegenüberstehen. Gegenüber diesen seelenverderbenden JugenderziehungSanstalten steht das agudistische Schul Werk materiell leider schwach, aber geistig stark da. Geistig stark deshalb, weil es von dem unerschütterlichen Willen getragen ist, die׳ g-ttgegebenen und historisch, gewordenen jüdischen Lebensformen der heranwaphsenden jüdischen Generation Erez Jisroels anzuerziehen, weil seine Wurzel in G-tt, in der geschichtlichen Vergangenheit Jisroels ruhen, wie auch in der Erkenntnis des Souveränitätsanspruchs der Thora in der jüdischen Volksgemeinschaft. Die agudistischen Schulen wollen die heranwachsende Jugend Erez Jisroels mit einem möglichst hohen Maß unserer heiligen Lehre vertraut machen. Sie wollen eine jüdische Generation erziehen, die der großen jüdischen Vergangenheit würdig ist und ihr geistiges Erbe unentwegt welterträgt, die das sittliche, moralische und ethische Niveau der Väter und Ahnen beibehält. Die agudistischen Schulen wollen eine Jugend erziehen, die von dem heiligen Lebensideal der Thora in einem Maße beseelt ist, daß ihr der Alleinherrschaftsanspruch der Thora zu einer Selbstverständlichkeit wird und daß sie kompromißlos jede jüdische Gemeinschaftsbildung ablehnt, die nicht, die Thora zu ihrem normgebenden, herrschenden Prinzip macht. Doch der stärke Wille allein genügt nicht. Wo ein noch so ehrlicher Wille die nötigen geldlichen Mittel entbehrt, ist er vergeblicher Energieaufwand, der sich im leeren Raum verliert. Unsere ernsteste Pflicht ist es daher, diese geldlichen Mittel dem palästinenr s Ischen. geistigen Aufbauwerk des thorat.reuen jüdischen Jischuw zur Verfügung z u s t e 11 en. ,Tausende jüdische Kinderseelen stehen auf dem Spiele! Retten wir sie für das wahre Judeiitum! Helfen wir, die bereits bestehenden Talmud-Thora-Schulen des Heiligen Landes zu erhalten und auszubauen, neue zu schaffen! .. Die agudistische Rettungsaktion für Erez Jisroel wäre unvollständig, wenn sie n u r das' jüdische Erziehungs- Wesen Erez Jisroels im Auge hätte. ,Unsere Pflichten gegen Erez Jisroel umfassen noch ein weiteres wichtiges Gebiet. Die g-ttliche Vorsehung hat es in unseren Tagen ermöglicht, daß sich jüdische. Menschen in großen Massen auf der heiligen Scholle Erez Jisroels ansiedeln können. Es eröffneten sich ihnen in Erez Jisroel Existenzmöglichkeiten in großem;Umfange. Und auch ihre bürgerlichen Rechte im. Lande werden m. G? H. gesichert sein. - Es ist daher unsere Pflicht, den nach dem Lande der Väter sich sehnenden jüdisehen Menschen die, Ansiedlung in Erez Jisroel zu ermöglichen. Es ist unsere ,Pflicht, unbemittelten• jüdischen Menschen zur Erfüllung der Mizwas Jischuw-Erez Jisroel zu verhelfen. Diese Pflicht kann nur durch Ankauf von Boden ^nd durch Einrichtung von Siedlungen und Landwirtschäften erfüllt werden. Die Schaffung von agudistischen Kibbuzim und die Anlegung von agudistischen Kolonien in Erez Jisroel hat, vom allgemeinen Gesichtspunkt gesehen, für das thoragemäße Leben in Erez Jisroel ungemein große Bedeutung. Denn die agudistischen Kibbuzim sind bedeutende, ja unerläßliche Stützpunkte im Kampfe gegen die Entweihung des jüdischen Lebens, im Kampfe der Gesetzestreue gegen den gesetzesuntreuen Zionismus. Schaffen und mehren, wir daher gesetzestreue Siedhingen, als Sammelbecken von thora treuen jüdischen Menschep, zum Heile unseres Heüigen Landes und unserer heiligen Thora! Helfen wir, die agudistische ח Arbeiterorganisation auszubäuen, zur Rettung auswandernder jüdischer junger Menschen aus den Fangarmen der sozialistisch verseuchten,'gotteslästerlichen Histadruth! Retten wir die Thora und ihr Objekt: das Heilige Land! Richten wir die Trümmer und die Menschen Erez Jisroels auf! . Spenden wir für den ״Keren Hajischuw“! Unterstützen wir unseren ״Mifal Hazoloh“! S. Weiß. Grandiose agudistische Erez jisroel- Manifestation in Bratislava Nach einer erfolgreichen Tätigkeit in Polen und Litauen sind die bekannten Agudo-Führer in Erez Jisroel, Dr. Isaac Br euerund. Rabbi.. Mosche Blau, in der Slowakei eingetroffen, um auch hier die Aktion ,zur Auf״ richturig und Gutmachung der durch die jüngsten Unruhen dem religiösen Jischuw in Erez Jisroel verursachten Schäden einzuleiten. Sie sprachen am .vergangenen Sonntag in Bratislava über das Thema: ״Die gegenwärtige Lage in Erez Jisroel und die Aufgabe des religiösen Judentum? in dpr; Diaspora.4' ‘ 7, De^' Vortrag fand in einem der größten Säle Preßbuvgs , statt, der bis zum letzten ,Plätzchen besetzt war, Zur abgesagten Stunde eröffnete Herr M, U, C. A, Porges in fließendem'Slowakisch die Manifestation mit einer Hegrüßung der ftedner nnd des Publikums;, indem er zugleich dem Stäatspberhaupt Dr: E. BeneS und’-dem FrägidenteUTBefpeier T, G. Masaryk huldigte, Es folgte die Begrüßung' na,mpns ‘ her Agudo-Landesorganisätion durch den ’ Vorsitzenden Se, Ehiw.־ Herrn Oberrabbiner M> O. Eckstein, Sered, der die Bedeutung der agudistischen Erez^Jisroel-Arbeit 111 kürzen Zügen entrollte. Hierauf ergriff Rabbi M. Blau das Wort Zu seinen klaren und aufklärenden Ausführungen über die derzeitige Situation im jüdischen Erez Jisroel. Der Redner beschäftigte sich mit den letzten Unruhen, die — wie er sagte — im Lande zü der großen geistigen Katastrophe, die durch die Herrschaft der religionsindifferenten Organisationen planmäßig vorbereitet wird, auch den ungeheuer großen wirtschaftlichen Schäden gesellten, so daß dem Jischuw ein Zusammenbruch in doppelter Beziehung droht, dem nur ein fester religiöser thoragemäßer jüdischer Jischuw Vorbeugen könnte. Er kam dann auf die Zeugenaussagen der verschiedenen jüdischen Körperschäften und das Erscheinen der Agudo-Delegation vor der Royal Commission zu sprechen. ״Wenn Agudas Jisroel vor fünfundzwanzig Jahren durch die Weitblickenden Gedaule Hathora und Verfechter des Daas-Thora zu keinem anderen Zweck gegründet worden wäre, als nur um bei diesem historischen Ereignis vor aller Welt das wahre Gesicht des religiösen Judentums zu zeigen — dajenu. Mit einem Appell an die gesamte jüdische Gemeinschaft, diesem erfolgreichen Auftreten des religiösen . Judentums durch erfolgreiche Taten besonderen Nachdruck zu verleihen, schloß Rabbi Blau seinen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. 1 Mit rauschendem Beifall empfangen, begann nach einer kurzen Pause Dr. Isaaö Breuer seine von allen Anwesenden mit Spannung erwartete Rede. Vor drei große Rätsel, sagte der Redner, wird der Jude der Jetztzeit gestellt, der mit offenen Augen an die Vorkommnisse herantritt. Er sieht erstens: die ganze Menschheit befindet sich in einem ungeheuren Chaos, das den Weltfrieden wie sonst in keiner Zeitepoche der menschlichen Geschichte bedroht. Auch die anderen Völker kommen nicht zur Ruhe, auch sie befinden sich in einem schweren Golus. Er sieht weiter, daß das Gesamtjudenproblem, das von allen Völkern der Erde — mit nur kleinen Ausnahmen — aufgeworfen wird, keine Lösung findet. Das dritte Rätsel, vor das wir gestellt sind, ist, daß Erez Jisroel sich in einem fast' unmenschlich rasch vor sich gehenden Aufblühen befindet. Das Land beginnt zu leben. ׳ Dieses neue Leben in dem ökonomisch viele Jahrtausende verödeten Heiligen Lande gibt den jüdischen Menschen im einzelnen und der jüdischen Gesamtheit eine' Aufgabe auf, deren zumindest anfängliche Lösung die Vorsehung von uns verlangt. Wir müssen dahin streben, daß dieses öffentliche Leben in harmonischem Einklang mit dem Leben in den Bote-Knessios und Bote Midroschos stehe, daß der jüdische Geist, den wir aufgenommen, auch richtig verwirklicht wird. Das ist die Aufgabe der Agudas Jisroel. , Im letzten Teil seiner großartigen, durch die Fülle der Gedanken und die Schlagkraft seiner Ausdrucksform hervorragenden Rede forderte der Redner das religiöse Judentum auf, ungeteilt für die Durchsetzung dieses Gedankens zu streben und zu arbeiten, denn nur so wird es möglich sein, den ״nationalen Jezer Horah“, den Ziohismus, zu bekämpfen, und nur so werden! dann die ״G-ttesmönarchisten", die G7tt nicht nur als ״Owinu“, sondern auch als ״Malkenu“ erkannt haben, den Sieg über die ״G-ttesrebellen‘ davontragen können. Der Vortrag Dr. Breuers, , der die Zuhörerschaft über eine Stunde ungewöhnlich im Banne hielt und einigemal von frenetischem Beifall unterbrochen wurde, rief eine ungeheure Begeisterung hervor. Minutenlang wurde am Schluß applaudiert. Der Vortrag bildete das Tagesgespräch in Bratislava, dessen Nachhaltigkeit noch lange andauern und hoffentlich auch den entsprechenden Erfolg zeitigen wird. Sereder Raw. schloß die Kundgebung nach 1 Uhr. mittags. a. o. Großverhören an der Bratislavaer Jeschiwo Am Montag, den 11. ,Adar, nahm Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner A. Schreiber in Anwesenheit der Mitglieder des Rabbinats, des Gemeindevorstandes, vieler ehemaligen Talmidim der־ Jeschiwoh und sonstiger angesehenen Baale Batim das größe Verhören des ״Schiur ijun" vor.,Auch diesmal legten die1 Bachurim gründliches Kennen des während des Winter-Smkns durchgenommenen Stoffes an schwierigen Sugjos an dön Tag. BEK1ZZUR... ■—Myjava: Am 7. Aclar fand hier, wie üblich, die General v*ersammlun g und Wahl der Leitung der Chewra Kadischa statt. In Anerkennung ihrer erfolgreichen Tätigkeit wurden die bisherigen Gabboim J, Friedmann und A. Rosenzweig einstimmig wiedergewählt. Ferner wurden in die Leitung gewählt die Herren: S. Weiß, I. Jakoboviö, E. Ehrenthal, A. Braun, J. Grünwald und als Schriftführer P. V. Deutsch. — Nov6 Zämky: Auch, hier fand am 7. Adar die Neuwahl der Leitung der Chewra Kadischa auf eine Dauer von drei Jahren statt. Da der bisherige Präses J. Herzog nicht gewillt war: weiter im Vorstande zu verbleiben, wurde Herr Hermann Löwy zum Präses gewählt. Zum Vizepräses wurde M. Glück, zum Kassier R. Fleischer und zum Kontrollor O. Löffler gewählt. — Nitra: Hier steht die Realisierung des Baues eines jüdisqhen Spita 1 s aus den Mitteln der Hinterlassenschaft. der Familie , Adler, Oponice, bevor. Die Chewra Kadischa hat eine Bauverwaltungskommission eingesetzt, die einen Aufruf zur Förderung dieses Werke3 erließ, orthodoxe מצות in anerkannt*pripia Qualität liefert §n.,gros, en dflßii MAZZESBÄCK ER El Gemeinden und Wiederverkäufer R ab, i $ T ER N Q A L A N T A Statt Katt en HERR ÜNÖ ERAtT GE2A LaZAR laden alle Verwandten, Freunde und Bekannten zur ,בר מצור ihres sehnes יוסר צבי josef welche ,אייר Samstag, den 6. März d. J., ק ו ד י a-הל pפ• ו י um 7 Uhr früh in der Schiffschul, II., Große Schiffgasse 8, stattfindet. Droscho: 4 Uhr nachmittags, II., Schiffamtsgasse Nr. 10. Ecke Franz-Hochedlinger-Gasse. Juwelen, Uhren, Gold- und SHberoaren, ins- MlltltA* IflHttlfiiiiii besondere בלי קויש, SederschUssel, Menoras, (1011121 wUrilUliy Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig 11* TabOfltraBe 14 Frau Wwe. Rabb. Pinchas Breuer s. Z. 1. gibt die keuecätfHmg. eines FISCHGESCHÄFTES ihres Schwiegersohnes ERND SCHWARZ Wie*,2.mckefyasse 6 bekannt und ersucht alle Freunde und Bekannten um zahlreichen Zuspruch (Telephon A-49-707). Residenz-Atelier für moderne Photographie I, FI e i s c h m a r k11, Te I. R-29-2-80 1 Bild und 4 Karlen von S 15.— [ Hochzeiten und Festlichhelten arrangiert billig und elegant NAGEL, Wien ii, Praterstr.33 Unter Aufsicht t des Rabbinats der Adas-Jisroel-Schiffschul Neueröffnet! BUDAPEST Neu eröffnet! PENSION KARMEL orth. כשר orth. כשר Sary Friedmann unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der orth. Israel. 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Dienstag 19 .2 ל ה V Mittwoch 20 3 לא ו Donnerst. 21 4 לב ז " Freilag 22 5 לג ח " 1 Samstag 23 6 לר א י ם׳ ויקהל־פקורי, ש׳ פרה, מבודח G e b e t z e i t e n פ׳ כי תשא WIEN tSUATlSLAVA Uhr i Min. Uhr i! Mm. 5 i 4U 5 40 81 30 8 30 5-30 5 2U , 00; ד 7 15 9 j 30 9 30 3 i 30 3 30 ö 1 20 6 10 ö j 15 6 30 5 j 45 5 50 6 j 00 6 0J. השכמה בפורים 1100 12 00 * סנחח' ״ Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türki י(für eine Arbeitsgemeinschaft), verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, beide Wien. II., Malzgasse 12a: verantwortlicher Redakteur für die Tschechoslowakei: Siegfried Frommer, Bratislava, ZoclK gasse 22/XIV/H. — Druck: Druckerei- und Veriags-A.-G, lg, Steinmann, Wien, IX,, Universitätsstraße 6/8.

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